Websense vor ungewisser Zukunft?

Donnerstag, 26. Oktober 2006 00:00

(IT-Times) Trotz guter Quartalszahlen bleiben die Analysten weiter vorsichtig gegenüber dem Web-Filtersoftwarespezialiisten Websense (Nasdaq: WBSN<WBSN.NAS>, WKN: 936721<WS5.FSE>).

Das Unternehmen konnte zwar im jüngsten Quartal einmal mehr die Erwartungen der Analysten übertreffen, Raymond James Analyst Jonathan Ruykhaver bleibt aber skeptisch, was das langfristige Wachstum des Unternehmen angeht. „Wir sind weiterhin skeptisch, ob Websense tatsächlich in der Lage ist, jährlich ein Wachstum von 15 bis 25 Prozent abzuliefern“, so Ruykhaver. Vielmehr müsse Websense auf internationalen Märkten stärker Fuß fassen und Wachstum im nordamerikanischen Mittelstand generieren, meint der Analyst.

Um die Verbreitung seiner Software zu fördern hat Websense erst kürzlich ein neues Partnerprogramm für Nordamerika aufgelegt. Gleichzeitig wurde ein neues Vertriebsabkommen mit dem IT-Händler Ingram Micro für die USA und Kanada geschlossen, welches den Umsatz auch in den nächsten Quartalen weiter beflügeln soll. Die Chancen für Websense sind durchaus vorhanden, zumal die Marktforscher aus dem Hause IDC dem Markt für Web-Filtersoftware (Multi-Protocol-Content-Filtering) in den nächsten Jahren bis 2009 ein durchschnittliches Wachstum von knapp 50 Prozent zutrauen.

Unterdessen konnte Websense seine führende Position im Web-Filtermarkt (URL-Filtering) auch im Jahr 2005 verteidigen und sogar weiter ausbauen, wie erst jüngst eine Gartner-Studie belegt. Die Gartner-Marktforscher schreiben Websense am Umsatz gemessen einen Marktanteil von fast 50 Prozent zu, 25 Prozent mehr als der Zweitplatzierte Wettbewerber. Während der Markt um 23,6 Prozent wuchs, konnte Websense seinen Umsatz in 2005 um 33 Prozent steigern.

Websense-Marketingmanager Leo Cole führt den Erfolg unter anderem darauf zurück, dass es Websense erfolgreich gelungen sei, die Lücken zu schließen, welche traditionelle Sicherheitsanbieter hinterlassen haben. Damit dies auch so bleibt, stellte Websense Ende September mit der Deep Content Control Technologie eine neue Technik vor, die Datenlecks bei Firmen schließen soll. Ob sich das Unternehmen in diesem Bereich gegen die geballte Konkurrenz von Symantec & Co langfristig durchsetzen kann, bleibt abzuwarten…

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 gegründete und im kalifornischen San Jose ansässige Software-Gesellschaft Websense präsentierte sich zu jener Zeit als Verkäufer von Firewall- und anderen Internet-Sicherheitssystemen. Im Jahre 1996 stellte Websense dann das erste Produkt seiner eigenen Entwicklungsarbeit vor. Das Websense Internet Screening System legte damals den Grundstein für die heute dominante Marktstellung des Unternehmens im Markt für EIM-Software (Embloyee Internet Management). Innerhalb von zwei Jahren gewann das Unternehmen nicht nur mehrere Auszeichnungen für seine Softwareanwendungen, sondern auch Kunden aus verschiedensten Branchen. Gleichzeitig baute die Gesellschaft eines der weltweit größten Vertriebskanäle (Ingram Micro etc) auf, um seine Produkte zu vermarkten.

Websense´ Software überwacht nicht nur die Surfzeiten der Mitarbeiter, sondern blockt auch in Verbindung mit einer URL-Datenbank den Zugang zu diversen Internet-Adressen oder Content-Bereichen. Insgesamt verwaltet das Unternehmen über seine Websense Master Datenbank mehr als eine Mrd. einzelner Web-Seiten, welche in 80 verschiedenen Kategorien untergeordnet sind. Der Websense Reporter erlaubt eine aufschlussreiche Analyse über das Surfverhalten der Mitarbeiter im eigenen Unternehmen. Um die Integrationsmöglichkeiten seiner Softwaresuite zu verbessern, arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Technologiegrößen wie Cisco Systems, Check Point Software Systems und Blue Coat Systems zusammen.

Inzwischen setzen mehr als 22.000 Unternehmen und 24 Mio. Menschen weltweit auf die Software aus dem Hause Websense. Insgesamt ist das System derzeit bei mehr als 16,5 Mio. Arbeitssitze im Einsatz, wobei Websense gleichzeitig mehr als 265 der 500 angesehensten US-Unternehmen betreut. Zu den namhaften Kunden des Softwareherstellers zählen neben Best Buy auch General Motors und Pepsi. Das Nordamerikageschäft trägt derzeit zwei Drittel der gesamten Websense-Umsätze.

Zahlen

So berichtet Websense von einem Umsatzsprung auf 46,1 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtabrechnungen summierten sich auf 53,3 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 13 Prozent. Der Gewinn schwand zunächst auf 8,5 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 10,1 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen durch Aktienkompensationen ergibt sich für das zurückliegende Quartal ein operativer Gewinn von 11,5 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, womit Websense die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 45,6 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn 23 US-Cent je Aktie gerechnet.

Im jüngsten Quartal generierte Websense einen Cashflow von 19,5 Mio. Dollar, wobei das Unternehmen gleichzeitig aber 58,3 Mio. Dollar für den Rückkauf eigener Anteile ausgab. Insgesamt konnte Websense das Quartal mit Barreserven von 300,4 Mio. Dollar beenden, ein Minus von 38 Mio. Dollar gegenüber dem Vorquartal.

Markt und Wettbewerb

Websense gilt mit seinen Lösungen mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent als der marktführende Anbieter im Bereich Web-Filtersoftware (Quelle: Gartner). Abgeschlagen auf Platz zwei reiht sich der US-Anbieter SurfControl ein, welcher durch die Übernahme von CyberPatrol sein Produktsortiment ergänzen konnte.

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