Xing aus dem Rennen? - LinkedIn wächst mehr als doppelt so schnell in Europa

Business-Netzwerke

Mittwoch, 4. Juli 2012 14:03
Xing

(IT-Times) - Das Business-Netzwerk Xing blieb im vergangenen ersten Quartal 2012 weiter auf Wachstumskurs. Umsatz und Mitgliederzahlen legten weiter zu, dennoch notiert der Xing-Aktienkurs deutlich unter dem Jahreshoch von über 55 Euro im April.

Marktbeobachter führen den Kursrückgang zum einen auf den gefloppten Börsengang des Branchenriesen und Konkurrenten Facebook zurück, zum anderen aber auch auf Herausforderungen, die sich Xing (WKN: XNG888) stellen muss. Vor allem der abrupte Abgang des bisherigen Vorstands Stefan Groß-Selbeck im Mai hat viele in der Branche überrascht, hat der Manager bislang exzellente Arbeit geleistet.

Das solide Wachstum von Xing könnte schneller vorbei sein, als dem Unternehmen lieb ist. Zwar hat eine jüngste Umfrage der Personalberatung LAB & Company unter 817 Führungskräften ergeben, das Xing nach wie vor das beliebteste soziale Netz im Beruf unter Managern ist, doch täuscht dies über die Tatsache nicht hinweg, dass der große Konkurrent LinkedIn aus Übersee in Europa und in Deutschland zuletzt deutlich schneller gewachsen ist, als der deutsche Platzhirsch.

LinkedIn überholt Xing in Europa
Im August 2011 hatte LinkedIn sein erstes deutsches Büro in München eröffnet, um seine wachsende Mitgliedergemeinde in Deutschland effektiver betreuen zu können. Während Xing in Deutschland noch die Nummer eins ist, hat LinkedIn den deutschen Konkurrenten auf dem europäischen Markt längst überholt. Hier verzeichnet das Unternehmen bereits mehr als 30 Millionen Mitglieder, in weniger als einem Jahr kamen fünf Millionen neue Nutzer hinzu, während Xing im gleichen Zeitraum nur 700.000 neue Mitglieder in Europa gewinnen konnte. Damit wächst LinkedIn in Europa derzeit doppelt so schnell wie Xing.

Auch im wichtigen deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) zählt LinkedIn bereits zwei Millionen Nutzer, obwohl das Unternehmen erst seit kurzem in der D-A-CH-Region am Start ist. Xing kam zuletzt in der D-A-CH-Region auf 5,51 Millionen Mitglieder.

LinkedIn-Services zum Großteil kostenlos - Xing von Abo-Gebühren abhängig
Dabei genießen die Amerikaner vor allem zwei große Wettbewerbsvorteile gegenüber Xing. Zum einen verfügt LinkedIn durch den Börsengang über eine bessere Kapitalausstattung und kann dadurch vielmehr in Europa investieren als der deutsche Rivale, zum anderen sind die meisten LinkedIn-Services für registrierte LinkedIn-Nutzer kostenlos verfügbar.

Nur 20 Prozent der Einnahmen generiert LinkedIn über Abos, während Xing zu zwei Dritteln von Abo-Gebühren seiner Mitglieder abhängig ist. Es könnte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das weitgehend kostenlose Angebot von LinkedIn gegenüber Xing durchsetzt und das deutsche Portal auch im Heimatmarkt vom Thron stürzt.

Kurzportrait
Xing wurde 2003 in Hamburg als openBC gegründet. Mit dem Börsengang im Jahr 2006 wurde das Unternehmen in Xing umbenannt, um auf diese Weise auch einen international besser nutzbaren Namen zu erhalten - so lautet die Begründung des Unternehmens zu diesem Schritt. In den vielen Social-Networks im Internet ist Xing als Business-Portal mit der Zielgruppe "Geschäftsleute weltweit" positioniert. Zuletzt verzeichnete Xing mehr als 12 Millionen Mitglieder. Xing erzielt 60 Prozent seiner Umsätze mit Abo-Modellen für Mitgliedschaften.

Bei Xing wird den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Kontakte zu knüpfen und zu verwalten sowie sich in Themenforen auszutauschen, wichtige Informationen zu finden oder Aufträge, neue Mitarbeiter oder einen neuen Job zu erhalten. Auf das Xing-Netzwerk kann weltweit über das Internet, jedes internetfähige Mobiltelefon inklusive dem iPhone, Anroid-Telefon und Blackberry zugegriffen werden. Beim eigenen Wachstum setzt Xing bis heute auf "virales Marketing", also die Empfehlung des Netzwerks durch seine Mitglieder. Heute ist Xing in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch, Polnisch, Ungarisch und Türkisch verfügbar.

Von den mehr als 12 Millionen Mitgliedern stammt ein Großteil aus dem deutschen Heimatmarkt, weitere bedeutende Mitgliederanteile kommen aus Spanien, sowie aus Südamerika und der Türkei. Zuletzt verstärkte sich Xing in der Türkei durch die Übernahme der cember.net Mitglieder. In Spanien hatte man sich durch die Übernahme von eConozco und Neurona verstärkt.

Knapp 800.000 Mitglieder nutzen das Premium-Angebot von Xing. Eine Premium-Mitgliedschaft ist ab 5,55 Euro möglich. Als weitere Quellen zur Generierung von Einnahmen zählt seit rund einem Jahr die Säule eCommerce. Sie erzielt Umsätze insbesondere durch die Vermarktung von Stellenangeboten über den "Xing-Marketplace". Die zusätzliche Säule "Advertising" trägt durch die Vermarktung von Werbeflächen auf der Xing-Plattform zum Umsatz bei. Ende 2010 verstärkte sich Xing durch die Übernahme des Online-Event-Managers amiando AG.

Rund 39 Prozent der Xing-Aktien befinden sich im Streubesitz, die Burda Digital GmbH hält inzwischen 29,51 Prozent. Xing ist an den Standorten Hamburg, Bejing, Istanbul und Barcelona vertreten und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter aus 19 Nationen.

Meldung gespeichert unter: Social Networks

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