Übernahmekandidat Conergy - Ökostrom nach Atomkatastrophe wieder gefragt

Donnerstag, 17. März 2011 13:41
Conergy

(IT-Times) - Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als ob der Hamburger Solarkonzern Conergy AG (WKN: 604002) die Wende nicht schaffen würde. Mitte Januar musste Conergy den Verlust der Hälfte des Grundkapitals melden, zudem wurde eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis von 8:1 und eine Kapitalerhöhung beschlossen, um überhaupt weitermachen zu können.

Noch im März markierten Conergy-Aktien ein neues Tief bei 0,28 Euro, nachdem Marktteilnehmer keine große Zukunft mehr in dem finanziell angeschlagenen Unternehmen sahen. Doch dann kam das große Beben und mit ihm die Atomkatastrophe in Japan, die seit Tagen die Welt in Atem hält. Galten deutsche Solarwerte aufgrund der fehlenden Konkurrenzfähigkeit zu asiatischen Anbietern vor wenigen Wochen noch als "out", hat sich die Situation schlagartig geändert.

Ökostrom ist wieder "in" - Anbieter verzeichnen hohe Nachfrage
Ökostrom ist wieder gefragt. Verbraucherportale wie Verivox verzeichnen einen Nachfrageansturm auf ihrem Ökostromtarifrechner, gleiches melden die vier führenden deutschen Ökostromanbieter Lichtblick, Naturstrom, Greenpeace Energy und die Elektrizitätswerke Schönau, wie die <img alt="undefined" src="fileadmin/img/icons/external_link_new_window.gif"></img>Zeit Online berichtet.

Ob Conergy vom neuen Nachfrageboom nach Ökostrom profitieren wird, bleibt abzuwarten. Die nach wie vor hohen Schulden lassen sich nicht von heute auf morgen aus der Welt schaffen, allerdings bietet Conergy durchaus konkurrenzfähige Produkte an. Unabhängige Tests (PV+Test des TÜV Rheinland und der Solarpraxis AG) bescheinigten dem Conergy PowerPlus Modul zuletzt das Qualitätsurteil "gut (+)".

Im Vergleich zu sieben anderen Solarmodulen soll Conergys PowerPlus Modul den höchsten Wirkungsgrad bei einer nachgewiesenen Mehrleistung von zwei Prozent über den zugesagten Ertrag erzielt haben. Zudem ging das PowerPlus Modul auch in Sachen Temperaturverhalten bei Wind und Wetter als Klassensieger durchs Ziel, heißt es bei Conergy mit Verweis auf die Testergebnisse.

Helfen wird die positive Beurteilung dem Unternehmen zunächst nicht viel - letztendlich entscheidet der Markt und der Kunde, was aufs Dach kommt. Doch beweist Conergy damit, dass man trotz der finanziellen Probleme dazu in der Lage ist, Qualitätsprodukte auf den Markt zu bringen, womit die Hamburger zumindest als Übernahmekandidat interessant sind, sollte es mit dem Turnaround doch nicht klappen...

Kurzportrait

Das Solarunternehmen Conergy mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 1998 durch den ehemaligen Vorstand Hans-Martin Rüter gegründet und ist ein voll integrierter Solarkonzern, der sowohl Solar-Wafer, Solarzellen und Solarmodule im eigenen Haus produziert und weltweit vertreibt. Das Unternehmen hat sich dabei auf die Installation, Projektierung und Produktion von Solarsystemen und anderen Erneuerbare Energien spezialisiert. Schwerpunkt ist jedoch der Vertrieb von Photovoltaik-Produkten. Inzwischen generiert Conergy mehr als Hälfte seiner Umsätze im Ausland.

Zum Produktportfolio von Conergy gehören nicht nur Solarmodule (Conergy PowerPlus), sondern auch Nachführsysteme, Befestigungssysteme, (SunTopp III) für Aufdachsysteme, sowie String-Wechselrichter (Conergy IPG Serie) als auch Zentral- und Insel-Wechselrichter. Daneben bietet Conergy auch ein entsprechendes Anlagenüberwachungssystem (Conergy Conergy VisionBox, SunReader und SmartConnect) an, die den reibungslosen Betrieb der installierten Solaranlage überwachen soll.

Heute ist Conergy mit seinem Geschäft in 16 Ländern auf vier Kontinenten aktiv. Insgesamt operiert Conergy von zwei Hauptgeschäftssegmenten heraus. Während die Conergy Solarsysteme produziert, installiert und projektiert, bietet die Tochter Epuron GmbH (vormals voltwerk AG) Projektentwicklung und die Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekte an.

Seine Wafer, Solarzellen und Solarmodule produziert Conergy an seinem neuen Produktionsstandort in Frankfurt an der Oder. Zudem bezieht Conergy Solar-Wafer vom amerikanischen Hersteller MEMC. Den Vertrieb hat das Unternehmen im Jahr 2008 neu strukturiert und die beiden Geschäftseinheiten für Unernehmen (Conergy) und Privatkunden (SunTechnics) miteinander verschmolzen. Insgesamt zählt das Conergy-Vertriebsnetz mehr als 100 Installationsbetriebe, die mit dem Solarspezialisten zusammenarbeiten.

Anfang 2011 trennte sich Conergy vom einem Teilbereich seiner Tochter Epuron. So wurde das Biogas-Geschäft von Epuron an die RES Projects GmbH verkauft. Zuvor trennte sich Conergy bereits von seinem Wärmepumpengeschäft (Güstrower Wärmepumpen GmbH).

Nachdem das Unternehmen in 2007 in finanzielle Schieflage geriet, versucht das Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren, nachdem sich das Unternehmen durch eine zu starke Expansion verhoben hatte.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Conergy

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