Trina Solar auf Expansionskurs

Mittwoch, 5. März 2008 13:02
Trina Solar

Korrektur: der zweite Satz im dritten Absatz wurde geändert. Zwischen Wacker Chemie und Trina Solar besteht keine technische Kooperation, sondern nur ein Polysilicon-Lieferabkommen

(IT-Times) Zu Jahresbeginn gerieten Solar-Werte erheblich unter Druck, nachdem Befürchtungen bezüglich steigender Polysilicon-Kosten laut wurden. In der Branche fürchtet man daher sinkende Gewinnmargen infolge steigender Materialkosten.

Das diese Befürchtungen bislang unbegründet sind, beweist der chinesische Solar-Spezialist Trina Solar Ltd (WKN: A0LF3P). Das Unternehmen konnte seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr nicht nur verdreifachen, gleichzeitig stellt das Unternehmen auch stabile Gewinnmargen für das laufende Jahr in Aussicht. Die operative Gewinnmarge soll sich sogar leicht verbessern, nachdem Trina weitere Effizienzverbesserungen im Rahmen der Herstellung und des gesamten Produktionsprozesses von Solar-Modulen realisieren will.

Mehr Unabhängigkeit durch eigene Polysilicon-Anlage
Auch Jesup & Lamont Analyst Brian Yerger zeigt sich zuversichtlich, dass Trina in der Lage sein wird, die steigenden Materialkosten unter Kontrolle zu halten. In Sachen Polysilicon-Versorung arbeitet Trina Solar bereits mit der deutschen Wacker Chemie zusammen, dessen Einheit Wacker Polysilicon ein weltweit führender Spezialist in Sachen Reinsilicium, Chlorsilanen und Kieselsäuren für Halbleiter- und Photovoltaikprodukten ist. Zudem plant Trina Solar den Bau einer eigenen Polysilicon-Anlage, um 50 Prozent des Polysilicon-Bedarfs selbst zu decken.

Expansion in weitere Märkte
Spielte bislang der spanische Markt als Abnehmermarkt eine führende Rolle - rund 41 Prozent der Umsätze wurden über Spanien erzielt - soll sich die Umsatzbasis in 2008 weiter diversifizieren. Nachdem dem man inzwischen auch Belgien und in den Niederlanden am Start ist, sollen die Benelux-Staaten in 2008 bereits fünf Prozent zum Gesamtumsatz beitragen.

Daneben bereitet Trina Solar auch den Markteintritt in den USA vor. Derzeit steht das Unternehmen unmittelbar davor, die erforderliche UL-Zertifizierung zu erhalten, so dass das US-Geschäft im laufenden Jahr bereits fünf Prozent zu den Gesamterlösen beisteuern soll.

Daneben will das Unternehmen mit seiner zweiten Zell-Generation zu den marktführenden Produkten aus Deutschland und Japan aufschließen. Der Wirkungsgrad der mono- und multikristallinen Zellen soll auf 17,5 bzw. 16,0 Prozent steigen. Diese Verbesserungen sollen schließlich zu einer Ausgangsleistung von 245 Watt bei monokristallinen Zellen bzw. 230 Watt bei multikristallinen Zellen im laufenden Jahr führen. Daneben sollen auch die Produktionskosten pro Watt weiter sinken. Geplant ist eine Kostenreduktion von 18 Prozent auf 1,05 Dollar je Watt (ausgenommen Polysilicon-Kosten).

Fazit: Zwar haben deutsche und japanische Solar-Firmen die Nase in Sachen Technik (Wirkungsgrad, Lichtempfindlichkeit etc.) weiter vorn, doch die chinesischen Hersteller holen rasant auf, wie das Beispiel Trina Solar zeigt…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1997 und ansässig im chinesischen Changzhou, gilt Trina Solar als einer der Pioniere im Bereich Photovoltaik-Technologie im Reich der Mitte. Als einer der wenigen PV-Anbieter ist Trina Solar mit einem integrierten und vertikalen Geschäftsmodell aufgestellt. Trina Solar fertigt sowohl mono- und multikristalline Zellen, Wafer und hochqualitative Solar-Module.

Insbesondere werden standardisierte Solar-Module in Fertigungsanlagen in China produziert. Das Unternehmen fertigt dabei sowohl Standard-Produkte, als auch Produkte nach Kundenwünschen. Trina Solar tritt dabei mit seiner eigenen Marke auf, verkauft seine Produkte aber auch über Händler und Systemintegratoren weltweit. Reseller-Verträge bestehen unter anderem mit der der spanischen Corporación Zigor S.A., der Scatec AS, sowie mit den deutschen Firmen SKR Energie GmbH, Schüco International KG, Conergy AG und Phönix SonnenStrom AG. Kooperationen bestehen unter anderem mit Wacker Chemie, HCT Shaping Systems und mit DC Chemical.

Insgesamt operiert Trina Solar heute von zwei Geschäftsfeldern heraus: Solar Module und System Integration. Im Bereich Solar Module ist das Geschäft mit der Entwicklung, Produktion und der Vermarktung von Solar-Zellen und Module zusammengefasst. Zuletzt summierte sich die Produktionskapazität des Unternehmens auf knapp 60 Megawatt (MW). Trina Solar legt großen Wert auf die Robustheit seiner Solar-Module, die versiegelt und wasserdicht sind, sowie höchster Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit widerstehen.

Im Bereich System Integration deckt das Geschäft rund um die Errichtung ganzer Solar-Kraftwerke ab. Trina Solar übernimmt dabei die Planung und die Umsetzung der Projekte. Unter anderem wurden bereits für die chinesische Regierung verschiedene Solar-Projekte umgesetzt. Inzwischen liefert Trina Solar seine Produkte aber nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern Europas wie den Niederlanden, Griechenland Belgien, Frankreich, und Korea aus.

Zahlen

So berichtet der chinesische Solar-Spezialist von einem Umsatzsprung auf 101,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 38,8 Mio. US-Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn verdreifachte sich dabei auf 15,7 Mio. US-Dollar oder 62 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 4,6 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Trina Solar auch die Markterwartungen der Analysten signifikant übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 95,6 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Trina Solar

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