Aus Premiere wird Sky und sonst wird einiges teurer

Freitag, 3. Juli 2009 16:17

Gibt es bei Premiere derzeit zwei hochauflösende HD-Sender, so soll es bei Sky sechs dieser HD-Kanäle geben – für einen Aufpreis von mindestens fünf Euro im Monat. Einschränkung: Die sechs HD Sender sind nur über Satellit zu empfangen, da die Kabelnetzqualität mitunter nicht ausreichen wird, um die hochauflösenden Kanäle auch via Kabel auszustrahlen.

Hoch aufgehängte Pläne


Langfristig will Sky nach eigenen Angaben 20 Prozent der deutschen Fernseh-Haushalte erreichen – das sind mehr als sieben Millionen Abonnenten. Um dieses Ziel auch erreichen zu können, will Premiere seinen neuen Markenauftritt mit rund 40 Mio. Euro bewerben. Grund genug dazu gibt es: Zuletzt umfasste die Kundenkartei von Premiere lediglich 2,4 Mio. Abonnenten. In der Vergangenheit hatte Premiere mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Neben Schwarzsehern, die den Umsatz des TV-Anbieters drückten, erschien besonders die finanzielle Situation des Senders unsicher. Erst durch eine engere Bindung an die News Corp. des australischen Verlegers und Milliardärs Rupert Murdoch gelang es Premiere zumindest vorerst die gröbsten Probleme zu beseitigen.

Eine stabile Marke wird aufgelöst


 
Natürlich preist Premiere die neue Marke in den höchsten Tönen. Im feinsten Marketing-Deutsch heißt es da: „Unser Programm inspiriert die Zuschauer, lädt auf spannende Entdeckungsreisen ein und fasziniert mit überraschenden Details - kurzum: Sky bereichert das Leben. Unsere Launchkampagne bringt diesen Mehrwert überzeugend und äußerst anschaulich zum Ausdruck. Wir sind sicher, dass wir die Menschen mit der Kampagne berühren und es uns gelingt, bisherige Fernsehkonventionen aufzubrechen.“ In erster Linie muss die neue Marke aber zunächst einmal aufgebaut werden und die alte muss aus den Büchern des Unternehmens entfernt werden: ein Bucherverlust in Höhe von 256,1 Mio. Euro.
 
Sky könnte unfreiwillig IPTV beflügeln
 
Ob das neue Angebot von Premiere bei Kunden in Deutschland auf ungeteilte Gegenliebe trifft, bleibt hingegen abzuwarten. Besonders das Fußballangebot des Pay-TV-Senders war in der Vergangenheit beliebt, ob Fußballfans aber bereit sind, künftig auch für weitere Angebote zusätzlich zur Bundesliga zu zahlen, bleibt überaus fraglich. Zudem positionieren sich bereits weitere Wettbewerber zu Premiere. Die Deutsche Telekom AG zeigt künftig die Bundesliga im Rahmen des eigenen IPTV-Angebots zu einem geringeren Preis als Premiere.  

Und der Branchenverband BITKOM rechnet vor: 1,8 Millionen zahlende Kunden soll das Fernsehen über das Internet – kurz: IPTV – im Jahr 2010 haben. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent gegenüber 2009. Vor drei Jahren sind in Deutschland die ersten IPTV-Angebote von Deutscher Telekom, HanseNet/Alice und Arcor auf den Markt gekommen. Seitdem wächst die Kundenzahl stetig. Ende 2007 gab es nach BITKOM-Erhebungen in Deutschland 180.000 IPTV-Nutzer. Ende 2008 bereits 536.000. IPTV bietet neben dem klassischen TV-Programm zusätzliche Features wie zeitversetztes Fernsehen, Video-on-demand und umfassende Zusatzinformationen zum Programm. Dazu kommen weitere Funktionen und Anwendungen, die zum Teil bereits von heutigen Online-Angeboten bekannt sind, zum Beispiel das Lesen von E-Mails auf dem Fernseher.

Internet-Fernsehen ist außerdem nicht an das TV-Gerät gebunden. So können via IPTV zentral gespeicherte Dateien wie Bilder, Videos oder Musik auf internetfähigen Mobiltelefonen angezeigt oder abgespielt werden. Gelingt es also der Deutschen Telekom den Fokus der Kommunikation in Richtung Fußball-Bundesliga zu lenken und den Preisvorteil des eigenen IPTV-Angebots gegenüber dem neuen Sky-Angebot klar zu kommunizieren, so könnten die Sky-Pläne tatsächlich nach hinten los gehen. (erw/rem)

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Meldung gespeichert unter: Sky Deutschland, Special am Freitag

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