Vectoring: Telekom gibt bundesweites Zugangsverbot für Wettbewerber auf

Donnerstag, 20. Dezember 2012 09:59
VATM

Antrag sieht jedoch immer noch überflüssige und unklare Ausnahmeregelungen vor

Köln, 20.12.2012. „Wir begrüßen, dass die Deutsche Telekom bei Vectoring von zahlreichen wettbewerbs- und investitionsbehindernden Forderungen abgerückt ist. So räumt sie grundsätzlich ein, dass nicht nur der bisher von Seiten der Wettbewerber erfolgte Glasfaserausbau bis zum Kabelverzweiger Bestandsschutz haben soll, sondern auch weitere Investitionen in die Infrastruktur von allen Marktteilnehmern möglich bleiben sollen“, sagt Jürgen Grützner über den gestern von der Telekom bei der Bundesnetzagentur eingereichten Antrag zum Einsatz der neuen Technologie. Grützner weiter: „Auch sollen die Wettbewerber die gleiche Möglichkeit haben, die neue Technologie so einzusetzen, wie die Telekom selbst. Allerdings fordert die Telekom Ausnahmen vom bisherigen Zugang zu diesem Verteilerkasten am Gehwegrand für die Wettbewerber. So soll zum Beispiel schon die Ankündigung eines Ausbaus durch den Ex-Monopolisten reichen, um ein Zugangsverbot für Wettbewerber auszulösen.“

„Unsere Erfahrung zeigt aber, dass die Gemeinden teils jahrelang warten müssen, obwohl Ausbauzusagen der Telekom vorlagen“, so der VATM-Geschäftsführer. Auch dort, wo Wettbewerber bereits Glasfaser bis zum Kabelverzweiger (KVz) ausgebaut haben, soll schon die Planung von Vectoring durch die Telekom ausreichen, um noch im Nachhinein ein Zugangsverbot für diese bewirken zu können und so gleichwohl den Bestandsschutz auszuhebeln. Dies dürfte besonders kritisch werden, weil sich gerade in ländlichen Regionen aufgrund geringer Nachfrage ein Vectoring-Ausbau häufig noch nicht unmittelbar lohnt, sondern erst bei höherer Netzauslastung. „Die Telekom könnte allein durch die Planungsankündigung Unternehmen so in Ausbau und Fehlinvestitionen zwingen, da diese sonst den bestehenden Zugang gänzlich verlieren würden. Durch solche Regeln würde es der Telekom allzu leicht gemacht, das Ziel, Investitionsmöglichkeiten für alle Unternehmen zu sichern, zu unterlaufen und die Investoren weiter zu verunsichern“, warnt Grützner.

Bei der verschwindend geringen Zahl von Konfliktfällen müsse die Bundesnetzagentur eine vermittelnde Rolle spielen. „Statt grundlegende Zugangsrechte in Frage zu stellen, brauchen wir lediglich gemeinsame Regeln für das Luxusproblem, wenn zwei Unternehmen den gleichen Kabelverzweiger von insgesamt 330.000 teuer mit Glasfaser anschließen wollen. Neben rund 40.000 von der Telekom mit VDSL ausgebauten KVz haben die Wettbewerber in kürzester Zeit bereits über 8.000 selbst so erschlossen und damit im nächsten Jahr sicherlich fast 25 Prozent.

Vectoring: Vectoring ist eine Technologie, die eine wesentliche Leistungssteigerung der heute eingesetzten VDSL2-Technik und damit eine Erhöhung der Datenübertragungsraten auf einem herkömmlichen Kupferkabel zwischen Kabelverzweiger (grauer Verteilerkasten am Gehwegrand) und Kunden bewirkt. Vectoring unterdrückt die wechselseitigen Störungen (das sogenannte „Nebensprechen“) der einzelnen Leitungen in einem Kabelbündel. Vom KVz aus können je nach Leitungslänge zum Kunden bis zu 100 MBit/s und mehr im Download erreicht werden.

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Corinna Keim
Frankenwerft 35
50677 Köln

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