Digitale Wirtschaft schickt ihre Mitarbeiter flächendeckend ins Homeoffice

Corona-Virus Pandemie

Freitag, 3. April 2020 10:16
BITKOM

Neun von zehn Unternehmen empfehlen Arbeit von zu Hause aus, zwei Drittel haben das sogar angeordnet

Präsident Berg: Chancen und Vorteile der Digitalisierung für die Arbeitswelt nutzen

Berlin, 4. April 2020

Unter dem Eindruck der Corona-Krise wird flexibles Arbeiten zum Standard. Neun von zehn Unternehmen (89 Prozent) der Digitalwirtschaft empfehlen ihren Mitarbeitern, im Homeoffice zu arbeiten. Zwei Drittel (64 Prozent) haben das sogar angeordnet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 235 Unternehmen der IT-, Telekommunikations- und sich digitalisierender Branchen beteiligt haben.

Demnach ist es nach Einschätzung der befragten Unternehmen für durchschnittlich 86 Prozent der Mitarbeiter möglich, ihre Tätigkeit im Homeoffice auszuüben. Für den unternehmensinternen Austausch greift man auf digitale Technologien zurück. 95 Prozent der Unternehmen ersetzen Präsenztreffen durch Videokonferenzen. „Digitale Technologien sind der Garant dafür, das Wirtschaftsleben in Zeiten von Ausgangssperren, Kontaktverboten und Produktionsstopps am Laufen zu halten. Die Corona-Krise ist eine Aufforderung an Politik und Wirtschaft, die Arbeitswelt schnellstmöglich, umfassend und dauerhaft zu digitalisieren“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Die weitgehende Stilllegung der Wirtschaft stellt die Digitalunternehmen vor enorme Herausforderungen. Jeweils sechs von zehn der befragten Unternehmen berichten von einer großen Verunsicherung ihrer Kunden (61 Prozent) und von zurückgestellten Aufträgen (60 Prozent). Jedes Vierte (23 Prozent) hat heute bereits mit Auftragsstornierungen zu kämpfen. Jedes zweite befragte Unternehmen (49 Prozent) hat angesichts der Krise seinerseits Investitionsentscheidungen zurückgestellt, bei jedem Fünften (20 Prozent) wurde die Produktion eingeschränkt.

Das liegt auch an unterbrochenen Lieferketten. Betroffen sind insbesondere Unternehmen, die Geschäftskontakte nach China unterhalten. 81 Prozent dieser Unternehmen berichten von eingestellten oder beeinträchtigten Zulieferungen aus China. Auch innerhalb Europas (48 Prozent) und Deutschlands (40 Prozent) kommt es infolge von Grenzschließungen und anderen Beschränkungen zu Lieferproblemen und Lieferstopps für die darauf angewiesenen Unternehmen.

Negative Auswirkungen auf Geschäftsergebnis befürchtet

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