VMware - Virtualisierung erreicht den Mobile-Markt

Mittwoch, 19. Oktober 2011 14:08
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(IT-Times) - Zwar hat der US-Virtualisierungsspezialist VMware vor einem schwierigem Jahr 2012 gewarnt, dennoch ließen sich Investoren nicht davon abhalten und kaufen weiter kräftig VMware-Aktien, wodurch die Papiere am Vortag mit einem Kursplus von 8,2 Prozent zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Börse zählten.

VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) genießt eine Ausnahmestellung im Virtualisierungsmarkt, was sich auch in den Bilanzzahlen (Gewinn mehr als verdoppelt) des Unternehmens widerspiegelt. Die Nachfrage nach VMware-Produkten sei durch die Bank gut gewesen, stellt VMware-Finanzchef Mark Peek fest. Insbesondere auf den asiatisch-pazifischen Märkten sei die Nachfrage stark gewesen, so der VMware-Manager.

Analysten heben Kursziele an
Trotz des starken Kursanstiegs raten Analystenhäuser wie Goldman Sachs noch zum Aufbau von Positionen. Das US-Brokerhaus hat nach den jüngsten Zahlen sein Kursziel für VMware-Papiere nochmals von 115 auf 120 US-Dollar angehoben.

Die Analysten glauben, dass die Unsicherheiten bezüglich des Ausblicks im vierten Quartal 2011 und dem ersten Quartal 2012 weitgehend ausgeräumt sind. VMware habe eines der besten Wachstumsprofile im Firmenkundenmarkt für 2012, so die Goldman Banker.

Tatsächlich investieren Firmen nach wie vor in den Umbau ihrer IT-Infrastruktur, lassen sich durch den Einsatz von Virtualisierungstechniken Hardware-Kosten sparen. Nachdem in der Vergangenheit vornehmlich Desktop-Rechner virtualisiert wurden, hält die Technik immer mehr auch im Mobile-Bereich Einzug.

VMware kooperiert mit Telekomfirmen
So gab VMware heute gleich zwei Kooperationen mit zwei führenden Telekomkonzernen bekannt. Zum einen schloss VMware eine strategische Partnerschaft mit dem spanischen Telefonkonzern Telefonica, um Android-Geräte zu virtualisieren.

Zum Einsatz soll dabei die VMware-Lösung VMware Horizon Mobile kommen, womit Telefonica-Kunden ein Android Smartphone sowohl für den privaten Gebrauch, als auch für das Geschäft einrichten können. Auf dem Android-Handy wird ein zweites virtuelles Telefon eingerichtet, auf dem geschäftliche und private Daten voneinander getrennt abgelegt werden, dadurch soll die notwendige Sicherheit gewährleistet werden.

Einen ähnlichen Deal schloss VMware auch mit Verizon Wireless, dem führenden Mobilfunk-Carrier in den USA. Auch dabei steht die Lösung VMware Horizon Mobile im Vordergrund. Allerdings arbeiten bislang nur Android-Geräte mit dem Horizon Hypervisor.

Man möchte aber derartige Lösungen auch für Apple iOS-Geräte anbieten, wenn Apple sein Mobile-Betriebssystem mehr öffnet, stellt VMware Cheftechnologe Steve Herrod klar - wann dies sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 150.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen.

In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. In 2009 verstärkte sich VMware mit der Übernahme von Springsource. Anfang 2010 kaufte VMware den Email-Spezialisten Zimbra von Yahoo. Mit Integrien, TriCipher und NeoAccel kaufte VMware zuletzt weitere Firmen auf. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 84 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

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