ZVEI: Starker Umsatzrückgang bei elektronischen Komponenten im Jahr 2009

Montag, 18. Mai 2009 12:18
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Starker Umsatzrückgang bei elektronischen Komponenten im Jahr 2009

München, 18. Mai 2009 – Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems im laufenden Jahr um 16 Prozent auf 13,2 Mrd. Euro zurückgehen. Damit setzt sich der negative Trend des Vorjahrs mit einem Minus von 8,4 Prozent fort. Erst 2010 wird der Abwärtstrend gestoppt und ein Plus von knapp fünf Prozent erwartet.

„Die negativen Auswirkungen auf die Nachfrage nach elektronischen Komponenten resultieren aus der inzwischen weltweiten Rezession, ausgelöst durch die globale Finanzkrise“, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands. Nachdem im Jahr 2007 nur ein moderater Umsatzrückgang von 1,4 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 17,1 Mrd. Euro zu verzeichnen war, verschärfte sich aufgrund des schwachen vierten Quartals 2008 dieser Trend. Damit ist der Markt im vergangenen Jahr um gut acht Prozent auf insgesamt 15,7 Mrd. Euro geschrumpft. Der Abschwung wird sich nach der Prognose der Marktexperten im Jahr 2009 weiter verstärken. Es wird für 2009 mit einem Umsatzeinbruch um 16 Prozent auf gut 13 Mrd. Euro gerechnet.

Während der Umsatzrückgang in Deutschland im vergangenen Jahr hauptsächlich auf die schwachen Halbleiterumsätze mit einem Minus von 13 Prozent zurückzuführen war, werden im laufenden Jahr alle Bereiche deutlich zurückgehen: Die Spanne bewegt sich zwischen minus 13 Prozent bei Elektromechanischen Bauelementen bis minus 23 Prozent bei Integrierten Schichtschaltungen. Halbleiter-Bauelemente, die den deutschen Bauelemente-Markt nach wie vor mit einem Anteil von etwa 60 Prozent dominieren, werden um 16 Prozent zurückgehen, so die Prognose der Marktexperten im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Schwergewicht Kfz-Elektronik belastet den Markt

Im Segment der Halbleiter ist der Umsatz im vergangenen Jahr um etwas mehr als 13 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro gesunken. Für das laufende Jahr wird mit einem Umsatzrückgang von 16 Prozent auf einen Umsatz von 7,8 Mrd. Euro gerechnet. Diese Entwicklung ist auf die Umsatzrückgänge der Treibersegmente Kfz- und Industrie-Elektronik mit minus 18,3 bzw. minus 11,8 Prozent sowie den starken Umsatzrückgang von knapp 16 Prozent bei der Datentechnik – die einen Anteil von etwa 30 Prozent am deutschen Halbleitermarkt einnimmt – zurückzuführen. Die Telekommunikation wies bereits im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 44 Prozent auf. Sie wird dieses Jahr mit einem Umsatzminus von 16 Prozent abschließen, so die Prognose.

Für den deutschen Markt der Passiven Bauelemente erwarten die Experten des ZVEI im Jahr 2009 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Bereits im vergangenen Jahr musste ein Umsatz­rückgang von 3,5 Prozent (1,52 Mrd. Euro) hingenommen werden. Aufgrund der anhaltenden Absatzschwäche in der Automobilbranche wird im Jahr 2009 ein Umsatzrückgang von 22 Prozent auf ein Volumen von 446 Mio. Euro in diesem mit 37 Prozent Marktanteil wichtigsten Abnehmersegment der Passiven Bauelemente erwartet. Neue Applikationen, z. B. zur Verbrauchs- und CO2-Reduzierung, werden nicht ausreichen, den Markteinbruch auszugleichen.

Als zweitgrößtes Marktsegment mit einem Anteil von 33 Prozent schloss der Bereich der Industrie-Elektronik das vergangene Jahr mit einem Umsatz von 491 Mio. Euro ab. Das entspricht einem moderaten Rückgang von knapp einem Prozent. Dies ist auf die solide Nachfrage der Maschinenbauindustrie bis zum Ende des Jahres 2008 zurückzuführen. Seit Anfang 2009 hat sich die Lage in diesem Marktsegment aber ebenfalls deutlich verschlechtert. In Folge wird für 2009 von einem Umsatzrückgang von über 18 Prozent, auf gut von 400 Mio. Euro, ausgegangen. Allerdings wird der Abwärtstrend im kommenden Jahr mit einem Wachstum von gut vier Prozent gestoppt, so die Erwartung der ZVEI-Experten.

Während die Gruppe der Elektromechanischen Bauelemente zu denen Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen zählen, im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von gut drei Prozent auf 2,9 Mrd. Euro verbuchen konnte, wird für das laufende Jahr ein Rückgang von 13 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro erwartet. So werden alle Bereiche ohne Ausnahme Umsatzrückgänge zwischen 6,4 Prozent im Bereich Konsumelektronik bis hin zu einem Rückgang von 18 Prozent im Marktsegment Kfz-Elektronik hinnehmen müssen. Dabei hinterlässt der starke Einbruch in der Automobilbranche deutliche Spuren; der Anteil der Kfz-Elektronik am deutschen Markt für Elektronmechanische Bauelemente liegt bei gut 40 Prozent. Positive Impulse versprechen neue Applikationen in der Photovoltaik. Diesem Segment wird, nicht zuletzt aufgrund gesetzlich garantierter Förderungen, ein starkes Wachstum vorhergesagt und damit eine steigende Nachfrage nach Bauelementen.

Der Verband der Leiterplattenindustrie beim ZVEI meldete für das vergangene Jahr auf dem inländischen Leiterplattenmarkt ein Minus von 6,6 Prozent auf einen Umsatz von 1,35 Mrd. Euro. Die Wirtschaftsrezession und die damit einhergehende Absatzschwäche in der Automobilbranche sind auch hier wesentliche Ursachen. So wird für das laufende Jahr ein Umsatzrückgang von ca. 15 Prozent auf ein Marktvolumen von 1,15 Mrd. Euro erwartet. Je ein Drittel des Umsatzes wird in den Bereichen Kfz- und Industrie-Elektronik erzielt, gefolgt vom Bereich Telekommunikation mit 18 Prozent. Alle drei Bereiche erwarten im laufenden Jahr zweistellige Umsatzrückgänge von entsprechend ca. 17 Prozent in der Kfz-Elektronik, 11,5 Prozent in der Industrie-Elektronik und 18 Prozent in der Telekommunikation. Für das kommende Jahr wird – analog zu den anderen Bereichen – ein Wachstumsplus von gut vier Prozent erwartet.

Meldung gespeichert unter: ZVEI

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