Zeebo - Die Spielekonsole für Schwellenländer

Freitag, 3. April 2009 12:54
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(IT-Times) Nun ist sie auf dem Markt: Zeebo. Es ist die neuartige Spielkonsole, die ein neues Feld beackert, auf dem die drei Platzhirsche Wii (Nintendo), PlayStation (Sony) und X-Box (Microsoft) bislang kaum präsent sind: Die Zeebo wird in Brasilien auf dem Markt eingeführt und das ist symptomatisch. Sie soll vor allen in Schwellenländern vermarktet werden. Schlagkräftige Unterstützung konnte das Zeebo-Team durch den US-Chiphersteller Qualcomm gewinnen, der bislang für seine Produkte in der Mobilfunkbranche bekannt ist.
 

Spiele aus dem Mobilfunknetz

Genau das ist auch der Ansatz, den Zeebo verfolgt. Anders als die oben genannten drei etablierten Konsolen-Vermarkter setzt das Unternehmen nicht auf die Hardware und Spieltitel, die anschließend auf physischen Datenträgern gekauft werden müssen. Vielmehr setzt man bei Zeebo darauf, dass die Spiele durch schnelle Netzwerktechnologie, wie sie im Mobilfunkbereich aufgebaut wird, herunter geladen und dann gespielt werden können. Damit macht sich Zeebo auch weniger anfällig gegen Raubkopien, wie es die explizit auf die Konsolen von Sony, Nintendo und Microsoft zugeschnittenen Spieletitel sind. Zunächst kommt die Konsole in Brasilien auf dem Markt, weitere Ländermärkte in Süd- und Lateinamerika sollen folgen. Auch China, Russland und weitere asiatische Länder stehen auf dem Strategiepapier von Zeebo. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll sich nach Unternehmensangaben in diesen Ländermärkten eine Mittelschicht etablieren, die dann eine Gesamtzahl von 800 Millionen Menschen aufweist. Das ist die Zielgruppe, auf die man bei Zeebo setzt. In Brasilien soll die Konsole für 199 US-Dollar zu haben sein. Angeblich wird jedoch schon darüber nachgedacht, die Konsole auch für 179 oder 149 US-Dollar zu verkaufen.
 

Die namhaften Spiele-Entwickler ziehen mit
 

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Technisch ist an der Zeebo zumindest für den Konsolenmarkt neu, dass sie mit einem leistungsfähigen Mobilfunkchip ausgestattet ist. Ansonsten erinnern die technischen Daten eher an die Anfangszeiten auf dem Konsolenmarkt. So ist die Zeebo mit einem Prozessor ausgestattet, der 529 Mhz Leistung bereit stellt. Der Arbeitsspeicher ist mit 128 MB ebenfalls relativ knapp bemessen, auf ein CD- oder DVD-Laufwerk wird von vornherein verzichtet und auch eine Festplatte sucht man vergebens. Dafür ist die Konsole mit einem 1 GB großen Flashspeicher ausgestattet. Der Grafikchip bringt es auf 640x480 Bildpunkte. Vier Spiele sollen auf der Konsole bereits vorinstalliert sein (darunter FIFA 09 und Action Hero 3D), ein fünftes, etwa Need for Speed, kann man zusätzlich frei wählen. Spiele, die man via Hochgeschwindigkeits-Mobilfunkzugang herunterladen kann, sollen rund zehn US-Dollar kosten und damit nur ein Bruchteil der Spiele-Titel der etablierten Konsolen-Hersteller. Die großen Spiele-Entwickler haben bereits zugesagt, ihre Unterstützung anzubieten und ihre Games auch für die Zeebo zu lizenzieren. Das macht auch durchaus Sinn. Durch die günstigen Preise und die zugleich potenziell hohe Kundenzahl sichern sich die Hersteller auch ein Stückchen vom Umsatzkuchen, der in dieser Preisklasse ansonsten eher allein unter Raubkopierern aufgeteilt wird. Und so sind Electronic Arts, Activision, Namco, Capcom, Sega and id Software mit von der Partie. Deren Spiele sollen hierzu auf zehn bis 50 MB heruntergedampft werden, um sie relativ schnell herunter laden zu können. Der Charme der Zeebo liegt tatsächlich darin, dass sie nicht verwirklicht, was technisch machbar ist, sondern das, was sich ihre Nutzer leisten können – oder vielleicht auch wollen.
 

Meldung gespeichert unter: Zeebo

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