Umsatzrückgang bei elektronischen Komponenten

Dienstag, 11. November 2008 15:38
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München, 11. November 2008 – Nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems wird der deutsche Markt für elektronische Komponenten im laufenden Jahr um vier Prozent auf 16,4 Mrd. Euro zurückgehen. Damit setzt sich der negative Trend des Vorjahrs mit einem Minus von 1,4 Prozent fort. 2009 wird sich der Abwärtstrend abschwächen und es wird nur noch ein Minus von einem Prozent erwartet.

„Die im Sommer eingetretene Finanzkrise, der weltweite rohstoffpreisbedingte Inflationsschub und der damit verbundene weltweite Konsumrückgang hat negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach elektronischen Komponenten“, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands.

Der Umsatzrückgang in Deutschland im laufenden Jahr ist vor allem auf die schwachen Halbleiterumsätze mit minus acht Prozent zurückzuführen. Halbleiter dominieren mit einem Anteil von etwa 60 Prozent nach wie vor den Gesamtmarkt für elektronische Komponenten. Für 2009 erwarten die Markt-Experten im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie allerdings insgesamt eine leichte Erholung der Märkte.

Branchensegmente entwickeln sich unterschiedlich

Im Segment der Halbleiter ist der Umsatz im vergangenen Jahr um über vier Prozent auf 10,7 Mrd. Euro gesunken. Für das laufende Jahr wird mit einem noch massiveren Umsatzrückgang um acht Prozent auf einen Umsatz von 9,8 Mrd. Euro gerechnet. Diese Entwicklung ist auf die geringen Wachstumsraten der Treibersegmente Kfz- und Industrie-Elektronik mit 0,7 bzw. 0,5 Prozent sowie den starken Umsatzrückgang von knapp zehn Prozent bei der Datentechnik – die einen Anteil von etwa 30 Prozent einnimmt – zurückzuführen. Die Telekommunikation wies bereits im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 23 Prozent auf. Sie wird dieses Jahr mit einem Umsatzminus von 36 Prozent abschließen, so die Prognose. Die steigenden Produktionszahlen für Flachbildschirme in Osteuropa bringen wegen neuer Schaltungskonzepte im Umfeld der IC’s keine nennenswerten Umsatzzuwächse in der Konsumelektronik.

Die Marktexperten des ZVEI erwarten für die Märkte der Passiven Bauelemente im Jahr 2008 ein Umsatzwachstum von gut drei Prozent auf über 1,6 Mrd. Euro. Bereits das vergangene Jahr konnte ein Umsatzplus von 6,1 Prozent (1,57 Mrd. Euro) ausgewiesen werden. Trotz der derzeit schwachen Weltwirtschaft tragen zu dieser Entwicklung vor allem die anhaltende Nachfrage nach Automati­sierungstechnik, Anlagen für die Nutzung alternativer Energien und geregelte Stromversorgungen bei. Insbesondere die steigende Nachfrage nach passiven Bauelementen in der Kfz-Elektronik zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs durch Piezobauelemente für die Kraftstoff­einspritzung führt noch zu positiven Effekten. Allerdings wird sich das Wachstum im kommenden Jahr auf ein Prozent weiter abschwächen, so die Marktprognose der ZVEI-Experten.

Die Gruppe der Elektromechanischen Bauelemente, zu denen Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen zählen, konnte bereits im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von gut drei Prozent auf 2,8 Mrd. Euro verbuchen. Für 2008 erwartet der ZVEI erneut ein Wachstum von drei Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. So werden die Bereiche Kfz-, Industrie- und Konsum-Elektronik aber auch die Datentechnik im unteren einstelligen Bereich zulegen können. Nur im Bereich der Telekommunikation wird der Umsatz um knapp zwei Prozent auf 385 Mio. Euro zurückgehen. Für das laufende Jahr wird damit gerechnet, dass die Industrie-Elektronik um knapp fünf Prozent, die Kfz-Elektronik um gut vier Prozent und die Datentechnik um knapp zwei Prozent wachsen. Für 2009 rechnet die Branche mit einem Wachstum von 1,5 Prozent, wobei der Anteil der Automobilindustrie am Umsatz seit mehreren Jahren stabil bei 44 Prozent liegt.

Für das vergangene Jahr meldete der Verband der Leiterplattenindustrie beim ZVEI auf dem inländischen Leiterplattenmarkt ein Plus von
2,5 Prozent auf einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro. Das laufende Jahr wird eine etwas geringere Wachstumsrate von 1,3 Prozent aufweisen, so die Einschätzung der Branche. Über ein Drittel des Umsatzes wird in der Kfz-Elektronik erzielt, dicht gefolgt von der Industrie-Elektronik (gut
30 Prozent) und der Telekommunikation (gut 20 Prozent). Für das kommende Jahr wird ein geringes Wachstumsplus von einem halben Prozent erwartet.

Die Märkte der Integrierten Schichtschaltungen schlossen das vergangene Jahr mit einem leichten Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 575 Mio. Euro. Für das laufende Jahr wird trotz der zurückgehenden Konjunktur mit einer weiteren Erholung des Markts, mit einem Plus von zwei Prozent auf knapp 590 Mio. Euro Umsatz gerechnet. Die Aussichten für das kommende Jahr lassen einen sich weiter erholenden Markt mit einem Plus von knapp fünf Prozent erwarten. Schichtschaltungen werden als Träger für elektronische Bauelemente eingesetzt. Der Anteil der Automobil-Elektronik dominiert mit 83 Prozent.

Die nächst höhere Wertschöpfungsstufe der elektronischen Komponenten, die Elektronischen Baugruppen, schlossen das vergangene Jahr mit einem geringen Minus von einem Prozent. Im laufenden Jahr wird sich der Umsatzrückgang um 3,3 Prozent auf 21,3 Mrd. Euro weiter fortsetzen. Auch für das kommende Jahr wird ein rückläufiger Markt mit einem Minus von 1,6 Prozent erwartet, so die Prognose der ZVEI-Marktexperten.

Meldung gespeichert unter: ZVEI

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