Yahoos kleine Schritte

Montag, 29. Januar 2007 00:00

(IT-Times) Das amerikanische Internet-Portal Yahoo! (Nasdaq: YHOO<YHOO.NAS>, WKN: 900103<YHO.FSE>) sieht sich wieder im Aufwind. Zwar blieb der Ausblick des Unternehmens für das Jahr 2007 zunächst hinter den Erwartungen zurück, doch die Ankündigung das Projekt Panama um zwei Monate vorzuziehen, sorgte für Verzückung an der Börse und lies den Yahoo!-Kurs zunächst kräftig steigen.

Panama, ein neues Werbesystem, dass Anzeigen noch effektiver in Webseiten einbinden wird, soll die Wende bei Yahoo! bringen, nachdem man zuletzt weiter hinter dem Branchenprimus Google hinterher hinkte. US-Werber seien bereits auf das neue System umgestellt worden, so Yahoo!-Chef Terry Semel. In internationalen Märkten, angefangen mit Japan, soll das System im Laufe des zweiten Quartals kommen.

Fortschritte im Bereich Social-Networking

Auch in anderen Bereichen macht Yahoo! Fortschritte. Zwar blieb bislang der ganz große Coup, wie zum Beispiel eine Übernahme von Facebook aus, doch verstärkte sich Yahoo! mit gezielten Zukäufen in einem der wachstumsstärksten Bereiche, die zuletzt vor allem von der Community-Plattform MySpace.com stark geprägt wurde. Nach dem man zuvor bereits die Foto-Sharing-Seite Flickr aufgekauft hatte, folgten mit Blix, Wretch sowie mit MyBlogLog zwei weitere Übernahmen, die Yahoo! im Bereich Social Media weiter voranbringen sollen. Allein Yahoo! Answers verzeichnete zuletzt 75 Mio. Besucher im Monat, während das Angebot Google Answers aufgegeben wurde.

Die Webangebote Flickr, del.ico.us und Yahoo! Video zogen zuletzt weitere 25 Mio. Besucher im Monat an, so dass man im Bereich Social Media inzwischen mehr als 100 Mio. Besucher erreiche, heißt es bei Yahoo!. 50 Prozent der Nutzer seien dabei unter 35 Jahre alt, womit man sich von der demografischen Perspektive gegenüber konkurrierenden Angeboten wie MySpace.com und Facebook im Vorteil sieht.

Doch während Yahoo! eifrig an Panama und an seiner Social-Networking-Strategie bastelt, rollt schon wieder die nächste Trendwelle heran, die das Internet maßgeblich verändern könnte. YouTube-Gründer Chad Hurley kündigte an, Werbeumsätze mit seinen Nutzern teilen zu wollen - damit dürfte YouTube-Eigner Google seinen Rivalen Yahoo! einmal mehr unter Zugzwang setzen…

Kurzportrait

Das Internet-Unternehmen Yahoo! wurde ursprünglich im Jahre 1994 von den Studenten Jerry Yang und David Filo als Internet-Suchmaschine gegründet. Die Suchmaschine Yahoo! sollte das Navigieren im weltweiten Datennetz erleichtern und das Auffinden von Informationen vereinfachen. Heute präsentiert sich das Unternehmen als vollwertiges Internet-Portal, welches seinen weltweit mehr als 400 Mio. Nutzern im Monat umfassende Services und Zusatzdienste bietet.

Der eigentliche Aufstieg der Gesellschaft begann im Jahre 1996 mit dem Börsengang an die Nasdaq. So folgten bereits zwei Jahre nach dem IPO die Übernahmen der weniger bekannten Internet-Unternehmen WebCal, Viaweb, HyperParallel und Yoydyne Entertainment. Im Jahre 1999 nutzte das Unternehmen geschickt die hohe eigene Börsenbewertung für weitere milliardenschwere Zukäufe. So wurde unter anderem die weltweit führende Online-Gemeinschaft GeoCities, wie auch der Internet-Dienst broadcast.com übernommen. Mit der Akquisition von Online Anywhere, Encompass und Log-Me-On.com stillte das Unternehmen seinen Expansionsdrang. Nach und nach wurden Auslandstöchter gegründet und das inhaltliche Angebot weiter ergänzt, so dass Yahoo! bereits im Jahre 1998 ein umfassendes Inhaltsangebot anbieten konnte und nicht länger nur als Suchmaschine fungierte.

In den Jahren 1999 bis 2000 ergänzte das Unternehmen sein Angebot durch weitere Special-Interest-Angebote. Im Jahre 2001 folge schließlich die Übernahme des Online-Musikdienstes Launch Media. Mit der Akquisition der Online-Stellenbörse HotJobs.com konnte Yahoo! den Mitbieter TMP Worldwide ausstechen. Im Jahr 2002 übernahm das Internet-Portal den Suchmaschinenspezialisten Inktomi, um seine Suchfunktionen weiter zu stärken. Im Jahr 2003 verstärkte sich Yahoo! durch die Übernahme von Overture Services für rund 1,8 Mrd. Dollar im Bereich „sponsored Links“, um dem bisherigen Marktführer Google die Stirn zu bieten. Danach folgte die Übernahme des chinesischen Suchspezialisten 3721 Network Software für 120 Mio. Dollar. Dann übernahm Yahoo! den Web-Spezialisten Musicmatch und den VoIP-Spezialisten DialPad Communications. Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! für insgesamt einer Mrd. Dollar mit 40 Prozent an Chinas führendem E-Commerce Unternehmen Alibaba.com. Zuletzt übernahm Yahoo! den Bookmark-Dienst Del.icio.us sowie die Musik-Community Webjay. Im Juni 2006 erwarb Yahoo! zehn Prozent an dem südkoreanischen E-Commerce-Spezialisten GMarket. Gleichzeitig kaufte Yahoo! den Video-Editor Jumpcut. Im Herbst folgte schließlich die Akquisition des Online-Werbespezilaisten AdInterax. Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! mit 20 Prozent an der New Yorker Right Media Inc. Ende 2006 übernahm Yahoo! über seine Einheit Yahoo! Kimo die taiwansche Social-Media-Plattform WRETCH. Anfang 2007 kaufte man die Online-Community MyBlogLog.

Die Einnahmequelle Werbeeinnahmen trägt jedoch nach wie vor die Mehrheit der gesamten Yahoo!-Umsätze. Durch Kooperationen mit SBC Communications und BT vermarktet Yahoo! auch erfolgreich Breitbandzugangsservices. Die beiden Firmengründer David Filo und Jerry Yang halten nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Yahoo!.

Zahlen

So berichtet Yahoo! von einem Umsatzanstieg auf 1,7 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal, ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoumsatz abzüglich Partnerprovisionen kletterte um 15 Prozent auf 1,23 Mrd. Dollar. Der Gewinn brach zunächst um 61 Prozent auf 268,7 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie ein, nachdem im Jahr vorher noch ein Plus von 683,2 Mio. Dollar oder 46 US-Cent je Aktie je Aktie zu Buche stand. Allerdings konnte Yahoo! im Vorjahreszeitraum einen Einmalertrag von 310 Mio. Dollar verbuchen.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderfaktoren ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 16 US-Cent je Aktie, womit Yahoo! die Erwartungen der Analysten um drei US-Cent übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 1,22 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 13 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt konnte Yahoo! im vierten Quartal einen positiven Cashflow von 167 Mio. Dollar aus dem operativen Geschäft generieren, ein Zuwachs von 65 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2006 meldet Yahoo! einen Umsatzanstieg auf 6,42 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 22 Prozent gegenüber 2006. Der Nettogewinn zog auf 723 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie an, nach einem Plus von 647 Mio. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Markt und Wettbewerb

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