VATM-Mitgliederversammlung: Zwei neue Präsiden und 16 neue Mitglieder

Montag, 10. Dezember 2007 16:19
VATM

Gastvortrag von ITK-Analyst Rothauge zur Zukunft der TK-Märkte

Verband will gegen Call & Surf und lange Umschaltzeiten der Telekom vorgehen

Köln/Düsseldorf, 10.Dezember 2007. Auf der Mitgliederversammlung des VATM am 5. Dezember 2007 in Düsseldorf wurden Versatel-Chef Peer Knauer und der Debitel-CEO Oliver Steil ins Präsidium des führenden deutschen Telekommunikationsverbandes gewählt. Steil folgt als Präsidiumsmitglied auf Axel Rückert, der anderthalb Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Debitel AG war. Knauer wurde für Charles Fränkl, zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung von HanseNet, ins Präsidium gewählt.

Knauer führt die Geschicke der Versatel AG als Chief Executive Officer seit Januar 2006. Versatel zählt zu den größten DSL-Anbietern in Deutschland. Vorher war der 41-jährige Diplom-Kaufmann und gelernte Bankkaufmann über fünf Jahre als Geschäftsführer der Tropolys GmbH tätig. Knauer vertritt im VATM-Präsidium die Sparte Regional operierende Festnetzanbieter.

Steil ist seit Oktober 2007 Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Mobilfunk Service Providers Debitel. Der 36-jährige studierte Elektro- und Informationstechniker war vorher acht Jahre lang als Partner bei McKinsey & Company beratend für verschiedene Telekommunikations-Unternehmen in Europa tätig. Im VATM vertritt er als Präsidiumsmitglied die Mobilfunk Service Provider.

Mit 16 neuen Mitgliedsunternehmen, die sich bei der Mitgliederversammlung vorstellten, hat der VATM in den vergangenen sechs Monaten einen der größten Mitgliederzuwächse seiner zehnjährigen Geschichte erlebt. Die neuen Mitglieder repräsentieren mit ihren Leistungsangeboten aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, TK-Ausrüster, Beratung und Billingsysteme die gesamte im VATM vertretene Bandbreite des Telekommunikationssektors in Deutschland.

Besondere Beachtung fand ein Gastvortrag des zu den bekanntesten deutschen ITK-Analysten zählenden Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Seiner Ansicht nach können die ehemaligen europäischen TK-Monopolisten ihre unterdurchschnittliche Markt- und Börsen-Performance nur durch weitere Kostensenkungen und Wachstum auf den sogenannten Emerging Markets in den Griff bekommen. Bezüglich der Geschwindigkeit von wettbewerbsbedingten Veränderungen prophezeite Rothauge eine weitere Beschleunigung der seit einiger Zeit zu beobachtenden Konsolidierungsprozesse. Für den deutschen Breitbandmarkt sieht er für das Jahr 2010 einen Penetrationsrate von rund 70 Prozent, bei der die Deutsche Telekom inklusive DSL-Resale einen Marktanteil von über 50 Prozent behalten werde.

Einen Schwerpunkt der Verbandsarbeit der nächsten Monate will der VATM auf die beiden Themen Umschaltzeiten der Telekom bei Kundenwechsel zu den Wettbewerbern und Vertragslaufzeiten bei den Call & Surf-Angeboten der Telekom legen. Nach Berichten der Mitgliedsunternehmen warten derzeit Zehntausende von Kunden, die von der Telekom zu den Wettbewerbern wechseln wollen, darauf, dass ihr Anschluss umgeschaltet werde. Hier sei die Situation schlimmer als während des Streiks beim ehemaligen Monopolisten.

Mit den Call & Surf-Angeboten würden die Kunden von der Telekom regelrecht ausgetrickst. Sie würden die neuen Verträge aufgrund vermeintlicher Tarifverbesserungen unterschreiben und in der Regel erst dann feststellen, dass sie sich damit für zwei Jahre gebunden haben, wenn sie zu einem Wettbewerber wechseln wollten. Der VATM will sich in den nächsten Tagen mit beiden Themen an die Bundesnetzagentur wenden, die schnellstmöglich für Abhilfe sorgen müsse.

Auf politischer Ebene will sich der Verband für eine schnelle Schließung der weißen Flecken auf der deutschen Breitbandkarte engagieren. Hier müssten innovative Anschlusstechnologien zum Einsatz kommen, die gerade von mittelständischen Unternehmen angeboten werden. Eine wichtige Rolle könnten dabei die Funkfrequenzen im UHF-Band spielen, die bei der Digitalisierung des Rundfunks frei werden. Wenn nur ein kleiner Teil dieser Frequenzen für die Breitbandversorgung im ländlichen Raum genutzt werden könnte, müsste dies gerade für die Rundfunkanstalten von größtem Interesse sein, die seit Jahren selbst mit ihren Angeboten ins Internet drängen und dort enorme Kapazitätsressourcen in Anspruch nehmen.

Informationen

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.

VATM-Geschäftsstelle  

Dr. Eva-Maria Ritter, Wolfgang Heer      

Meldung gespeichert unter: VATM

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