Wipro spürt die Konkurrenz - Umbruch im Management soll den Befreiungsschlag bringen

Dienstag, 25. Januar 2011 13:28
Wipro

(IT-Times) - Indiens drittgrößter IT-Outsourcingspezialist Wipro Ltd. (NYSE: WIT, WKN: 578886) sieht sich derzeit unter Druck. Nach enttäuschenden Quartalszahlen gaben die Papiere zuletzt kräftig nach. Wipro hinkt derzeit in Sachen Wachstum und Profitabilität der Konkurrenz in Form von Infosys und Tata Consultancy Services (TCS) deutlich hinterher.

Während Infosys operative Gewinnmargen von 31 Prozent vorweisen kann, kam TCS zuletzt immerhin noch auf Margen von 24 Prozent - bei Wipro waren es gerade einmal 21 Prozent (Quelle: Starmine). Wenig verwunderlich, dass sich der Wipro-Aktienkurs in den vergangenen 12 Monaten zum Leidwesen der Wipro-Aktionäre eher seitwärts bewegte, als nach oben.

Wipro will in die Top-5 der IT-Konzerne aufsteigen
Wipro-Chairman und Milliardär Azim Premji zog nunmehr die Notbremse und setzte seine beiden IT-Chefs Girish Paranjpe und Suresh Vaswani mit Wirkung zum 31. Januar ab. Künftig soll T.K. Kurien die Outsourcing-Division leiten und der Organisation eine neue Struktur geben.

Die Etablierung mehrerer Mini-CEOs soll dafür sorgen, dass Entscheidungswege künftig kürzer werden, wodurch sich das Wachstum wieder beschleunigen soll, so Premji. Wipro soll künftig wieder als eine schlagkräftige Einheit wahrgenommen werden. Ziel sei es, dass Wipro binnen der nächsten Jahre unter die Top-5 der führenden IT-Servicespezialisten weltweit aufsteigt, so der Manager in einem Interview gegenüber der Economic Times.

Kunden verlagern Aufgaben zunehmend nach China
Dies dürfte kein leichtes Unterfangen werden, wachsen nicht nur TCS und Infosys derzeit schneller als Wipro, auch US-Firmen wie Cognizant nahmen Wipro zuletzt Marktanteile ab. Zudem verlagern immer mehr Wipro-Kunden Aufgaben nach China, da hier Kosten noch niedriger sind, so die Analysten aus dem Hause Susquehanna.

Da die Kosten in Indien zuletzt ebenfalls weiter gestiegen sind, bleibt den indischen IT-Spezialisten nichts anderes übrig, selbst eigene Niederlassung in China oder Vietnam aufzubauen, um die Wünsche der Kunden erfüllen zu können, wollen sie weiter im Wettbewerbsrennen bleiben.

Wipro muss zeigen, dass man mit dem Wandel der Zeit gehen kann und sich insbesondere stärker von den beiden großen Wettbewerbern TCS und Infosys abgrenzen, will das Unternehmen eines Tages nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...

Kurzportrait

Die im Jahre 1945 gegründete und im indischen Bangalore ansässige Wipro Ltd. stellte ursprünglich Konsumartikel her und avancierte erst in den vergangenen Jahren zu einem der größten IT-Servicedienstleister Indiens.

Heute bietet Wipro über seine Einheit Wipro Infotech Outsourcing-Services für Firmenkunden in Indien, Nordamerika, dem Mittleren Osten und in der gesamten Asien-/Pazifikregion an. Zum Aufgabenbereich gehört nicht nur die Entwicklung von Software-, sondern auch ganzer Hardwaresysteme. Zum Servicebereich gehören die Wartung, Integration, Infrastruktur-Management und Support komplexer IT-Systeme. Insgesamt ist Wipro im Wesentlichen in drei Kerngeschäftsbereiche gegliedert: IT Services, IT Products, Consumer Care und Lighting.

In 2005 fusionierte Wipro seine BPO-Einheit mit der Einheit Wipro Spectramind, woraus die Division Wipro BPO hervorging. Über seine Einheit Wipro Technology Infrastructure Services (TIS) betreut das Unternehmen mit mehr als 1.400 Mitarbeitern über zahlreiche Firmenkunden in Sachen Infrastruktur- und Data-Management-Services. Zu den mehr als 800 Wipro-Kunden zählen namhafte Unternehmen wie Cisco Systems, Microsoft, Samsung und die Citibank.

Daneben stellt Wipro aber auch Hardware wie PCs, Notebooks und Server unter seiner eigenen Marke her. Darüber hinaus vermarktet Wipro aber auch internationale Marken namhafter Hersteller im Bereich Desktop-Systeme, Server, Notebooks sowie Speicher- und Netzwerkprodukte. Nachdem sich Wipro durch die Übernahme des österreichischen Chip-Designers NewLogic verstärkte, kaufte das Unternehmen den Abrechnungsspezialisten mPower. Im Frühjahr 2006 folgten die Akquisitionen von Switchgear Ltd, sowie des Design-Spezialisten Quantech Global Services. Mitte 2006 kaufte Wipro den finnischen Mobilfunk-Designer Saraware Oy, nachdem man zuvor den in Portugal ansässigen IT-Spezialisten Enabler Informatica SA übernahm. Ende Juli gründete Wipro gemeinsam mit Motorola das Joint Venture WMNetServ. Im Herbst 2007 übernahm Wipro den US-Netzwerkinfrastrukturanbieter Infocrossing. Ferner übernahm man die Oki-Einheit Oki Techno Centre Singapore Pte.

Das ursprüngliche Geschäft mit Konsumentenprodukte stellt auch weiterhin ein Standbein innerhalb des Konzerns dar. Der Verkauf von Suppen, Regenschirmen, Bad- und Hygieneartikel finanzierte ursprünglich den Ausbau des IT-Geschäfts.

Das IT-Servicegeschäft trägt heute allerdings rund 75 Prozent des gesamten Umsatzes, sowie 85 Prozent des erwirtschafteten Gewinns. Wipro-Chairman Azim Premji hält etwa 84 Prozent der Anteile an dem IT-Konzern.

Zahlen

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