Websense will im Datenschutzmarkt Fuß fassen

Dienstag, 13. März 2007 00:00

(IT-Times) Der amerikanische Web-Filtersoftwarespezialist Websense (Nasdaq: WBSN<WBSN.NAS>, WKN: 936721<WS5.FSE>) hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Auch der Ausblick auf das laufende Märzquartal sorgte eher für Enttäuschung.

Doch vieles soll im laufenden Jahr besser werden. Websense will nicht nur im Mittelstandsmarkt weiter wachsen, sondern auch sein internationales Geschäft weiter ausbauen. Insbesondere International sieht das Management noch großes Potential, beträgt die Marktsättigung im Bereich Web-Filtersoftware hier großenteils nur 50 Prozent. Erstmals ist Websense auch mit Vertriebspersonal in Kanada, Malaysia, Taiwan, Südafrika und in Dubai vor Ort, was sich im laufenden Jahr positiv bemerkbar machen soll.

Websense erschließt sich neue Märkte

Gleichzeitig baute man seine Präsenz in Israel durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten PortAuthority signifikant aus. Die Übernahme des auf Datenschutz spezialisierten Unternehmens lies sich Websense 90 Mio. Dollar kosten. Die Akquisition konnte im Januar bereits abgeschlossen werden.

Zusammen mit PortAuthority und seiner eigenen Threat Seeker-Technologie will Websense Lösungen auf den Markt bringen, die für einen neuen Wachstumsschub sorgen sollen. Websense-Chef Gene Hodges ist jedenfalls überzeugt, dass ein kompaktes Bundle an Produktlösungen in diesem Bereich neue Türen öffnen wird.

Auch unabhängige Beobachter wie Forrester Research Analyst Paul Stamp trauen dem Unternehmen hier durchaus Chancen zu, sein Geschäft weiter auszubauen, trotz der zunehmenden Konkurrenz großer Softwarehäuser. Unternehmen versuchen zunehmend nicht nur Angriffe von Außen abzuwehren, sondern wollen auch zunehmend die Kontrolle darüber, welche Informationen vom Unternehmen nach Außen dringen. Ein solches gebündeltes Angebot würde sicherlich gut vom Markt aufgenommen werden, glaubt der Forrester-Analyst.

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 gegründete und im kalifornischen San Jose ansässige Software-Gesellschaft Websense präsentierte sich zu jener Zeit als Verkäufer von Firewall- und anderen Internet-Sicherheitssystemen. Im Jahre 1996 stellte Websense dann das erste Produkt seiner eigenen Entwicklungsarbeit vor. Das Websense Internet Screening System legte damals den Grundstein für die heute dominante Marktstellung des Unternehmens im Markt für EIM-Software (Embloyee Internet Management). In den letzten Jahren gewann das Unternehmen nicht nur mehrere Auszeichnungen für seine Softwareanwendungen, sondern auch Kunden aus verschiedensten Branchen. Gleichzeitig baute die Gesellschaft eines der weltweit größten Vertriebssysteme (Ingram Micro etc) auf, um seine Produkte zu vermarkten.

Websense´ Software überwacht nicht nur die Surfzeiten der Mitarbeiter, sondern blockt auch in Verbindung mit einer URL-Datenbank den Zugang zu diversen Internet-Adressen oder Content-Bereichen. Insgesamt verwaltet das Unternehmen über seine Websense Master Datenbank mehr als eine Mrd. einzelner Web-Seiten, welche in 80 verschiedenen Kategorien untergeordnet sind. Der Websense Reporter erlaubt eine aufschlussreiche Analyse über das Surfverhalten der Mitarbeiter im eigenen Unternehmen. Um die Integrationsmöglichkeiten seiner Softwaresuite zu verbessern, arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Technologiegrößen wie Cisco Systems, Check Point Software Systems und Blue Coat Systems zusammen. Ende 2006 verstärkte sich Websense durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten PortAuthority Technologies.

Inzwischen setzen mehr als 25.000 Unternehmen und mehr als 24 Mio. Menschen weltweit auf die Software aus dem Hause Websense. Insgesamt ist das System derzeit bei mehr als 16,5 Mio. Arbeitssitze im Einsatz, wobei Websense gleichzeitig mehr als 265 der 500 angesehensten US-Unternehmen betreut. Zu den namhaften Kunden des Softwareherstellers zählen neben Best Buy auch General Motors und Pepsi. Das Nordamerikageschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal meldet Websense einen Umsatzanstieg auf 47,3 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn brach dabei zunächst um 30 Prozent auf 7,8 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 11,1 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein operativer Gewinn von 11,4 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, womit Websense die Erwartungen der Wall Street zunächst erfüllen konnte.

Hintergrund des Gewinnschwunds sind unter anderem stark gestiegene Kosten. Die operativen Kosten zogen im jüngsten Quartal um 48 Prozent auf 32,9 Mio. Dollar an. Dennoch konnte Websense das Quartal mit liquiden Mitteln von 326,9 Mio. Dollar beenden, ein Zuwachs von 26,5 Mio. Dollar gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig blieb Websense weiterhin schuldenfrei.

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