Yahoo! meldet sich zurück - neue Strategie trägt erste Früchte

Internet-Portal kehrt auf den Wachstumskurs zurück

Donnerstag, 31. Januar 2013 13:55
Yahoo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Das Internet-Portal Yahoo! hat erstmals seit vier Jahren wieder ein Umsatzwachstum ausweisen können. Noch ist das Unternehmen aber noch lange nicht über den Berg. Insgesamt steigt jedoch das Vertrauen und die Zuversicht der Anleger über die Führungsqualitäten der neuen Yahoo!-Chefin Marissa Mayer.

Mayer hat sich dabei drei Ziele gesetzt, die mittelfristig umgesetzt werden sollen. Die drei größten Herausforderungen sieht die Ex-Google-Managerin darin, den Nutzungsgrad von Yahoo! (Nasdaq: YHOO, WKN: 900103) zu erhöhen, die internationale Präsenz weiter auszubauen und ein breiteres Publikum hindurch alle Altersschichten zu erreichen.

Yahoo! holt sich Talente ins Haus
Wie diese Ziele im Detail erreicht werden sollen, ist noch nicht ganz klar. Zunächst will Mayer talentiertes Personal ins Unternehmen holen. Erste Schritte in diese Richtung hat Yahoo! mit den jüngsten Übernahmen bereits getan. So wurden in den letzten Wochen und Monaten die Startups Snip.it, OnTheAir und Stamped übernommen. Darüber hinaus hat Yahoo! im vierten Quartal nach Aussagen von Mayer 120 neue Mitarbeiter mit Fachgebiet Computerwissenschaften ins Haus geholt.

Bei Yahoo! hat man insgesamt ein Dutzend Produkte identifiziert, auf die man sich im Unternehmen konzentrieren und ausbauen will. Ein erster Vorgeschmack was künftig von Yahoo! zu erwarten ist, wurde im Dezember offensichtlich. Das Unternehmen hat mit Flickr und Yahoo! Mail neue Mobile Apps veröffentlicht, die offenbar gut bei den Nutzern angekommen sind.

Yahoo! sieht große Chancen bei der Suche, Display, Mobile und Video
Die größten Wachstumschancen für Yahoo! sieht Mayer dann auch im Bereich Suche, Display, Mobile und Video. Insbesondere im Suchmaschinengeschäft sieht die Yahoo!-Chefin noch viel Platz für weitere Verbesserungen.

Neben dem Nutzerwachstum dürfte die Vergrößerung der internationalen Reichweite wohl die größte Herausforderung für Yahoo! sein. Der Grund: 75 Prozent des Unternehmensumsatzes erzielt Yahoo! derzeit in der Amerika-Region. Will Yahoo! künftig auf dem weltweiten Internetmarkt eine Rolle spielen, muss sich dies ändern.

Aus diesem Grunde erwarten Marktbeobachter bei Yahoo! dann auch weitere kleine Zukäufe, wie es Yahoo! bereits in den vergangenen Monaten vorexerziert hat. Ob dies allein ausreicht, um Yahoo! wieder zur einstigen Größe zu verhelfen, bleibt abzuwarten. Analysten sehen Yahoo! nach den jüngsten Zahlen jedenfalls auf den richtigen Weg.

Kurzportrait

Das Internet-Unternehmen Yahoo! wurde ursprünglich im Jahre 1994 von den Studenten Jerry Yang und David Filo als Internet-Suchmaschine gegründet. Die Suchmaschine Yahoo! sollte das Navigieren im weltweiten Datennetz erleichtern und das Auffinden von Informationen vereinfachen. Heute präsentiert sich das Unternehmen als vollwertiges Internet-Portal, das seinen weltweit über 600 Millionen Nutzern im Monat umfassende Services und Zusatzdienste anbietet.

Nach und nach wurden Auslandstöchter gegründet und das inhaltliche Angebot weiter ergänzt, so dass Yahoo! bereits im Jahre 1998 ein umfassendes Inhaltsangebot anbieten konnte und nicht länger nur als Suchmaschine fungierte. In den vergangenen Jahren verstärkte sich Yahoo! durch zahlreiche Übernahmen.

Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! mit insgesamt einer Mrd. Dollar mit 40 Prozent an Chinas führendem E-Commerce Unternehmen Alibaba und brachte damit seine China-Aktivitäten in das Venture mit ein. In 2012 verkaufte Yahoo! einen 20%igen Anteil an Alibaba wieder. Daneben hält Yahoo! noch eine 35%ige Beteiligung an Yahoo! Japan.

Später übernahm Yahoo! den Bookmark-Dienst Del.icio.us sowie die Musik-Community Webjay. Anfang 2007 kaufte man die Online-Community MyBlogLog. Später übernahm Yahoo! den Spezialisten Right Media vollständig. Mitte 2007 schluckte Yahoo! die Webseite Rivals.com, das Werbenetzwerk BlueLithium und die Newsseite BuzzTracker. Anfang 2008 übernahm Yahoo! die Videoplattform Maven Networks und den Marketing-Spezialisten IndexTools. Ende 2008 trennte sich Yahoo! von seiner Preissuchmaschine Kelkoo. Im Herbst 2009 schluckte Yahoo! die arabische Internet-Community Maktoob.com. Anfang 2010 trennte sich Yahoo! wieder von Zimbra und verkaufte den Email-Spezialisten an VMware. Anfang 2010 wurde die indonesische Koprol übernommen, zudem wurden Dapper und Citizen Sports aufgekauft. In 2011 schluckte Yahoo! neben IntoNow, auch den Spezialisten interclick. Im Herbst 2012 schluckte Yahoo! das Mobile-Startup Stamped.

Die Einnahmequelle Online-Werbung trägt nach wie vor die Mehrheit der gesamten Yahoo!-Umsätze. Durch Kooperationen mit AT&T und BT vermarktet Yahoo!! auch erfolgreich Breitbandzugangsservices. Die beiden Firmengründer David Filo und Jerry Yang halten nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Yahoo!.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Yahoo!! einen Nettoumsatz ausgenommen sogenannter Traffic-Akquisitionskosten (TAC) von 1,22 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn schrumpfte zunächst um acht Prozent auf 272 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 296 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Der Nettogewinn (Non-GAAP) kletterte dabei auf 283 Mio. US-Dollar oder 32 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 259 Mio. US-Dollar im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Yahoo!! die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld nur mit Einnahmen von 1,21 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 28 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Yahoo

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