VMware nimmt Google, Amazon und Microsoft stärker ins Visier

Donnerstag, 19. Juli 2012 12:25
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(IT-Times) - Die Aktien des US-Virtualisierungsspezialisten VMware gehörten am Vortag mit einem Kursplus von 12 Prozent mit zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Börse. VMware hatte nicht nur vorläufige Zahlen für das vergangene Quartal vorgelegt, sondern auch gleich einen Wechsel an der Führungsspitze vorgenommen.

Der ehemalige Intel-Manager und aktuelle EMC Chief Operating Officer (COO) Pat Gelsinger wird künftig VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) als CEO leiten und damit den bisherigen Firmenchef Paul Maritz zum 1. September 2012 ablösen, der künftig als Technik-Stratege dem Unternehmen weiter beratend zur Seite stehen wird.

VMware will Cloud-Division abspalten
Bei der US-Bank Wells Fargo wertet man die Nominierung von Gelsinger dahingehend, dass EMC und VMware künftig näher zusammenrücken werden. Wie der Branchendienst GigaOm berichtet, will VMware seine Cloud-Assets ausgliedern und ein neues Unternehmen formen. Unter anderem soll die Cloud Foundry Plattform, ein Cloud-Service für VMware-Entwickler, die das Unternehmen im April 2011 vorgestellt hat, mit der Greenplum-Division von EMC zusammengeführt werden. Auch soll dabei das Project Rubicon, ein Infastruktur-as-a-Service, integriert werden.

Mit dem Schritt will VMware seine Wettbewerbsposition im Bereich Cloud Computing verbessern und damit effektiver mit Cloud-Angeboten aus dem Hause Google, Microsoft und Amazon.com konkurrieren. Die Abspaltungspläne sollen schon in einem fortgeschrittenen Stadium sein, abgeschlossen ist der spin-off allerdings noch nicht.

VMware verliert leicht Marktanteile
Die Maßnahme ist auch deshalb notwendig, drohte VMware im Bereich Cloud Computing und Virtualisierung zuletzt ins Hintertreffen zu geraten. Bisher dominierte VMware den Markt mit seiner Virtualisierungslösung VMware vSphere, doch konnte Microsoft mit seinem Hyper-V Produkt zuletzt Boden in Sachen Marktanteile gut machen.

Zeichnete Hyper-V im ersten Quartal 2011 noch für 22,5 Prozent der ausgelieferten Virtualisierungssoftware verantwortlich, waren es im ersten Quartal 2012 bereits 26,6 Prozent, so die Marktforscher aus dem Hause IDC. Der Marktanteil von VMwares Server-Virtualisierungssoftware ging dagegen leicht von 53,6 auf 52,4 Prozent im ersten Quartal 2012 zurück.

Trotz des positiven Momentums für Hyper-V sehen die IDC-Marktforscher aber noch keine Gefahr für die Vormachtstellung von VMware. Vielmehr würden beide Plattformen (Hyper-V, vSphere) weiter wachsen, so IDC-Forscher Gary Chen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Heute operiert VMware aus drei Geschäftsgruppen heraus: Cloud Infrastructure und Management, Cloud Application Platform und End-User Computing.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 150.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen.

In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. In 2009 verstärkte sich VMware mit der Übernahme von Springsource. Anfang 2010 kaufte VMware den Email-Spezialisten Zimbra von Yahoo. In 2011 kaufte VMware mit Digital Fuel, Neo Accel, Packet Motion, Shavlik, SlideRocket, Socialcast und WaveMaker gleich mehrere Firmen auf.

Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 79 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

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