Elektromobilität: Die Zukunft von Volkswagen steht auf dem Spiel

Der VW-Skandal und die Auswirkungen auf die Elektroauto-Pläne

Mittwoch, 23. September 2015 14:40
Audi e-tron quattro concept

(IT-Times) - Seit Tagen erschüttert der Betrugsskandal um manipulierte Abgaswerte den Wolfsburger Autobauer. Insgesamt sind weltweit elf Millionen VW-Fahrzeuge betroffen. Noch ist der Schaden durch den Betrugsskandal nicht absehbar, VW will zunächst 6,5 Mrd. Euro für etwaige Schäden zurückstellen.

Warum geht es?


Betroffen von dem Skandal sind offenbar ausschließlich Fahrzeuge des Motorentyps EA 189. Die US-Umweltbehörde Environmental Protection Administration (EPA) wirft Volkswagen vor, bei Volkswagen- und Audi-Modellen verbotene Software eingesetzt haben, um die Abgasemissionen zu drücken. Durch die Manipulationen könnten die von Umweltschutzbehörden festgesetzten Emissionslimits um bis das 40-Fache überschritten werden.

Damit drohen VW allein in den USA Schadensersatzzahlungen von bis zu 18 Mrd. US-Dollar. Auch andere Länder wie Kanada und Südkorea haben inzwischen eine Untersuchung angekündigt. VW hat inzwischen die Kanzlei Kirkland & Ellis LLP angeheuert, die auch den Ölkonzern BP nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" vertreten hat.

Totalschaden für das Image, Innovationen rücken in den Hintergrund


Wie hoch der gesamte finanzielle Schaden für VW letztendlich sein wird, steht noch nicht fest. Fest stehen dürfte jedoch der enorme Image-Schaden für die Marke VW. Auch kommt der Betrugsskandal zu einem denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Die gesamte Automobilindustrie steht vor einem dramatischen Umbruch. Alternative Antriebskonzepte wie Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge und Elektroautos gewinnen an Fahrt. Die VW-Tochter Audi hat jüngst einen neuen rein elektrisch fahrenden SUV Audi e-tron quattro mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt, der in 2018 in Produktion gehen soll.

Das Problem: VW liegt mit seinen Plänen bereits 3 Jahre hinter den US-Konkurrenten Tesla Motors zurück, der schon zum Monatsende sein erster Elektro-SUV Model X an Kunden übergeben wird.

Der Audi e-tron quattro kommt, doch die Ladeinfrastruktur fehlt


Bei VW steht weder der Preis für den Audi e-tron quattro fest, noch hat VW und Audi ein breiflächiges Ladenetz zur Verfügung. Hier ist der Konkurrent Tesla Motors deutlich im Vorteil.

Die Zahl der Tesla Supercharger hat im März 2015 bereits die Marke von 2.000 Supercharger (Ladestationen) weltweit überschritten und das Netz wächst weiter. Branchenkenner schätzen, dass der Aufbau der Ladeinfrastruktur Tesla Motors bislang 1,0 Mrd. US-Dollar gekostet hat.

Meldung gespeichert unter: Elektroauto, Volkswagen (VW) AG, Hintergrundberichte, E-Mobility

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