Zynga will nach OMGPop-Fehlkauf weiter zukaufen - hunderte Millionen Dollar für weitere Übernahmen

Mittwoch, 9. Mai 2012 13:56
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(IT-Times) - Znyga-Aktien schlossen am Vortag auf einem neuen Allzeittief bei unter acht US-Dollar aus dem Handel an der New Yorker Nasdaq. Seit Jahresbeginn setzte sich damit der rapide Kursverfall weiter fort, nachdem die Papiere Ende 2011 bei 10 US-Dollar bei den Anlegern platziert wurden.

Das Business-Modell von Zynga (Nasdaq: ZNGA, WKN: A1JMFQ) steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Zwar konnte Zynga seinen Umsatz im ersten Vierteljahr 2012 noch um 32 Prozent auf 321 Mio. Dollar steigern, allerdings explodierten auch die operativen Kosten und legten um 97 Prozent auf 406,6 Mio. Dollar zu. Unter dem Strich musste Zynga trotz sattem Umsatzplus einen Nettoverlust von 85,4 Mio. Dollar ausweisen.

OMGPop verliert binnen eines Monats fünf Millionen Nutzer
Auch die jüngste Übernahme erwies sich alles andere als ein Glücksgriff. Im März schluckte Zynga den Mobile-Spielentwickler OMGPop, der hinter dem Hit-Spiel "Draw Something" steht. Allerdings verlor "Draw Something" zuletzt stark Nutzerzahlen. Allein einen Monat nach der Übernahme sank die Zahl der aktiven täglichen Spieler (DAUs) um fünf Millionen auf nur noch zehn Millionen Gamer, so Daten des Marktforschers AppData.

Bei vielen Analysten und Anlegern lässt diese Entwicklung die Alarmglocken schrillen. Cowen & Co Experte Doug Creutz verweist darauf, dass die täglichen aktiven Nutzerzahlen bei Zynga im April um 12,5 Prozent gesunken sind. Nicht genug der schlechten Nachrichten muss sich Zynga auch noch mit Clonern und Hackern herumschlagen.

Cloner und Hacker machen Zynga das Leben schwer
Einen Streit gibt es derzeit mit dem französischen Publisher Kobojo und dessen Social-Spiel "PyramidVille". Zynga wirft dem Unternehmen eine Markenschutzverletzung vor. Gamer könnten glauben, dass Spiel sei ein weiterer Zynga-Ableger und dessen "Ville"-Reihe, argumentiert Zynga. Zynga betreibt unter anderem die Facebook-Hitspiele CastleVille, CityVille und FarmVille.

Darüber hinaus nahmen Hacker das Zynga-Spiel YoVille ins Visier. Zwar haben es die Hacker geschafft, das Social-Game zu infiltrieren und virtuelle Gegenstände von Spielerkonten zu stehlen, private und sicherheitsrelevante Daten seien aber nicht kompromittiert worden, berichtet VentureBeat. Der Hack betraf rund 1.000 Spieler, während das Social-Game YoVille monatlich rund 1,5 Millionen Spieler verzeichnet. Häufen sich derartige Vorfälle, könnte das Vertrauen der Spieler in Zynga-Spiele sinken, was fatal für den Game-Entwickler aus San Francisco wäre, betreibt das Unternehmen die sechs populärsten Social-Games auf Facebook.

Zynga will weiter zukaufen
Zudem dürfte die Übernahme von OMGPop nicht die letzte Übernahme von Zynga gewesen sein. Zynga-Chef Mark Pincus kündigte im Interview mit Bloomberg an, dass Zynga in den nächsten fünf Jahren mehrere hundert Millionen US-Dollar für die Übernahme weiterer Spielentwickler ausgeben will.

Kurzportrait

Die im Jahre 2007 von Mark Pincus gegründete Zynga gilt als der führende Anbieter von sogenannten Social-Games, die überwiegend auf Facebook gemeinsam mit anderen Spielern gespielt werden.

Zu den von Zynga betriebenen Games gehören unter anderem die populären Spiele wie FarmVille, CityVille, Empires & Allies, Adventure World, Mafia Wars, FrontierVille oder Zynga Poker. Der Social-Spielentwickler verzeichnete zuletzt im Schnitt 232 Millionen aktive Nutzer in über 170 Ländern im Monat. Alle von Zynga betriebenen Spiele sind zunächst kostenlos zugänglich, die Spiele finanzieren sich durch Ingame-Verkäufe und den Verkauf von virtuellen Gegenständen und Online-Werbung.

Die Spiele von Zynga sind inzwischen nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Mobile-Plattformen wie iOS und Android verfügbar. Bekannt geworden ist Zynga vor allem durch seine Hit-Spiele FarmVille, CityVille und Empires & Allies.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Zynga vor allem durch Zukäufe. So wurde im November 2010 der Spielespezialist Newtoy (Words With Friend) übernommen. Anschließend verstärkte sich Zynga durch die Übernahme der japanischen Unoh, die nunmehr unter dem Namen Zynga Japan firmiert. Später kaufte Zynga den Social-Browser Flock. In 2010 schluckte Zynga das Entwicklerstudio Bonfire Studios, welches für die Spiele Age of Empires and Halo Wars verantwortlich zeichnet.

Mitte 2011 schluckte Zynga den in Kanada ansässigen Mobile-Spielentwickler Five Mobile. Dieses Team soll künftig unter dem Namen Zynga Toronto auftreten und für den Ausbau des Geschäfts in Kanada verantwortlich zeichnen. Mit diesem Vorstoß will sich Zynga gleichzeitig mehr Unabhängigkeit von der Facebook-Plattform verschaffen. Zuvor hatte Zynga bereits den Social-Game-Entwickler DANN Games geschluckt. Insgesamt tätigte Zynga in den vergangenen 12 Monaten bis Ende 2011 15 Zukäufe. Im März 2012 kaufte Zynga den Mobile-Spielentwickler OMGPop (Draw Something) für 180 Mio. Dollar.

Zynga erzielt nahezu seine gesamten Umsatzerlöse über Facebook (über Facebook Credits). An Zynga fließen etwa 70 Prozent der über Facebook erzielten Erlöse zurück. Das Abkommen zwischen Zynga und Facebook läuft in 2015 aus. Insgesamt beschäftigte Zynga zuletzt mehr als 2.000 Mitarbeiter weltweit.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: zynga

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