WebEx wächst weiter ungebremst

Montag, 5. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Die Aktien des Web-Konferenzsystemeanbieters WebEx Communications (Nasdaq: WEBX<WEBX.NAS>, WKN: 939025<WBX.FSE>) gehörten mit einem Kursplus von mehr als 25 Prozent in der Vorwoche zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq.

Erstmals in einem Quartal konnte der Marktführer in Sachen Web-Konferenzsysteme mehr als 100 Mio. Dollar Umsatz erzielen. Auch die Rekordergebnisse beim erwirtschafteten Cashflow trugen zur insgesamt positiven Stimmung rund um den Wert bei. WebEx-Chef und Gründer Subrah Iyar zeigte sich dann auch zufrieden mit den jüngsten Ergebnissen und kündigte für das laufende Jahr neue Angebote im Zusammenhang mit der neuen WebEx Connect Plattform an.

WebEx sah sich zuletzt unter Druck, nachdem die Konkurrenz von Seiten anderer Anbieter im Markt für Web-Konferenzsysteme deutlich zunahm. Vor allem Cisco und Citrix Systems drängten zuletzt verstärkt in den Markt, um WebEx die führende Position streitig zu machen.

Immerhin sprachen die Marktforscher aus dem Hause Forrester Research WebEx Mitte vergangenen Jahres noch einen Marktanteil von 67 Prozent im Markt für Web-Konferenzsysteme vor.

Die Forrester-Marktforscher bemängelten allerdings die Konferenz-Tools sowie einige Desktop-Features (Whiteboard etc.) bei WebEx, die nicht auf dem aktuellen Stand der Konkurrenz seien. Auch die Videoqualität bedürfe Verbesserungen, monierten die Forrester-Analysten in ihrer Marktstudie. Inzwischen hat das Unternehmen offenbar nachgebessert, wie die jüngsten Rekordumsatzzahlen nahe legen. Nachdem man Mitte 2005 den Spezialisten Intranets.com übernahm, brachte das Unternehmen mit WebEx Connect seine neue Collaboration-Plattform an den Start. Mit Hilfe von WebEx Connect will das Unternehmen seine marktführende Position in dem lukrativen Markt verteidigen.

Für das laufende Jahr stellt WebEx dann auch ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum in Aussicht, wobei im nachfolgenden Jahr 2008 bereits die Jahresumsatzmarke von 500 Mio. Dollar fallen soll, wenn es nach den Prognosen der Analysten geht.

Kurzportrait

Die erst im Jahre 1996 gegründete und im kalifornischen San Jose ansässige Gesellschaft, schaffte schnell einen bemerkenswerten Aufstieg. Mit lediglich 500.000 Dollar wurde das Unternehmen seinerzeit aus dem Privatvermögen des heutigen WebEx-Chef Subrah Iyar und Min Zhu gegründet.

WebEx präsentiert sich heute als ein führender Anbieter von Web-Konferenzsysteme und Kommunikationssysteme, welche es Unternehmen erlauben soll, Geschäftstermine bzw. Treffen in virtuellen Geschäftsräumen wahrzunehmen, um entsprechende Vertragsverhandlungen zu führen und Geschäftsabschlüsse zu erzielen. Gleichzeitig können Verhandlungspartner nicht nur Dokumente austauschen und Power-Point-Präsentationen diskutieren, sondern auch ganze Softwareanwendungen und Applikationen demonstrieren. Die von WebEx entwickelte Infrastruktur ist mit verschiedenen Plattformen kompatibel. Ob ein Windows, Macintosh oder Solaris-Betriebssystem eingesetzt wird, spielt im Endeffekt keine Rolle, da die Kommunikation mittels einfachem Web-Browser erfolgt. Ein modulares Framework und standardisierte APIs ergänzen die Kommunikationsplattform von WebEx. Derzeit betreut das Unternehmen mehr als 25.000 Geschäftskunden, sowie mehr als Hunderttausend Einzelanwender in Sachen Web-Konferenzsysteme. In den letzten Jarhen konnte das Unternehmen vor allem in Europa expandieren. Durch sein europäisches Hauptquartier in Amsterdam betreut WebEx nunmehr auch europäische Top-Adressen, wie ABN Amro, Akzo Nobel, Rolls Royce und France Telecom. Zuletzt kaufte WebEx den Anbieter von Editierwerkzeugen Presenter, sowie die indische CyberBazaar hinzu, um seine Stellung in den regionalen Märkten weiter zu stärken. Im Jahr 2004 kaufte WebEx schließlich ein Patentportfolio (fünf Patente im Zusammenhang mit Web-Konferenzen) von NCR Corp. Mitte 2005 übernahm WebEx den Softwarespezialisten Intranets.com für 45 Mio. Dollar.

In Sachen Vertrieb setzt WebEx nicht nur in Europa, sondern auch in den USA auf Händler-Verträge mit strategisch wichtigen Telekom-Providern, wie AT&T oder Global Crossing. Darüber hinaus ging WebEx im Jahr 2003 eine Kooperation mit dem Internet-Portal Yahoo ein. Zu den namhaften Geschäftskunden, welche auf die Plattform WebEx Meeting Center setzen, zählen die deutsche Siemens AG, sowie der Datenbankspezialist Oracle, als auch der Softwarespezialist TIBCO Software und das Internet-Portal Yahoo. Die Investmentbank Vanenburg Group hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an WebEx Communications.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet WebEx einem Umsatzanstieg auf 101,9 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte dabei auf 16,7 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 13,6 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 42 US-Cent je Aktie, womit WebEx die Analystenerwartungen um vier Cent übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 101,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 38 US-Cent je Aktie kalkuliert. Im vergangenen Quartal konnte WebEx einen positiven Cashflow von 34 Mio. Dollar erzielen.

Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2006 ergibt sich ein Jahresumsatz von 380 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 308,4 Mio. Dollar im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen meldet WebEx für das Jahr 2006 einen operativen Gewinn von 1,43 Dollar je Aktie.

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