WebEx zeigt Microsoft weiter die Zähne

Dienstag, 9. Mai 2006 00:00
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(IT-Times) Trotz der jüngsten Bemühungen des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft und dessen Übernahme von Groove Networks und Placeware, wächst der marktführende Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications (Nasdaq: WEBX, WKN: 939025) weiterhin zweistellig.

Auch WebEx ist sich der Bedrohung durch Office Live Meeting bewusst und hat sich seinerseits im vergangenen Jahr durch den Collaboration-Softwareentwickler Intranets.com verstärkt. Gleichzeitig ging das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit dem Online-Dienst AOL ein, um gemeinsam eine Instant-Messenger-Version für Firmenkunden zu vermarkten. Ferner stellte man mit WebEx Systems Management eine neue On-Demand-Lösung für Managing-Software und Hardwaresysteme vor.

WebEx goes Indien

Besonderen Erfolg verspricht sich WebEx dann auch von seiner neuen On-Demand-Softwarelösung im indischen Markt. „WebEx System Management Services ist die perfekte Lösung für den wachsenden indischen Markt“, meint WebEx-Chef Subrah Iyar. Die Lösung soll insbesondere indischen IT-Firmen dabei helfen, Support-Services für Kunden in der ganzen Welt anzubieten. Und gerade der Support gilt in der heutigen Zeit nicht nur mehr als Wettbewerbsvorteil, sondern ist inzwischen ein echtes Muss geworden, meint WebEx India Manager Kiran Datar.

Der Markt für Remote Desktop- und System Management Software ist aber nicht nur in Indien auf den Vormarsch. Nachdem der weltweite Markt im vergangenen Jahr ein Volumen von sechs Mrd. Dollar erreichte, sollen die Ausgaben für diese Systeme im Jahr 2008 auf 7,3 Mrd. Dollar klettern.

Kurzportrait

Die erst im Jahre 1996 gegründete und im kalifornischen San Jose ansässige Gesellschaft, schaffte schnell einen bemerkenswerten Aufstieg. Mit lediglich 500.000 Dollar wurde das Unternehmen seiner Zeit aus dem Privatvermögen des heutigen WebEx-Chef Subrah Iyar und Min Zhu gegründet.

WebEx präsentiert sich heute als ein führender Anbieter von Web-Konferenzsysteme und Kommunikationssysteme, welche es Unternehmen erlauben soll, Geschäftstermine bzw. Treffen in virtuellen Geschäftsräumen wahrzunehmen, um entsprechende Vertragsverhandlungen zu führen und Geschäftsabschlüsse zu erzielen. Gleichzeitig können Verhandlungspartner nicht nur Dokumente austauschen und Power-Point-Präsentationen diskutieren, sondern auch ganze Softwareanwendungen und Applikationen demonstrieren. Die von WebEx entwickelte Infrastruktur ist mit verschiedenen Plattformen kompatibel. Ob ein Windows, Macintosh oder Solaris-Betriebssystem eingesetzt wird, spielt im Endeffekt keine Rolle, da die Kommunikation mittels einfachem Web-Browser erfolgt. Ein modulares Framework und standardisierte APIs ergänzen die Kommunikationsplattform von WebEx. Derzeit betreut das Unternehmen mehr als 5.000 Geschäftskunden, sowie mehr als Hunderttausend Einzelanwender in Sachen Web-Konferenzsysteme. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen vor allem in Europa expandieren. Durch sein europäisches Hauptquartier in Amsterdam betreut WebEx nunmehr auch europäische Top-Adressen, wie ABN Amro, Akzo Nobel, Rolls Royce und France Telecom. Zuletzt kaufte WebEx den Anbieter von Editierwerkzeugen Presenter, sowie die indische CyberBazaar hinzu, um die Stellung in den regionalen Märkten weiter zu stärken. Im Jahr 2004 erwarb WebEx schließlich ein Patentportfolio (fünf Patente im Zusammenhang mit Web-Konferenzen) von NCR Corp. Mitte 2005 übernahm WebEx den Softwarespezialisten Intranets.com für 45 Mio. Dollar.

In Sachen Vertrieb setzt WebEx nicht nur in Europa, sondern auch in den USA auf Händler-Verträge mit strategisch wichtigen Telekom-Providern, wie AT&T oder Global Crossing. Darüber hinaus ging WebEx im Jahr 2003 eine Kooperation mit dem Internet-Portal Yahoo ein. Zu den namhaften Geschäftskunden, welche auf die Plattform WebEx Meeting Center setzen, zählen die deutsche Siemens AG, sowie der Datenbankspezialist Oracle, als auch der Softwarespezialist TIBCO Software und das Internet-Portal Yahoo.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2006 meldete WebEx einen Umsatzanstieg auf 88,5 Mio. Dollar, was einem Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn schwand zwar zunächst auf 9,1 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 12,9 Mio. Dollar zu Buche stand, ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte WebEx im jüngsten Quartal aber einen operativen Gewinn von 15,1 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie einfahren. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 86,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie kalkuliert. Im jüngsten Quartal erwirtschaftete WebEx einen freien Cashflow von 15,5 Mio. Dollar, womit das Unternehmen das Quartal mit liquiden Mitteln von 231,4 Mio. Dollar beenden konnte.

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