VeriSign: Konsolidierungskurs abgeschlossen - neues Wachstum in Sicht?

Freitag, 4. September 2009 13:07
VeriSign_Logo.gif

(IT-Times) - In den vergangenen 20 Monaten hat sich der Internet-Infrastrukturspezialist VeriSign (Nasdaq: VRSN, WKN: 911090) von fast allen Randgeschäftsbereichen getrennt, um sich so mehr auf sein Kerngeschäft mit Internet-Infrastrukturservices konzentrieren zu können.

Rechtsstreit mit der ICANN belastet die Aktie
Doch ob der Verkauf von Geschäftsanteilen langfristig wirklich zu einem höheren Gewinnwachstum führen wird, gilt als offen. VeriSign liegt seit geraumer Zeit im Klinsch mit der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), einer Gesellschaft, die über die Grundlagen der Verwaltung von Domainnamen entscheidet. Die ICANN wirft VeriSign vor, die Preise für die Verwaltung von Domainnamen künstlich hoch zu halten. Zudem soll VeriSign Wettbewerber mit unfairen Beschränkungen behindern, so der Vorwurf der ICANN.

Das Domaingeschäft ist für VeriSign von entscheidender Bedeutung, kommt dem Geschäftsbereich nachdem Verkauf von Randgeschäftsbereichen ein größeres Gewicht zu. Zudem steht die Erneuerung der Verträge im Hinblick auf die Verwaltung von .com Domainnamen im Jahr 2012 an.

Unsicherheit über Preisentwicklung
Allerdings fürchten Investoren, dass VeriSign in dem laufenden Verfahren zu niedrigeren Preisen gezwungen werden könnte. Sollte VeriSign den Streit mit der ICANN verlieren, würde dies dramatische Auswirkungen auf die Finanzergebnisse haben, so Credit Suisse Analyst Phil Winslow. Allerdings erachtet der Analyst die Wahrscheinlich eines solchen worst-case Szenarios als eher gering. Stattdessen steht dem Unternehmen vertragsmäßig eine Preiserhöhung im Bezug auf die verwalteten Domainnamen der Endungen .com und .net zu. Ob VeriSign dieses Recht auch wahrnehmen wird, ließ das Unternehmen auch im Hinblick auf die nach wie vor schwache Konjunkturlage offen.

VeriSign sitzt nach Konsolidierung auf hohen Barreserven
Allerdings könnte VeriSign durch den Verkauf von Geschäftseinheiten durch den jüngsten Mittelzufluss profitieren, glaubt Pacific Crest Analyst Rob Owens. Owens geht davon aus, dass die Konsolidierung Ende 2009 abgeschlossen ist, wobei sich die Gewinnmargen dann leicht verbessern dürften. Durch die durch den Verkauf von Geschäftsanteilen gut gefüllte Kriegskasse in Höhe 1,3 Mrd. US-Dollar stehen dem Unternehmen zudem Investitionsmöglichkeiten offen, um wieder Fahrt in Sachen Wachstum aufzunehmen…

Kurzportrait

Der US-Softwarespezialist VeriSign mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, nahm im Jahre 1995 seine Tätigkeit als Spezialist für Authentifizierungssoftware auf. Als Garagenfirma gestartet, schaffte das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit den Aufstieg zu einem führenden Technologieanbieter. Ursprünglich entwickelte VeriSign digitale Zertifikate, welche die Identität des Internet-Nutzers und der übertragenen Daten sicher ausweisen sollten. Mit dem Softwarehersteller Microsoft, Visa und American Express entwickelte das Unternehmen weiterführende Standards für das Bezahlen via Kreditkarte im weltweiten Datennetz Internet. Heute kommen VeriSign-Produkte nicht nur bei Kreditkarten-Abrechnungen im Internet zum Einsatz, sondern auch im Bereich Homebanking. Insgesamt werden zunehmend sensible Firmen- oder Kundendaten, welche über das Computernetz Internet gesendet werden mit Verschlüsselungssystemen aus dem Hause VeriSign versehen.

Im Jahre 2000 erschloss sich dass Unternehmen mit der Übernahme von Network Solutions (NSI) eine weitere Umsatz- und Einnahmequelle. Der führende Anbieter von Domain Registration-Services galt in der Vergangenheit als Monopolist in Sachen Domain Registrierung. Im Oktober 2003 verkaufte VeriSign seine NSI-Einheit wieder an die Investmentgesellschaft Pivotal Equity Partners, wobei VeriSign mit 15 Prozent weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an NSI halten wird. Dennoch betreute VeriSign zuletzt 93,5 Mio. Domainnamen der Endungen .com und .net.

Durch die Übernahme des Netzwerk Service Providers Illuminet Holdings für 1,3 Mrd. Dollar im Jahr 2001 hat sich VeriSign eine weitere Einnahmequelle im Telekomsektor erschlossen. Illuminet Holdings betreibt unter anderem eines der größten so genannten Signaling System Netze, welches Mobilunkkunden beispielsweise Roaming ermöglicht. Nach der Übernahme des Sicherheitsspezialisten Guardent für rund 135 Mio. Dollar, kaufte VeriSign im Frühjahr 2004 den deutschen Klingelton-Spezialisten Jamba! für 273 Mio. Dollar, welcher inzwischen an die News Corp wieder veräußert wurde. Anfang 2005 übernahm VeriSign dann den Multimedia-Messaging-Spezialisten Lightsurf für rund 270 Mio. Dollar. Im Sommer verstärkte sich VeriSign im Sicherheitsbereich durch die Übernahme des Spezialisten iDefense. Ende 2005 trennte sich VeriSign von seinem Zahlungszugangsgeschäft und veräußerte dieses für 370 Mio. Dollar in bar und in Aktien an die eBay-Tochter Paypal. Später folgte noch die Übernahme von Moreover Technologie und CallVision. Anfang 2006 übernahm VeriSign die österreichische 3united Mobile Solutions AG, Kontiki und m-Qube. In 2007 gab VeriSign den Spezialisten GreatDomains.com an die deutsche Sedo ab. Im Mai 2009 verkaufte VeriSign sein Kommunikationsservicegeschäft an TNS. Gleichzeitig wurde das Sicherheitsservicegeschäft an SecureWorks abgegeben. Im August 2009 verkaufte VeriSign sein Messaging-Geschäft an Syniverse Holdings.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2009 meldet VeriSign einen Umsatzanstieg um sechs Prozent auf 256,6 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 242 Mio. Dollar im Jahr vorher. Für das Kerngeschäft Internet Infrastructure und Identity Services meldet VerSign einen Umsatz von 255 Mio. Dollar, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Domain-Division VeriSign Naming Services verwaltete im jüngsten Quartal 93,5 Mio. aktive Domainnamen der Endungen .com und .net.

Der Gewinn kletterte dabei auf 34,9 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust von 69,2 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie zu Buche stand. Im Vorjahr belasteten allerdings Restrukturierungskosten in Höhe von 85 Mio. Dollar das Ergebnis.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte VeriSign im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 61 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie realisieren und blieb damit hinter den Gewinnerwartungen der Analysten zurück. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 255,2 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie gerechnet.

Insgesamt konnte VeriSign im jüngsten Quartal einen positiven operativen Cashflow von 83 Mio. Dollar erwirtschaften, womit sich die Barreserven zum Quartalsende auf 1,3 Mrd. Dollar summierten.

Meldung gespeichert unter: VeriSign

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...