Zynga meldet sich zurück - Mobile- und Echtgeld-Glücksspiele im Visier

Social-Games

Freitag, 26. Oktober 2012 12:47
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(IT-Times) - Zynga-Aktien sind wieder gefragt. Nach dem es in den vergangenen Monaten mit Zynga-Aktien steil bergab ging und die Papiere von über 10 US-Dollar auf ein Rekordtief von 2,10 Dollar gefallen sind, zeichnet sich nunmehr eine Trendwende ab.

Das jüngste Quartal fiel weniger schwach aus als erwartet. Zynga hat seinen Umsatz um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 317 Mio. Dollar steigern können. Gleichzeitig revidierte Zynga seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr 2012 leicht nach oben. Dabei erwartet das Management nunmehr einen angepassten Gewinn von 152 bis 162 Mio. Dollar, zuvor hatte Zynga (Nasdaq: ZNGA, WKN: A1JMFQ) an dieser Stelle einen Gewinn von 147 bis 162 Dollar prognostiziert.

Der Optimismus begründet sich zum einen auf anvisierte Kostensenkungen und die jüngsten Erfolge mit neuen Spielen. Die anvisierten Kostenmaßnahmen (Stellenkürzungen, Schließung von Niederlassungen/Spiele) sollen im vierten Quartal zu Einsparungen von 15 bis 20 Mio. Dollar führen.

Durchbruch mit FarmVille 2 - Boom bei Mobile-Spielen
Darüber hinaus ist dem Unternehmen mit dem neuen Social-Game "FarmVille 2" ein Durchbruch gelungen, so Zynga CEO Marc Pincus. "FarmVille 2" hat inzwischen 61 Millionen aktive Nutzer im Monat, darunter 500.000 Gamer, die echtes Geld im Spiel ausgeben. An einem einzelnen Tag flossen schon mal 950.000 in das Spiel, wie der Branchendienst GamesBeat mit Verweis auf Zynga berichtet. Insgesamt wurde "FarmVille 2" in den ersten 21 Tagen 17 Millionen Mal installiert.

Die große Chance von Zynga liegt jedoch im Bereich Mobile-Games und Echtgeld-Glücksspiele. Trotz der Enttäuschung im Zusammenhang mit der OMGPOP-Akquisition ist Zynga inzwischen das viergrößte Mobile-Spielenetzwerk in den USA und stellt drei der Top-5 Mobile-Spiele. Laut Zynga CEO Marc Pincus erreicht Zynga inzwischen 30 Prozent der Mobile-Nutzer, die zehn Milliarden Minuten pro Monat Mobile-Spiele von Zynga spielen.

Zynga drängt in den Markt für Echtgeld-Glücksspiele
Einen weiteren wichtigen Schritt zu mehr Wachstum und Profitabilität hat Zynga durch die Kooperation mit bwin.party getan. Dadurch geht Zynga im Bereich Echtgeld-Glücksspiele in die Offensive. Gemeinsam mit bwin.party sollen im ersten Halbjahr 2013 Zynga-basierte Echtgeld-Glücksspiele in England vermarktet werden.

Während free-to-play Spiele in der Regel nur wenige Dollar pro Monat an Umsatz generieren, sind die Monetarisierungsmöglichkeiten bei Echtgeld-Glücksspielen deutlich besser. Bei Echtgeld-Casino-Spielen sind schon mal bis zu 100 US-Dollar pro Spieler und Monat zu erzielen - darauf wettet Zynga bei seiner neuen Kooperation.

Kurzportrait

Die im Jahre 2007 von Mark Pincus gegründete Zynga gilt als der führende Anbieter von sogenannten Social-Games, die überwiegend auf Facebook gemeinsam mit anderen Spielern gespielt werden.

Zu den von Zynga betriebenen Games gehören unter anderem die populären Spiele wie FarmVille, CityVille, Empires & Allies, Mafia Wars oder Zynga Poker. Der Social-Spielentwickler verzeichnete zuletzt im Schnitt 311 Millionen aktive Gamer im Monat in über 170 Ländern. Alle von Zynga betriebenen Spiele sind zunächst kostenlos zugänglich, die Spiele finanzieren sich durch Ingame-Verkäufe und den Verkauf von virtuellen Gegenständen und Online-Werbung.

Die Spiele von Zynga sind inzwischen nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Mobile-Plattformen wie iOS und Android verfügbar. Bekannt geworden ist Zynga vor allem durch seine Hit-Spiele FarmVille, CityVille und Empires & Allies.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Zynga vor allem durch Zukäufe. So wurde im November 2010 der Spielespezialist Newtoy (Words With Friend) übernommen. Anschließend verstärkte sich Zynga durch die Übernahme der japanischen Unoh, die nunmehr unter dem Namen Zynga Japan firmiert. Später kaufte Zynga den Social-Browser Flock. In 2010 schluckte Zynga das Entwicklerstudio Bonfire Studios, welches für die Spiele Age of Empires and Halo Wars verantwortlich zeichnet.

Mitte 2011 schluckte Zynga den in Kanada ansässigen Mobile-Spielentwickler Five Mobile. Dieses Team soll künftig unter dem Namen Zynga Toronto auftreten und für den Ausbau des Geschäfts in Kanada verantwortlich zeichnen. Mit diesem Vorstoß will sich Zynga gleichzeitig mehr Unabhängigkeit von der Facebook-Plattform verschaffen. Zuvor hatte Zynga bereits den Social-Game-Entwickler DANN Games geschluckt. Insgesamt tätigte Zynga in den vergangenen 12 Monaten bis Ende 2011 15 Zukäufe. Im März 2012 kaufte Zynga den Mobile-Spielentwickler OMGPop (Draw Something).

Zynga erzielt nahezu seine gesamten Umsatzerlöse über Facebook (über Facebook Credits). An Zynga fließen etwa 70 Prozent der über Facebook erzielten Erlöse zurück. Das Abkommen zwischen Zynga und Facebook läuft in 2015 aus. Insgesamt beschäftigte Zynga zuletzt mehr als 2.000 Mitarbeiter weltweit.

Zahlen

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