Yahoo!: Investitionen zahlen sich (noch) nicht aus

Internet-Portal wartet noch auf die Wende

Freitag, 18. Oktober 2013 13:47
Yahoo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Das Internet-Portal Yahoo! hat zwar seine Nutzerzahlen erstmals über 800 Mio. aktive Nutzer im Monat steigern können, auf die Bilanzzahlen schlagen die höheren Besucherzahlen aber noch nicht durch. Vielmehr ist das Unternehmen weiterhin abhängig von den Mittelzuflüssen durch seine Beteiligungen an Alibaba Group und Yahoo! Japan.

Yahoo! brachte im jüngsten Quartal eine Reihe neuer Produkte auf den Markt. Flickr wurde genauso überarbeitet wie die News- und Sportseiten. Entsprechend zogen die Produktentwicklungskosten im jüngsten Quartal um 23 Prozent an. Der Umsatz schrumpfte derweil um drei Prozent, nachdem unter anderem die Preise für Suchmaschinenwerbung um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.

Yahoo! verliert Marktanteile im Online-Werbemarkt
Insgesamt verlor Yahoo! (Nasdaq: YHOO, WKN: 900103) weiter an Boden im Werbemarkt gegenüber Google und Facebook. Die Marktforscher bei eMarketer gehen davon aus, dass der Marktanteil von Yahoo! im amerikanischen Online-Werbemarkt in 2013 auf 7,7 Prozent schrumpfen wird, nach 8,6 Prozent in 2012. Google wird dagegen seinen Vorsprung weiter von 40,9 auf 41,1 Prozent ausbauen können. Facebook schickt sich an Yahoo! mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent bald überholen zu können.

Yahoo! kauft kräftig zu - Mobile-Nutzer im Visier
Um eine Trendwende herbeizuführen setzt Yahoo-Chefin Marissa Mayer auf Akquisitionen und auf Mobile-Produkte. Allein im dritten Quartal tätigte Yahoo! acht Zukäufe (Bignoggins, Qwiki, Xobni, Admovate, Ztelic, Lexity, Rockmelt und IQ Engine). Die Mobile-Offensive beginnt sich langsam auszuzahlen. Inzwischen kletterte die Zahl der Mobile-Nutzer um 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 390 Millionen aktive Mobile-Nutzer.

Wie viel Yahoo! bereits mit Mobile-Produkten umsetzt, dazu wollte das Yahoo!-Management rund um Marissa Mayer im Conference Call noch nichts sagen. Dies ist eher ein Thema für 2014.

Beteiligungen steuern den Großteil des Gewinns bei
Im jüngsten Quartal wurde aber einmal mehr deutlich, dass Yahoo! weiterhin von seinen Beteiligungen an Alibaba und Yahoo! Japan abhängig ist. An Alibaba hält Yahoo! weiterhin 24 Prozent der Anteile, im Zuge des geplanten Börsengangs wird Yahoo! 208 Mio. Alibaba-Anteile verkaufen. Der Gewinn aus Beteiligungen summierte sich im jüngsten Quartal auf 233 Mio. Dollar, nach 175 Mio. Dollar im Jahr vorher. In anderen Worten: Weniger als ein Viertel des Gewinns kommt aus der operativen Geschäftstätigkeit von Yahoo! - dies muss sich in Zukunft ändern, will Yahoo! tatsächlich die Wende schaffen.

Kurzportrait

Das Internet-Unternehmen Yahoo! wurde ursprünglich im Jahre 1994 von den Studenten Jerry Yang und David Filo als Internet-Suchmaschine gegründet. Heute präsentiert sich das Unternehmen als vielbesuchtes Internet-Portal, das aus insgesamt drei Kerngeschäftsbereichen heraus operiert: Communications and Communities, Search and Marketplaces sowie Media. Yahoo verzeichnet weltweit mehr als über 800 Millionen Nutzer im Monat.

Nach und nach wurden Auslandstöchter gegründet und das inhaltliche Angebot weiter ergänzt, so dass Yahoo! bereits im Jahre 1998 ein umfassendes Inhaltsangebot anbieten konnte und nicht länger nur als Suchmaschine fungierte. In den vergangenen Jahren verstärkte sich Yahoo! durch zahlreiche Übernahmen.

Gleichzeitig beteiligte sich Yahoo! mit insgesamt einer Mrd. Dollar mit 24 Prozent an Chinas führendem E-Commerce Unternehmen Alibaba und brachte damit seine China-Aktivitäten in das Venture mit ein. Daneben hält Yahoo! noch eine 35%ige Beteiligung an Yahoo! Japan.

Später übernahm Yahoo! den Bookmark-Dienst Del.icio.us sowie die Musik-Community Webjay. Anfang 2007 kaufte man die Online-Community MyBlogLog. Später übernahm Yahoo! den Spezialisten Right Media vollständig. Mitte 2007 schluckte Yahoo! die Webseite Rivals.com, das Werbenetzwerk BlueLithium und die Newsseite BuzzTracker. Anfang 2008 übernahm Yahoo! die Videoplattform Maven Networks und den Marketing-Spezialisten IndexTools. Ende 2008 trennte sich Yahoo! von seiner Preissuchmaschine Kelkoo. Im Herbst 2009 schluckte Yahoo! die arabische Internet-Community Maktoob.com. Anfang 2010 trennte sich Yahoo! wieder von Zimbra und verkaufte den Email-Spezialisten an VMware. Anfang 2010 wurde die indonesische Koprol übernommen, zudem wurden Dapper und Citizen Sports aufgekauft. In 2011 schluckte Yahoo! neben IntoNow, auch den Spezialisten interclick. Im Herbst 2012 schluckte Yahoo! das Mobile-Startup Stamped. In 2013 setzte Yahoo! seine Einkaufstour weiter fort und schluckte nach Snip.it auch das Startup Jybe, sowie die News-App Summly, Bignoggins Productions, Qwiki und Xobni. Zudem kaufte Yahoo! die Microblogging-Plattform Tumblr für 1,1 Mrd. Dollar. Später folgten mit Hitpost Bread Labs weitere Zukäufe.

Die Einnahmequelle Online-Werbung trägt nach wie vor die Mehrheit der gesamten Yahoo!-Umsätze. Die beiden Firmengründer David Filo und Jerry Yang halten nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Yahoo!.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2013 meldet Yahoo! einen Nettoumsatz ausgenommen etwaiger Partnerprovisionen von 1,08 Mrd. US-Dollar - dies entspricht einem Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klassische Geschäft mit Anzeigenwerbung schrumpfte um sieben Prozent auf 421 Mio. Dollar, während das Suchmaschinengeschäft um drei Prozent auf 426 Mio. Dollar anzog. Positiv entwickelte sich die Zahl der Paid Clicks, also die Klicks auf bezahlte Werbelinks. Hier verbuchte Yahoo! einen Anstieg um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Yahoo

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