Dialog Semiconductor - was die Übernahme von Atmel bringt

Power Management, Microcontroller und Mobile Chips

Donnerstag, 24. September 2015 14:12
Dialog Semiconductor

(IT-Times) - Dialog Semiconductor sorgte zu Wochenbeginn für Aufsehen. Der britische Halbleiterspezialist mit Firmensitz in London will den größeren US-Halbleiterhersteller Atmel für 4,6 Mrd. US-Dollar kaufen. Investoren und Anleger reagierten verschreckt, Dialog Semiconductor-Aktien verlieren binnen weniger Tage rund 20 Prozent an wert.

Verwässerung der Aktionärsanteile


Analysten verweisen auf die massive Verwässerung der Anteile bei bestehenden Dialog-Aktionären, wie man zum Beispiel bei der Commerzbank anmerkt. Atmel-Aktionäre erhalten nicht nur 4,65 US-Dollar je ausstehende Atmel-Aktie, sondern auch 0,112 Dialog-Aktien. Insgesamt sollen rund 49 Mio. neue Dialog-Aktien ausgegeben und neue Schulden (2,1 Mrd. Dollar) aufgenommen werden, um die geplante Übernahme zu stemmen.

Zwar sehen Branchenbeobachter durch den Zukauf langfristig durchaus positive Effekte, dennoch dürfte auf Dialog in den nächsten zwei bis drei Jahren sehr viel Integrationsarbeit zukommen, warnen Analysten. Entsprechende Unsicherheiten und die damit verbundenen Risiken könnten den Kurs belasten, glaubt man bei der Commerzbank.

Kaufpreis höher als eigene Marktkapitalisierung


Auch der Kaufpreis in Höhe von 4,6 Mrd. US-Dollar erscheint etwas hoch. Dialog Semi wies bislang eine Marktkapitalisierung von rund 3 Mrd. Euro auf (vor dem Kurssturz). Insgesamt zahlt Dialog das rund 3,8-fache für den zu erwartenden Umsatzes bei Atmel für 2015 (1,22 Mrd. Dollar).

Der relativ hohe Kaufpreis erklärt sich auch dadurch, dass es für Atmel offenbar auch andere Interessenten gegeben hat. So soll laut US-Medienberichten auch die chinesische China Electronics Corp bereits erste Gespräche mit Atmel bezüglich der Übernahme geführt haben.

Zukauf soll Umsatzbasis diversifizieren


Dialog Semiconductor CEO Jalal Bagherli stand jedoch unter Zugzwang, nachdem im Vorjahr der geplante Zusammenschluss mit der österreichischen AMS AG gescheitert war. Zudem bahnt sich auch in der Halbleiterindustrie ein Umbruch an.

Dialog CEO Bagherli glaubt, dass das Zeitalter des Computing zu Ende geht. Man befindet sich am Höhepunkt der Mobile Computing Ära, das Zeitalter von Internet of Things (IoT) würde gerade beginnen, so der Manager.

Meldung gespeichert unter: Mobile Chips, Dialog Semiconductor, Hintergrundberichte, Halbleiter

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