VMware setzt sich von der Konkurrenz ab

Donnerstag, 28. Mai 2009 14:00
VMware

(IT-Times) - Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise konnte der US-Virtualisierungsspezialist VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) auch im ersten Quartal weiter wachsen und mit soliden Zahlen überzeugen. Das Unternehmen profitiert indirekt von der Wirtschaftskrise und vom Kostendruck der Firmen, die dazu gezwungen sind, Effizienzen zu heben und IT-Infrastrukturen weiter zu optimieren, um Kosten zu sparen.

Dabei spielt zunehmend die Virtualisierung von IT-Umgebungen eine große Rolle, wobei sich immer mehr Firmen für derartige Lösungen entscheiden. Dachte Anfang der Jahrtausendwende kaum ein größerer Konzern über Virtualisierung nach, ist die Technik inzwischen zum Mainstream geworden. VMware betreut weltweit inzwischen mehr als 11.000 Firmenkunden und hält sich trotz des Markteintritts großer Namen wie Microsoft weiter an der Spitze des Marktes, wie jüngste eine Studie der Burton Group offen legt.

VMware punktet mit vSphere bei den Kunden
Laut der aktuellen Burton-Studie ist die von VMware angebotene Lösung vSphere derzeit die kompletteste Virtualisierungslösung am Markt und erfüllt rund 100 Prozent der Anforderungen der Firmen im Bereich der x86-Plattformen. Mit der neuen Software vSphere will VMware Wettbewerber weiter distanzieren und mit zusätzlichen Features die Möglichkeiten des Cloud Computing nutzen. Gleichzeitig soll vSphere auch verstärkt kleine und mittelständische Kunden ansprechen, die bislang noch außen vor blieben, was Virtualisierung angeht.

Neben dem Ausbau des technischen Vorsprungs, will sich VMware aber auch auf der Vertriebsseite absichern. Das Unternehmen erzielte zuletzt rund 75 Prozent seiner Erlöse über indirekte Vertriebswege wie über Reseller wie Terremark. Die nunmehr bekannt gegebene Beteiligung in Höhe von fünf Prozent an Terremark sichert VMware aber nicht nur den Zugang über einen wichtigen Vertriebskanal, sondern rückt auch die neue Virtualisierungsplattform vSphere stärker in den Vordergrund.

vSphere erlaubt Kunden die Erstellung eines einzigen Computerpools bestehend aus bis zu 32 Servern und 2.048 Rechnerkernen, sowie 1.280 virtuellen Maschinen mit einer Speicherkapazität von 32 Terabyte RAM und 16 Petabytes an verfügbaren Datenspeicher inklusive 8.000 Netzwerk-Ports. Verglichen mit dem Vorgängerprodukt VMware Infrastructure 3 gilt vSphere in diesem Punkt als ein großer Schritt in Richtung Cloud Computing Technik, meint etwa Punt-IT Analyst Charles King.

Nachdem VMware durch vSphere auch seine Einstiegspreise auf 166 Dollar pro Prozessor reduziert und damit auf die Preiskritik aus den Reihen der Wettbewerber reagiert hat, dürfte das Unternehmen seinen Dominanzanspruch zumindest im Bereich der Datenzentren weiter untermauert haben…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Trotzdem wurde der VMware Player bereits mehr als zwei Mio. Mal aus dem Netz geladen.

Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 20.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen. In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 84 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldete VMware einen Umsatzanstieg um sieben Prozent auf 470,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 438,2 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn zog dabei zunächst um 62 Prozent auf 69,9 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie an, nach einem Profit von 43,1 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: VMware

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