Bürger fordern mehr Tempo bei der Digitalisierung ihrer Stadt

Digitalisierung: Smart City

Mittwoch, 23. Oktober 2019 10:06
BITKOM

In Stadtverwaltungen muss Digitalisierung erste Priorität werden

Bürger wünschen sich vor allem eine digitale Verwaltung

Dreitägige Smart Country Convention beginnt heute in Berlin

Berlin, 22. Oktober 2019

Von smarter Verwaltung bis zur intelligenten Verkehrssteuerung – in Deutschland arbeiten viele Städte und Gemeinden an ihrer digitalen Zukunft. Zwei von drei Bürgern (66 Prozent) trauen ihrer Stadtverwaltung dabei einen kompetenten Umgang mit Digitalthemen zu. Gleichzeitig fordern 69 Prozent ihre Stadtverwaltung auf, die Digitalisierung mit mehr Nachdruck zu verfolgen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland, die heute anlässlich der Smart Country Convention in Berlin vorgestellt wurde.

„In den meisten Städten und Gemeinden stehen alle Zeichen auf digital. Dem Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung müssen die Rathäuser jetzt gerecht werden. Sie steigern damit Standortattraktivität und Lebensqualität und kommen wieder näher an Bürger und Unternehmen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Kommunen brauchen das nötige Geld, Know-how und einen engen Austausch von Bürgern, Politik und örtlicher Wirtschaft. Mit der Smart Country Convention verkürzen wir den Weg in die digitale Welt.“

Auf der Smart Country Convention in Berlin kommen vom 22. bis 24. Oktober mehr als 10.000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Städten und Gemeinden zusammen. Ziel ist es, von den besten zu lernen, so die Digitalisierung zu beschleunigen und bürgergerecht umzusetzen. Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Berlin, erklärt: „Das Besondere an der Smart Country Convention ist der branchenübergreifende Charakter: Bei uns geht es nicht nur um die Digitalisierung der Verwaltung, wir bilden sämtliche Bereiche der Smart City und der Smart Region ab. Wir haben den Anspruch, das Thema entlang der gesamten Wertschöpfungskette darzustellen, die relevanten Partner zu integrieren und sind damit bereits im zweiten Jahr die führende Veranstaltung in diesem Bereich in Deutschland. Wir reden nicht nur von Digitalisierung, wir zeigen anhand von konkreten Beispielen, wie es geht.“

Als Smart-Country-Vorbild und Partnerland ist in diesem Jahr Litauen zu Gast auf der Smart Country Convention. Deividas Matulionis, Vizekanzler der Republik Litauen: „Die Digitalisierung hat einen großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung Litauens in den Bereichen der Wirtschaft und Informationsgesellschaft. Die EU-Mitgliedschaft hat politische Barrieren abgebaut und die digitale Welt erlaubt uns, geographische und bürokratische Grenzen zu überwinden, indem wir Wirtschaft und öffentliche Dienstleistungen ständig verbessern und erweitern.

#Wir glauben an das Potenzial Deutschlands, ein führendes Land in der EU bei der Digitalisierung zu werden. Sowohl die litauische Regierung als auch Litauens Wirtschaft möchten ein starker Partner für Deutschland sein, etwa bei der Schaffung digitaler Lösungen wie bei der Erweiterung elektronischer Dienstleistungen. Wir werden unsere Erfahrung in den Bereichen der digitalen Dienstleistungen, Smart Cities und Cybersecurity auf der Smart Country Convention teilen und freuen uns auf interessierte Besucher.“

Mehr als jeder Zweite findet seine Stadt „nicht digital“
Sechs von zehn Bürgern (63 Prozent) können sich vorstellen, in einer Stadt oder Gemeinde mit vielen digitalen Angeboten zu leben. Obwohl in den vergangenen Jahren deutschlandweit immer mehr Smart-City-Initiativen angestoßen wurden, sagt jeder zweite Bundesbürger (56 Prozent): „Meine Stadt ist nicht digital.“ Immerhin bewertet mehr als ein Drittel (37 Prozent) den Digitalisierungsgrad ihrer Gemeinde als fortgeschritten. Den größten Verbesserungsbedarf an ihrem Wohnort sehen die Deutschen vor allem in den Bereichen Wohnen (86 Prozent), Verwaltung (79 Prozent), Verkehr (78 Prozent), Sicherheit (77 Prozent) und Umwelt (76 Prozent).

Bürger überzeugt: Digitalisierung ist Chance für Kommunen
Stadt und Land stehen vor großen Herausforderungen, und bei vielen könne die Digitalisierung helfen – das meint die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Acht von zehn Bundesbürgern (81 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass abgehängte Städte und Gemeinden von der Digitalisierung besonders profitieren können. Zwei Drittel (64 Prozent) meinen, der Einsatz digitaler Technologien wie etwa Überwachungskameras kann die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöhen. Und für sechs von zehn Bürgern (61 Prozent) ist klar: Die Digitalisierung bietet eine große Chance, das Leben in der Stadt und auf dem Land lebenswerter zu machen.

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen und Bedenken. Sieben von zehn Bürgern (71 Prozent) sorgen sich, dass ihre persönlichen Daten durch die Digitalisierung in Städten und Gemeinden weniger sicher sind. Jeweils sechs von zehn stimmen der Aussage zu, die Digitalisierung verringere zwischenmenschliche Kontakte (62 Prozent) und bei Digitalisierungsprojekten bestünde die Gefahr, dass sie wie andere Großprojekte scheiterten (61 Prozent).

„Die Bürger haben ein differenziertes Bild von der Digitalisierung: Einerseits sind sie von den Chancen überzeugt, andererseits sehen sie auch mögliche Gefahren“, so Berg. „Bei der Entwicklung smarter Städte und Regionen müssen wir vor allem das Thema Datensicherheit mitdenken - auch hier können wir von Litauen lernen. Gleichzeitig müssen wir Vorreiterstädte und Smart-City-Initiativen aus Deutschland noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung holen und zeigen, wie es an vielen Stellen schon einfach und digital geht.“

Weniger Umweltbelastung in Smart Cities, mehr Fachkräfte im digitalen Dorf
In Städten und ländlichen Regionen können digitale Lösungen an den jeweils spezifischen Problemen ansetzen. Im städtischen Raum sehen die Bürger vor allem in neuen Mobilitäts- und Verkehrskonzepten (73 Prozent) sowie in der Entlastung der Verwaltungen (71 Prozent) die größten Chancen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung die Wirtschaftskraft gesteigert wird, 62 Prozent sehen Vorteile in einer Reduzierung der Verkehrsbelastung.

Meldung gespeichert unter: Smart City, E-Government (E-Regierung), Digitalisierung, BITKOM, Marktdaten und Prognosen, Internet, Verbände

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