"White IT" - Bündnis gegen Kinderpornografie

Freitag, 27. November 2009 10:47
BITKOM

Vereinbarung zum Schutz vor Kindesmissbrauch im Internet

„White IT“ – Breites Bündnis startet Kampfgegen Kinderpornographie

BERLIN. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat gemeinsammit zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen ein Bündnis zumKampf gegen Kinderpornographie vereinbart. Schünemann unterzeichneteam Freitag in Berlin mit weltweit agierenden IT-Firmen, Verbänden derIT-Wirtschaft, Opferschutzverbänden, Ärztevertretern und Wissenschaftlerndas Bündnis gegen Kinderpornographie - „White IT“. Die Bündnispartnerverpflichten sich darin, den Kampf gegen die Kinderpornographie auf allen Ebenen aufzunehmen - durch Selbstkontrolle, technische Lösungen, Prävention und rechtliche Maßnahmen.

„Noch immer gibt es keine effektive Bekämpfung von Kinderpornographieim Internet. Noch immer werden Kinder für die Herstellung von kinderpornographischem Material schwer missbraucht“, sagte InnenministerSchünemann. „Ziel des Bündnisses ist eine ganzheitliche Strategie zur Bekämpfung von Kinderpornographie unter Einbeziehung vorhandener Maßnahmen von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei geht es um Prävention, Strafverfolgung und Hilfe für die Opfer genauso wie um die Schaffung technischer, rechtlicher und politischer Instrumente.“

Als erste konkrete Maßnahme nannte Schünemann eine kriminologischeGrundlagenstudie zum Thema Kinderpornographie durch das Kriminalwissenschaftliche Institut der Leibniz Universität Hannover. Gefördertwird diese Studie durch die Software AG, Fujitsu Technology Solutions GmbH sowie dem Branchenverband BITKOM. In der Studie sollen Herkunft, Verbreitung und Umgang mit kinderpornographischem Material erforscht werden. Erste Ergebnisse will der Leiter des Instituts, Prof. Dr.Bernd-Dieter Meier, zur CeBIT2010 vorlegen. Darüber hinaus wollen mehrere IT-Unternehmen die Strafverfolgungsbehörden durch einen Know-How-Transfer mit aktuellen Informationen versorgen, um sie auf den neuesten technologischenStand zu bringen. Durch Öffentlichkeitsarbeit soll die Internetbeschwerdestelle„INHOPE“ der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, um sie künftig verstärkt als Beschwerdestellefür kinderpornographische Inhalte zu nutzen. Am Tag der Unterzeichnung der„White IT“-Vereinbarung wird auch die neue Internetseite www.WhiteIT.de freigeschaltet. Dort werden neben dem Memorandum of Understanding zahlreiche weiterführende Informationen zufinden sein.

Ein wichtiger Bündnispartner ist der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikationund neue Medien, BITKOM. Dessen Präsident, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer sagte, die ITK Wirtschaftsetze auf eine nachhaltige Bekämpfung der Kinderpornographie im Web. Im Vordergrundmüsse dabei – wie bei „White IT“ - Strafverfolgung, Prävention und vor allem der Opferschutzstehen. „Hinter den Bildern stecken schreckliche Gewaltverbrechen – diese müssen wirbekämpfen. Die ITK-Branche steht den Behörden dabei als Partner zur Verfügung“, so Scheer.

„Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) e.V. unterstützt die Umsetzung der UN-Konventionüber die Rechte des Kindes, zu deren Forderungen unter anderem der Schutz junger Menschen vor allen Formen sexuellen Missbrauchs und sexueller Ausbeutung gehört. Im Kampf gegen die Kinderpornographie im Internet wollen wir deshalb der starken Täter-Lobby eine Lobby für Kinder und Jugendliche entgegensetzen, sagte der Jugendmedienschutzbeauftragte des DeutschenKinderschutzbundes, Ekkehard Mutschler.  „Als Kernziel sieht der DKSB neben derErmittlung der Täter die Stärkung des Opferschutzes, die Verhinderung weiterer Missbräucheund damit auch die Ausrottung des kommerziellen Marktes für entsprechende Inhalte - sei es offline oder online."

„Wir möchten mit unserer langjährigen Erfahrung bei der Bekämpfung der Kinderpornographieim Internet einen Beitrag dazu leisten, dieses Bündnis zu einem Erfolg zu machen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft (eco) e.V., Prof. Michael Rotert. „Die Bündnispartner können dabei von unserem internationalen Netzwerk profitieren. Wenn wir koordiniert vorgehen, arbeiten wir effizienter. Das dient dem Opferschutz, dennes bedeutet, dass entdecktes Material binnen kürzester Zeit gelöscht wird, und dass Hinweise auf die Täter sofort zu den richtigen Ansprechpartnern bei den Strafverfolgern gelangen.“

Der Vorstandsvorsitzende der Software AG, Karl-Heinz Streibich, sagte dazu: „Kinder braucheneinen besonderen Schutz. Wir müssen Kinderpornographie im Internet mit aller Entschlossenheit bekämpfen. Das Internet als Technologie ist grundsätzlich wertneutral. Es wird von Tätern dazu missbraucht, um entsprechende Inhalte in Umlauf zu bringen. Die öffentliche Diskussion derl etzten Monate hat aber auch gezeigt, dass rechtswidrige Inhalte im Internet nicht effektiv dadurch bekämpft werden können, in dem sie einfach ausgeblendet werden. Aus dieser Erfahrungverfolgt das „White IT“-Bündnis eine ganzheitliche Strategie zur Bekämpfung von Kinderpornographie. Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg.“

„Als einem der führenden IT-Unternehmen der Welt ist es Fujitsu Technology Solutions GmbH ein Anliegen, IT zum Wohl des Menschen und der Gesellschaft einzusetzen undSchaden von ihr fernzuhalten. Gemeinsam mit seinen Bündnispartnern wird Fujitsu seineMarktmacht ebenso wie seine spezifischen Kompetenzen für den Erfolg des Bündnisses WhiteIT in die Waagschale werfen“, sagte Vorstand Bernd Wagner.

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