Dieselfahrzeuge: Zwischen Fahrverbot und Nachrüstung - was der geschädigte Verbraucher darüber wissen sollte

Dieselfahrzeuge

Donnerstag, 3. August 2017 16:43

BONN (IT-Times) - Das man sich vom „Diesel-Gipfel“ in Berlin mehr erhofft hat, verwundert doch ein wenig, denkt man an die enge Verzahnung von Wirtschaft und Politik, insbesondere in der für Deutschland so wichtigen Automobilindustrie.

Auto Diesel Abgase Umweltverschmutzung

Beim Spitzentreffen in Berlin am 2. August 2017 war neben der Politik auch die komplette Automobilindustrie mit ihren Vertretern aufgelaufen. Verkehrsminister Dobrindt spricht von einem "guten Ergebnis", das „Fahrverbote vermeiden würde“.

Wie er darauf kommt, ist schleierhaft, denn Gerichte sind unabhängig. Metropolen sehen das indes ganz anders. Probleme gibt es schon in Stuttgart, wo ein Verwaltungsgericht gegen das Land Baden-Württemberg entschied und sich für ein Fahrverbot aussprach.

Herausgekommen ist beim Gipfel also mehr oder weniger nichts. Die Nachrüstung der Euro 5 und Euro 6 Fahrzeuge soll nicht mit einer kostspieligen Hardware, sondern nur mit Software erfolgen, deren Wirkung man schon jetzt bezweifelt wird.

Der ADAC hatte im Vorfeld eine Abgasvorrichtung gezeigt, die rund 90 Prozent der Stickoxid-Emissionen bei Dieselfahrzeugen filtern kann. Diese Hardware-Option gefällt der Automobilindustrie natürlich nicht.

In Deutschland fahren rund 25 Millionen Dieselfahrzeuge auf den Straßen. Davon sollen nun aber nur rund 20 Prozent nachgerüstet werden, nämlich die mit Euro 5 und Euro 6 Norm.

Dieselautos mit Euro Norm 4 (EU4) sollen durch Rabattangebote bzw. einem Umweltbonus sukzessive aus dem Verkehr gezogen werden. Daimler bietet hier „einen vierstelligen Umweltbonus“, wenn sich EU4 - Kunden in diesem Jahr für einen neuen Mercedes-Benz entscheiden.

Zudem soll von der Autoindustrie ein sogenannter Mobilitäts-Fonds aufgelegt werden, der von den Herstellern nach Marktanteil bestückt werden und zukünftig die Luft in den Großstädten reinhalten soll.

Reaktionen von Automobilkonzernen wie Daimler und VW

Daimler selbst spricht bei den „freiwilligen Servicemaßnahmen“ davon, dass die NOx-Belastung um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent bei Mercedes-Benz Fahrzeugen der Euro-Norm 5 und 6 im normalen Fahrbetrieb gesenkt werden könne.

In Deutschland will der Stuttgarter Autokonzern so eine Million und in Europa insgesamt mehr als drei Millionen Fahrzeuge nachrüsten. Daimler schätzt die Kosten hierfür auf 220 Mio. Euro. Die nun angekündigten Maßnahmen sind aber nicht wirklich etwas Neues.

Daimler will zudem die Einführung von Diesel-Fahrzeugen forcieren, die die strengeren Emissionsgrenzwerte im Rahmen der RDE-Anforderungen erfüllen. Das Stuttgarter Unternehmen hat für rund drei Mrd. Euro einen komplett neuen Dieselmotor entwickelt.

Meldung gespeichert unter: Abgas-Skandal, Daimler, Marktdaten und Prognosen, E-Mobility

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