Yandex leidet unter zunehmenden Wettbewerb durch Google

Montag, 14. Mai 2012 13:37
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(IT-Times) - Russlands führende Suchmaschine Yandex ist gut ins neue Jahr gestartet und hat für das erste Quartal 2012 seinen Umsatz um 51 Prozent und den Nettogewinn um 53 Prozent steigern können. Dabei profitierte Yandex vom Wachstum im russischen Internetmarkt, der noch in den Kinderschuhen steckt, haben derzeit nur die Hälfte der russischen Einwohner einen Internetzugang.

Yandex verliert weiter Marktanteile - Google holt auf
Allerdings hat sich auch der Wettbewerb im russischen Suchmaschinenmarkt weiter intensiviert. Vor allem der Weltmarktführer Google macht Yandex (Nasdaq: YNDX, WKN: A1JGSL) im Heimatmarkt das Leben schwer. Kam Yandex im Jahr vorher noch auf einen Marktanteil von 65 Prozent, sank der Marktanteil der Russen im ersten Quartal 2012 auf 59,4 Prozent, während Google seinen Marktanteil leicht auf 25,7 Prozent steigern konnte. Bis Ende April konnte Yandex seinen Marktanteil wieder leicht bei 60 Prozent stabilisieren, so die Marktforscher aus dem Hause Liveinternet.

Das Hauptrisiko für Yandex sei der intensive Wettbewerb, glaubt auch Troika-Analystin Anna Lepetukhina. Yandex müsse seine Investitionsausgaben erhöhen, um die Konkurrenz weiter auf Abstand halten zu können. Yandex benötige zudem mehr und vor allem bessere Serviceangebote, meint die Analystin.

Tatsächlich kann Google in Russland gleich auf mehrere Wettbewerbsvorteile bauen. Zum einen ist Google eine Weltmarke mit hohem Bekanntheitsgrad, zum anderen kann Google seine Suchservices über seinen populären Web-Browser Chrome und sein Mobile-Betriebssystem Android prominent ins Szene setzen. Auch ist Google mit Google+ mit einem eigenen Social-Netz am Start.

Yandex will nicht in den Social-Networking-Markt - Konzentration aufs Kerngeschäft
Yandex hegt derzeit keine Pläne in den Social-Networking-Markt einzusteigen, jedoch will sich das Unternehmen weiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren und seine Suchmaschine weiter verbessern, heißt es aus dem Unternehmen. So will Yandex in neuen Märkten in Europa und Asien Fuß fassen, in denen Internetnutzer oft nur eine Wahl haben, nämlich Google.

Dass diese Strategie funktionieren kann, zeigt das Beispiel Türkei. Seit kurzem ist Yandex mit zwei Serviceangeboten in der Türkei präsent. Die Nutzerzahlen haben sich seit Januar auf 390.000 Nutzer im März verdoppelt, so Yandex. Zudem versucht das Unternehmen mit weiteren Produkten bei den Konsumenten zu punkten. Im ersten Quartal brachten die Russen den Yandex Navigator für iOS-Geräte und Yandex.Shell für Android an den Start.

Yandex bald Standard-Suchmaschine auf iOS-Geräten in Russland?
Zudem soll sich Yandex nach Medienberichten zufolge mit Apple im Gespräch befinden, um Yandex als Default-Suchmaschine auf iOS-Geräte zu bringen. Ähnliche Deals hatte Yandex bereits für Windows Phone- und Samsung Bada-Geräte unter Dach und Fach gebracht. Die Chancen stehen gut, dass Yandex mit Apple ins Geschäft kommt, da sich der Mac-Hersteller und der Internetgigant aus Amerika nicht mehr grün sind.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in Moskau ansässige Yandex ging 1997 bereits mit der ersten kyrillischen Suchmaschine unter Yandex.ru an den Start. Heute ist Yandex ist dominierende Suchmaschine in Russland. Seit Mai 2011 ist Yandex unter Yandex.com auch in einer englischsprachigen Version verfügbar.

Neben dem russischen Suchmaschinenmarkt, ist Yandex aber auch in der Ukraine, Weißrussland und in Kasachstan aktiv. Daneben bietet Yandex aber auch eine Reihe von Location-basierten Services wie Yandex.News, Yandex.Market, Yandex.Mail und Yandex.Maps an.

Haupteinnahmequelle des Unternehmens sind Online-Werbung, Anzeigenwerbung, sowie sponsored Links. Neben dem Hauptsitz in Moskau betreibt Yandex noch weitere Büros in St. Petersburg, Yekaterinburg, Novosibirsk, Kazan, Odessa, Simferopol, Kiev sowie im kalifornischen Palo Alto. Zudem unterhält Yandex auch den größten Server-Park in Russland.

Ursprünglich wurde Yandex innerhalb des Telekomunternehmens CompTek von Gründungsdirektor und dem heutigen Yandex-Chef Arkadi Wolosch mitgegründet. Gemeinsam mit dem Apersjan-Labor konnte in den 90er Jahren das Problem der Hypothesen in der russischen Sprache erfolgreich gelöst werden. Diese Problemlösung gilt heute als Hauptvorteil von Yandex gegenüber Google, da Yandex mit russischen Verbformen besser zu recht kommt, als der große Konkurrent Google. Anfang 2012 schloss Yandex eine Kooperation mit Twitter, wodurch öffentliche Tweets künftig auch durch Yandex erfasst werden.

In 2011 kaufte Yandex das Analysis- und Technologieteam von WebVisor, als auch den Plugin-Entwickler Loginza und das Social-Newsstartup "The Tweeted Times".

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