VMware sieht sich wieder auf Kurs

Freitag, 25. April 2008 12:49
VMware

(IT-Times) Der US-Virtualisierungsspezialist VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) sieht sein Geschäft durch eine mögliche Konjunkturabkühlung bislang nicht beeinträchtigt. Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, trotz einer möglichen US-Rezession den Umsatz im laufenden Jahr um 50 Prozent steigern zu können. Im laufenden Quartal soll der Umsatz um 55 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zulegen. Damit verlangsamt sich das Wachstum auf Jahressicht weniger stark, als noch im Januar befürchtet.

Virtualisierung setzt sich durch
Die drohende Konjunkturdelle trifft VMware weniger stark, als zunächst angenommen. Hintergrund ist der Umstand, dass VMware Produkte anbietet, die auch im Rahmen eines konjunkturellen Abschwungs sehr gefragt sind. Virtualisierungslösungen erlauben es Firmen, mehr aus ihrer bestehenden Hardware herauszuholen und Energie und Kosten zu sparen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, angesichts steigender Energiepreise.

Zudem dominiert VMware bislang den Markt für Virtualisierungslösungen. So gilt VMware als de facto Standard für Virtualisierungen auf Intel-basierten Maschinen, wo dem Marktführer inzwischen ein Marktanteil von mehr als 90 Prozent eingeräumt wird. Benchmark-Analyst Brent Williams geht davon aus, dass es Wettbewerber wie Citrix, Microsoft und Oracle schwer haben dürften, den technischen Vorsprung von VMware zu brechen.

Während in den USA und Europa Virtualisierung bereits den Einzug bei Firmen geschafft hat, steht die Technologie in Schwellenländern erst am Anfang. BRIC-Staaten springen aber zunehmend auf den Zug auf, was dazu geführt hat, dass die internationalen Erlöse bei VMware zuletzt um 74 Prozent auf 213 Mio. Dollar anzogen.

VMware stärkt Präsenz in China
Um in wachstumsstarken Ländern wie Indien, Brasilien, Russland und in China stärker Fuß zu fassen, setzt VMware auf eine Multi-Tier Vertriebsstrategie, also auf eine Zusammenarbeit mit mehreren großen Partnern. Als ein Erfolg kann daher die jüngste Kooperation mit dem führenden chinesischen PC- und Serverspezialisten Lenovo gewertet werden. Lenovo wird künftig VMware Infrastructure 3 auf seinen Servern vorinstallieren und im Reich der Mitte vermarkten. Ein wichtiger Schritt für VMware und für die Virtualisierungstechnik insgesamt, schließlich gilt China heute schon als einer der größten PC- und Server-Märkte weltweit...

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Trotzdem wurde der VMware Player bereits mehr als 1,8 Mio. Mal aus dem Netz geladen.

Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Das kostenlose Tool VMware Server wurde bislang mehr als 2,2 Mio. Mal über die VMware-Seiten heruntergeladen. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 20.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global. In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus zwei weitere Zukäufe. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 86 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet VMware einen Umsatzsprung auf 438 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber war unter anderem das internationale Geschäft, welches um 74 Prozent anzog. Die Serviceerlöse kletterten demzufolge um 62 Prozent auf 144,2 Mio. Dollar, während die Lizenzerlöse um stolze 75 Prozent auf 294 Mio. Dollar zulegten.

Insgesamt konnte VMware im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 43 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Plus von 41 Mio. oder 12 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Vmware einen Nettogewinn von 88 Mio. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie realisieren, nach einem Plus von 12 US-Cent je Aktie im Jahr vorher und damit die Markterwartungen erfüllen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 422,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 22 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: VMware

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