Yahoo meldet sich zurück

Mittwoch, 17. Oktober 2007 12:58
Yahoo Unternehmenslogo

(IT-Times) Das weltweit meistbesuchte Internet-Portal Yahoo! (Nasdaq: YHOO, WKN: 900103) kann für das vergangene Quartal mit positiven Zahlen überraschen. Trotz eines Gewinnrückgangs deutet sich eine Rückkehr auf den Wachstumspfad an.

Während der Gesamtumsatz um rund 14 Prozent anzog, verzeichnete man im Bereich Marketing-Services ein Wachstum von 22 Prozent. Hier schlug sich nicht zuletzt die Einführung der neuen Werbeplattform Panama positiv nieder. Um langfristig gegen Google & Co bestehen zu können, will Yahoo vor allem auf Offenheit, seine enorme Reichweite und maßstabsetzende Lösungen setzen.

So sollen künftig keine zusätzliche Ressourcen auf Nebenschauplätze vergeudet werden, sondern auf die drei Kernbereiche Yahoo News, Yahoo Sports und Yahoo Finance konzentriert werden, wo Yahoo heute schon eine marktführende Stellung einnimmt. Yahoo will wieder zur ersten Anlaufstelle im Netz avancieren und eine interaktive Community rund um seine Dienste aufbauen.

Zugleich deutete Yahoo die Integration und Schließung weiterer Einzeldienste an, um sein Online-Netz zu straffen. So soll Yahoo! 360 stärker in das Yahoo-Netzwerk integriert werden. In diesem Zusammenhang will sich Yahoo auch strategische Optionen für seinen Kelkoo-Dienst in Europa offenhalten.

Yahoo soll offener werden
Insgesamt will Yahoo seine Webseiten stärker für dritte Entwickler öffnen, womit Anwendungen in Yahoo-Seiten künftig schneller und einfacher integrierbar sein sollen. Zu diesem Zweck will Yahoo sogar seine Daten zur Verfügung stellen, damit Entwickler ihre Anwendungen integrieren können. Ziel sei es, eine motivierte Entwickler-Community rund das Yahoo-Netz aufzubauen, welche Millionen von Yahoo-Nutzern mit täglichen neuen Mini-Anwendungen und Services versorgen soll, heißt es aus dem Management.

Höhere Klickraten durch neuen Algorithmus
Durch seine neue Panama-Plattform sieht sich Yahoo in seiner Flexibilität gestärkt. Erweiterungen und zusätzliche Features sollen schneller integriert werden. So habe man im Laufe des zweiten Quartals ein Preissystem auf Qualitätsbasis eingeführt. Seit gestern gibt es auch eine Domain-Kontrolle im System, um Werbetreibende bessere Kontrollmöglichkeiten bei ihren Kampagnen an die Hand zu geben. Beide Features sollen zu einer besseren Performance und niedrigerenn Kosten bei Werbetreibenden führen.

Bei der Performance sieht Yahoo ebenfalls noch gewaltiges Potential. Durch die Einführung neuer Algorithmen sollen die sogenannten Click-Trough-Raten auf den Yahoo-Seiten auf über 40 Prozent steigen. Dies will man nicht zuletzt dadurch erreichen, dass man die Surfgewohnheiten des Nutzers durch die Analyse der verschiedenen Informationsdatenbanken besser kennt und so die richtigen Inhalte auf der Webseite einblendet, die den Nutzer auch interessieren.

Dabei träumt Yahoo von einer Verbesserung der Click-Trough-Raten von 100 Basispunkten, was zwei Mrd. zusätzliche Seiteneinblendungen bedeuten würde. Durch die höhere Relevanz der präsentierten Inhalte, verbessertes Targeting und Personalisierungsfunktionen will Yahoo mehr Seitenaufrufe generieren, was wiederum zu steigenden Werbeplätzen führen soll.

Kurzportrait

Das Internet-Unternehmen Yahoo! wurde ursprünglich im Jahre 1994 von den Studenten Jerry Yang und David Filo als Internet-Suchmaschine gegründet. Die Suchmaschine Yahoo! sollte das Navigieren im weltweiten Datennetz erleichtern und das Auffinden von Informationen vereinfachen. Heute präsentiert sich das Unternehmen als vollwertiges Internet-Portal, das seinen weltweit mehr als 470 Mio. Nutzern im Monat umfassende Services und Zusatzdienste bietet.

Der eigentliche Aufstieg der Gesellschaft begann im Jahre 1996 mit dem Börsengang an die Nasdaq. So folgten bereits zwei Jahre nach dem IPO die Übernahmen der Internet-Unternehmen WebCal, Viaweb, HyperParallel und Yoydyne Entertainment. Im Jahre 1999 nutzte das Unternehmen geschickt die hohe eigene Börsenbewertung für weitere milliardenschwere Zukäufe. So wurde unter anderem die weltweit führende Online-Gemeinschaft GeoCities, wie auch der Internet-Dienst broadcast.com übernommen. Mit der Akquisition von Online Anywhere, Encompass und Log-Me-On.com stillte das Unternehmen seinen Expansionsdrang. Nach und nach wurden Auslandstöchter gegründet und das inhaltliche Angebot weiter ergänzt, so dass Yahoo! bereits im Jahre 1998 ein umfassendes Inhaltsangebot anbieten konnte und nicht länger nur als Suchmaschine fungierte.

In den Jahren 1999 bis 2000 ergänzte das Unternehmen sein Angebot durch weitere Special-Interest-Angebote. Im Jahr 2001 folge die Übernahme des Online-Musikdienstes Launch Media. Mit der Akquisition der Online-Stellenbörse HotJobs.com konnte Yahoo! den Mitbieter TMP Worldwide ausstechen. Im Jahr 2002 übernahm das Internet-Portal den Suchmaschinenspezialisten Inktomi, um seine Suchfunktionen weiter zu stärken. Im Jahr 2003 verstärkte sich Yahoo! durch die Übernahme von Overture Services im Bereich „sponsored Links“, um dem bisherigen Marktführer Google die Stirn zu bieten. Danach folgte die Übernahme des chinesischen Suchspezialisten 3721 Network Software. Anschließend übernahm Yahoo! den Web-Spezialisten Musicmatch und den VoIP-Spezialisten DialPad Communications. Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! für insgesamt einer Mrd. Dollar mit 40 Prozent an Chinas führendem E-Commerce Unternehmen Alibaba.com und brachte damit gleichzeitig seine China-Aktivitäten in das Venture mit ein. Zuletzt übernahm Yahoo! den Bookmark-Dienst Del.icio.us sowie die Musik-Community Webjay. Im Juni 2006 erwarb Yahoo! zehn Prozent an dem südkoreanischen E-Commerce-Spezialisten GMarket. Gleichzeitig kaufte Yahoo! den Video-Editor Jumpcut. Im Herbst folgte schließlich die Akquisition des Online-Werbespezilaisten AdInterax. Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! mit 20 Prozent an der New Yorker Right Media. Ende 2006 übernahm Yahoo! über seine Einheit Yahoo! Kimo die taiwansche Social-Media-Plattform WRETCH. Anfang 2007 kaufte man die Online-Community MyBlogLog. Später übernahm Yahoo den Spezialisten Right Media vollständig. Mitte 2007 schluckte Yahoo die Webseite Rivals.com, das Werbenetzwerk BlueLithium sowie den Email-Spezialisten Zimbra und die Newsseite BuzzTracker.

Die Einnahmequelle Werbeeinnahmen trägt nach wie vor die Mehrheit der gesamten Yahoo-Umsätze. Durch Kooperationen mit SBC Communications und BT vermarktet Yahoo! auch erfolgreich Breitbandzugangsservices. Die beiden Firmengründer David Filo und Jerry Yang halten nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Yahoo!, wobei Jerry Yang in 2007 den glücklosen Terry Semel als Yahoo-CEO ablöste.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2007 meldete Yahoo einen Umsatzanstieg auf 1,77 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Abzüglich Kommissionen, die an Werbepartner überwiesen wurden, konnte Yahoo einen Nettoumsatz von 1,28 Mrd. Dollar erwirtschaften. Der Gewinn schrumpfte dabei um fünf Prozent auf 151,3 Mio. Dollar, nach einem Plus von 158,5 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Mit einem Nettogewinn von umgerechnet elf US-Cent je Aktie konnte Yahoo die Gewinnerwartungen um drei Cent übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Nettoeinnahmen von 1,24 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von acht US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Yahoo

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