Xing wächst - Konkurrenz ist schneller

Business-Netzwerke

Donnerstag, 11. September 2008 13:31
Xing

(IT-Times) Das Business-Portal Xing AG (WKN: XNG888) wächst munter weiter. Am Vortag konnte das führende Business-Netzwerk in Europa mehr als eine halbe Million Premium-Mitglieder melden. Insgesamt summiert sich die Zahl der Xing-Mitglieder inzwischen auf über sechs Mio. Teilnehmer.

Damit zeigt sich, dass Business-Netzwerke durchaus tragfähige Geschäftskonzepte sind und neben soziale Netze wie MySpace.com und Facebook bestehen können. Bestes Beispiel ist der große Erfolg des amerikanischen Konkurrenten LinkedIn. Mitte des Jahres erhielt der amerikanische Xing-Konkurrent 53 Mio. US-Dollar von Venture-Kapitalgebern Bain Capital Ventures, Sequoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Ventures für weitere Expansionsvorhaben. Damit wird das LinkedIn mit etwas mehr als eine Mrd. Dollar bewertet.

LinkedIn fasst in Europa Fuß
LinkedIn will insbesondere auch in Europa Fuß fassen, nachdem man im März 2008 bereits mehr als 7,87 Mio. US-Besucher verzeichnete. So startete LinkedIn Ende Juli in den spanischen Markt, der bereits heiß umkämpft ist. Hier tummeln sich neben Xing bereits zahlreiche weitere Wettbewerber wie Sonico, Orkut, Hi5 oder Wamba.

Auch für Xing ist der lateinamerikanische Markt interessant. „Wir schauen uns zielgerichtet nach Übernahmen um", gibt Xing-Vorstand Lars Hinrichs unumwunden gegenüber TradeCentre.de zu. Nach der Übernahme der spanischen eConozco und Neurona hat Xing bereits einen Fuß in der Tür zum spanischen Markt. Marktbeobachter rechnen damit, dass Xing noch in diesem Jahr noch mindestens eine Übernahme tätigen und seine Fühler auch nach Lateinamerika und Asien ausstrecken wird.

Doch genau hier scheint die Konkurrenz schon einen Schritt voraus. Die in Buenos Aires ansässige Sonico verzeichnet bereits 17 Mio. Mitglieder. Auch die amerikanische LinkedIn ist nicht nur in Europa, sondern auch in Asien aktiv. Insbesondere in Indien scheint das amerikanische Business-Portal besonders beliebt, glaubt man den Statistiken von Google Insight.

Um im Konzert der Großen bestehen zu können, muss Xing schneller wachsen und weiter kräftig zukaufen, sonst wird das in Hamburg ansässige Business-Portal schon bald selbst zum Übernahmekandidaten…

Kurzportrait
Xing wurde 2003 in Hamburg als openBC gegründet. Mit dem Börsengang im Jahr 2006 wurde das Unternehmen in Xing umbenannt, um auf diese Weise auch einen international besser nutzbaren Namen zu erhalten - so lautet die Begründung des Unternehmens zu diesem Schritt. In den vielen Social-Networks im Internet ist Xing als Business-Portal mit der Zielgruppe „Geschäftsleute weltweit“ positioniert. Die aktuellsten Zahlen zum Thema Kundenstamm wurden im März 2008 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt wies das Unternehmen weltweit 5,71 Millionen Mitglieder aus - das entspricht einem Wachstum von 170 Prozent binnen eines Jahres. Dieses Wachstum wird zum einen durch internationale Übernahmen als auch durch eigenes Wachstum getrieben. Beim eigenen Wachstum setzt Xing bis heute auf „virales Marketing“, also die Empfehlung des Netzwerks durch seine Mitglieder.

Bei Xing wird den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Kontakte zu knüpfen und zu verwalten sowie sich in Themenforen auszutauschen, wichtige Informationen zu finden oder Aufträge, neue Mitarbeiter oder einen neuen Job zu erhalten. Auf das Xing-Netzwerk kann weltweit über das Internet, jedes internetfähige Mobiltelefon inklusive dem iPhone, PDA und Blackberry zugegriffen werden.

Von den mehr als sechs Mio. Mitgliedern stammt ein Drittel aus dem deutschen Heimatmarkt, 15 Prozent der Mitglieder stammen aus Spanien, über 16 Prozent aus Südamerika, rund fünf Prozent aus der Türkei und knapp zehn Prozent aus dem übrigen Europa, über acht Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum und über vier Prozent aus Nordamerika. Die übrigen Mitglieder stammen aus nicht näher definierten Ländern im Rest der Welt. 70 Prozent der Xing-Mitglieder kommen damit aus dem Ausland. Zuletzt verstärkte sich Xing in der Türkei durch die Übernahme der cember.net Mitglieder. In Spanien hatte man sich zuvor durch die Übernahme von eConozco und Neurona verstärkt.

Mehr als 500.000 Mitglieder nutzen das Premium-Angebot von Xing. Sie bezahlen eine monatliche Gebühr in Höhe von 5,95 Euro, um das volle Leistungsspektrum des Online-Portals abrufen zu können. Als weitere Quellen zur Generierung von Einnahmen zählt seit rund einem Jahr die Säule eCommerce. Sie erzielt Umsätze insbesondere durch die Vermarktung von Stellenangeboten über den „Xing-Marketplace“. Die zusätzliche Säule „Advertising“ trägt durch die Vermarktung von Werbeflächen auf der Xing-Plattform zum Umsatz bei.

openBC-Gründer Lars Hinrichs ist bis heute im Unternehmen und ist Vorstandsvorsitzender der Xing AG. Von der Aktien des Unternehmen befinden sich 57,6 Prozent in Streubesitz, die LH Cinco Capital GmbH hält 27,7 Prozent, Wellington Partners sind mit 8,7 Prozent am Unternehmen beteiligt und William Liao, der auch im Aufsichtsrat vertreten ist, hält sechs Prozent. Xing ist an den Standorten Hamburg, Bejing, Istanbul und Barcelona vertreten und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter aus 19 Nationen.

Zahlen
Xing erwirtschaftete im zweiten Quartal 2008 einen Umsatz von 8,41 Mio. Euro, der Vorjahreswert lag bei 4,29 Mio. Euro. Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 3,1 Mio. Euro nach 0,9 Mio. Euro in 2007. Entsprechend konnte auch die EBITDA-Marge von 21 Prozent auf 37 Prozent gesteigert werden.

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