VMware will in 2012 kräftig investieren und Smartphones virtualisieren

Mittwoch, 25. Januar 2012 13:48
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(IT-Times) - VMware-Aktien gehörten am Vortag mit einem Kursplus von mehr als sieben Prozent mit zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Börse. Der weltweit führende Anbieter von Virtualisierungssoftware konnte abermals mit starken Quartalszahlen glänzen und erhöhte gleichzeitig seinen Ausblick für das laufende Quartal 2012.

VMware profitiert von Produktfeuerwerk
Im jüngsten Quartal profitierte VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) nicht zuletzt durch die Einführung zahlreicher neuer Produkte. So brachte das Unternehmen unter anderem mit vSphere5 eine neue Software und ein Dutzend weiterer neuer Produkte an den Start, die offenbar gut bei den Firmenkunden ankamen. Entsprechend deutlich zogen zuletzt Umsatz, Gewinne, Lizenzerlöse und auch die Gewinnmargen an. Die Bruttomargen erreichten im Servicegeschäft mit 81 Prozent sogar ein neues Allzeithoch, merkt Wunderlich Securities Analyst Brian Freed an.

Zwar dürften die Margen voraussichtlich nicht auf diesem hohen Niveau verharren, doch zeigt dies die ganze Kraft des VMware-Geschäftsmodells. Auch in Krisenzeiten setzen Firmen nach wie vor auf Desktop- und Server-Virtualisierung, da sich so unter dem Strich Hardware-Kosten sparen lassen.

VMware will 150 Mio. Dollar in Hauptsitz investieren
Entsprechend zuversichtlich geht VMware dann auch in das neue Jahr. In Palo Alto will VMware in diesem Jahr 150 Mio. US-Dollar investieren, um seinen Hauptsitz in diesem Jahr weiter auszubauen. Nachdem VMware in 2011 acht Firmen übernommen und damit sein Personal um 2.000 Mitarbeiter aufgestockt hat, will das Unternehmen auch in diesem Jahr kräftig investieren, um langfristige Wachstumschancen wahrzunehmen, kündigt VMware-Finanzchef Mark Peek an.

Durch die steigenden Ausgaben werden die Gewinnmargen in diesem Jahr sinken, warnt Peek Analysten schon mal vor, die Gewinnerwartungen nicht zu hoch zu stecken.

VMware zeigt Android-basierte virtuelle Maschinen
Tatsächlich bieten sich neben Desktops und Server mit dem Smartphone noch eine weitere Plattform für VMware, seine erfolgreiche Software zu vermarkten. Im Rahmen der CES 2012 in Las Vegas demonstrierte VMware Produkt-Manager Hoofar Razavi eine neue Generation von Virtualisierungssoftware für Android-Smartphones. Als Basis diente dabei das LG Revolution VS910. Auf dem Smartphone lässt sich damit ein virtuelles Smartphone einrichten, so dass der Nutzer Arbeits- und Privatdaten trennen kann.

Laut Razavi benötigt die Mobile Version von VMware keine leistungsstarken Hardware-Ressourcen, die Softwarelösung funktioniert auch mit wenig Speicher und älteren Smartphones. Man nehme damit den Massenmarkt ins Visier, stellte der Manager gegenüber der Informationweek klar.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 150.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen.

In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. In 2009 verstärkte sich VMware mit der Übernahme von Springsource. Anfang 2010 kaufte VMware den Email-Spezialisten Zimbra von Yahoo. In 2011 wurde der Spezialist SlideRocket übernommen. Mit Integrien, TriCipher und NeoAccel kaufte VMware zuletzt weitere Firmen auf. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 84 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet VMware einen Umsatzanstieg um 27 Prozent auf 1,06 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 835,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte um 67 Prozent auf 200,4 Mio. Dollar oder 46 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 119,9 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte VMware einen Nettogewinn von 62 US-Cent je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit Einnahmen von 1,05 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 60 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: VMware

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