United Internet wird für 2014 viel zugetraut

Internet-Provider

Freitag, 3. Januar 2014 15:02
United Internet

MONTABAUR (IT-Times) - Im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres konnte der deutsche Internet-Provider United Internet seinen Aktienkurs von unter 17,50 Euro auf mehr als 30 Euro steigern. Kleine Dellen im Sommer und im November konnten die kontinuierliche Kurs-Entwicklung nicht stoppen. Analysten sehen die Kurs-Entwicklung bei United Internet zum Teil als noch nicht abgeschlossen an. Im Telekommunikations-Sektor werden für 2014 insbesondere durch Übernahmen neue Fantasien geschürt und United Internet wird zugetraut, durch Übernahmen weiter zu wachsen. 2013 hatte man die Strategie der Übernahmen bereits begonnen, um sich so im Wettbewerb mit zum Teil globalen Akteuren in Position zu bringen.

Zum Ende des letzten Jahres brachte man den Squeeze-Out der Sedo Holding weitestgehend in trockene Tücher. Die United Internet AG (WKN: 508903) legte eine Barabfindung für die übrigen Stückaktien des Domain-Vermarktungsspezialisten fest. Demnach sollen die verbliebenen Minderheitsaktionäre von Sedo eine Barabfindung in Höhe von 2,77 Euro je Wertpapier erhalten. Über den Squeeze-Out will der Domain-Vermarkter auf der nächsten Hauptversammlung Anfang Februar entscheiden. Die United Internet AG hält aktuell über ihre Tochtergesellschaft United Internet Ventures Aktien im Gesamtwert von 96,05 Prozent des Grundkapitals der Sedo Holding und ist damit Hauptaktionärin des Unternehmens.

Ziel von United Internet ist es, die von der Sedo Holding AG betriebenen Geschäftsfelder Affiliate-Marketing und Domain-Marketing stärker in die strategische Weiterentwicklung der United Internet Gruppe einzubinden. Noch vor einem Jahr hatte der Bereich die Bilanz von United Internet verhagelt: Das Geschäft mit Werbung auf ungenutzten Internetseiten lief lange nicht so gut wie erwartet: Abschreibungen in Höhe von 46,3 Mio. Euro waren die Folge und belasteten das Ergebnis von United Internet.

Wachstumspotenzial sieht United Internet zudem in Märkten wie Mobile Web und Cloud Computing. Vor diesem Hintergrund wurde im letzten Jahr der spanische Cloud-Computing und Webhosting-Spezialist Arsys übernommen. Bei Arsys Internet handelt es sich um einen spanischen Anbieter von Cloud-Computing- und Webhosting-Lösungen mit 290 Mitarbeitern und rund 150.000 Kunden. United Internet sichert sich damit neben 1&1 einen weiteren Vertriebskanal im Internetbereich in Spanien.

Kurzportrait

United Internet mit Sitz in Montabaur ist mit gut 13 Millionen kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie nahezu 32 Millionen werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Dienstleister. Das Unternehmen operiert dabei aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Access und Applications.

Im Geschäftsbereich Access erwirtschaftet das Unternehmen die Mehrheit seines Umsatzes. Hier vermarktet die Gesellschaft Internet-Mehrwertdienste und -zugänge über die Marken GMX, WEB.DE und 1&1 an private und gewerbliche Kunden. Im Bereich Online-Marketing offeriert United Internet Domain-Marketing über Sedo und Affiliate-Marketing über affilinet. Zur Marketing-Sparte gehört auch der Werbevermarkter AdLINK. Im Bereich Applications werden Anwendungen für die Bereiche Personal Information Management, Webhosting, Online-Werbung und Cloud-Applikationen angeboten.

Im Bereich Hosting verstärkte sich United Internet im Jahr 2006 durch die Übernahme des britischen Web-Hosters Fasthosts. Im Hosting-Geschäft ist United Internet zudem mit der Marke InterNetX vertreten. InterNetX betreibt ein Reseller-Netzwerk mit über 20.000 Partnern. Mit mehr als drei Millionen verwalteten Domains und über 1.500 gehosteten Servern gehört InterNetX heute zu den führenden Anbietern von White-Label-Produkten im Hosting-Markt.

Im Geschäftsbereich Domain ist das Unternehmen mit der Domain-Handelsplattform Sedo im Markt vertreten, den man 2013 nahezu komplett übernahm. Zudem gehört seit 2009 auch der führende Domain-Registrar United-Domains AG zum Konzern. Bereits im Jahr 2005 wurde der GMX-Konkurrent Web.de für 330 Mio. Euro aufgekauft. Anfang 2008 beteiligte sich United Internet mit 48,65 Prozent an der Medienholding virtual minds AG (Adition). Im Mai 2009 erwarb die United Internet Tochter 1&1 das DSL-Geschäft von freenet. Im Herbst 2009 trennte sich United Internet hingegen von seiner direkten freenet-Beteiligung und verkaufte 10,79 Millionen Anteile. Trotz des Verkaufs ist das Unternehmen weiterhin über die MSP Holding GmbH an freenet beteiligt. Im Jahr 2008 erhöhte United Internet die Beteiligung an Versatel auf 25,05 Prozent. In 2009 akquirierte die Tochtergesellschaft Sedo den US-Rivalen ReveueDirect. Ende 2010 übernahm die Tochter GMX den US-Dienst Mail.com. Im selben Jahr begann auch die Vermarktung von Firmensoftware für kleine und mittelgroße Unternehmen. Zudem stieg die Tochtergesellschaft 1&1 mit der Marke Freephone in den Handymarkt ein. Im Jahr 2012 schließlich erwarb man 25,1 Prozent der Obergesellschaft der Versatel AG. 2013 kaufte man den spanischen Webhoster Arsys und legte den Grundstein, um die Sedo Holding komplett zu übernehmen.

United Internet verfügt über rund 6.250 Mitarbeiter und betreibt fünf Rechenzentren mit 70.000 Servern in Europa und in den USA.

Zahlen

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