Texas Instruments will mit Innovationen punkten

Dienstag, 17. November 2009 14:10
Texas Instruments (TI)

(IT-Times) - Der US-Mobilfunkchiphersteller Texas Instruments (NYSE: TXN, WKN: 852654) verspürt wieder Rückenwind. Zwar sind Umsatz und Gewinne gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal nochmals gesunken, gegenüber dem zweiten Quartal 2009 konnte der Halbleiterspezialist seine Umsätze aber schon wieder um 17 Prozent steigern.

Vor allem das Analog-Geschäft war mit einem Plus von 20 Prozent der eigentliche Wachstumstreiber bei TI. Im Mobilfunksegment zählte das Geschäft rund um Smartphone-Chips zu den wichtigen Wachstumssäulen, welches um 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte.

DLP Pico-Technik hält Einzug im Mobilfunkmarkt
Der Erfolg in diesem Geschäftsbereich ist für Texas Instruments (TI) besonders wichtig, steigen immer mehr Konsumenten und Firmenkunden auf die Computer-ähnlichen high-end Mobiltelefone um. Während nahezu alle modernen Smartphones heute schon mit integrierter Digitalkamera ausgestattet sind, bietet TI mit seiner DLP Pico Technik eine weitere interessante Alternative an.

Bislang kam die von TI entwickelte DLP Pico Projektortechnik vor allem auf Kinoleinwänden zum Einsatz. Dem Hersteller ist es aber nunmehr gelungen, den Chipsatz signifikant zu verkleinern, so dass die Pico-Technik nun mehr auch in Mobiltelefonen und in Notebooks Platz findet. Damit ist der Projektor in der Hosentasche de facto Realität geworden. Geschäftsleute können mit entsprechend ausgestatteten Handys Präsentationen schnell und unkompliziert auf eine Wand projizieren, ohne dass dafür ein Projektor notwendig ist. Auch für Privatverbraucher ist ein solches Gerät interessant, können so Inhalte mit Freunden oder der Familie schnell geteilt werden. Erste Geräte mit dem DLP Pico Chip gibt es bereits von Samsung (Samsung W7900 Projector Phone).

TI gerät gegen Qualcomm in die Defensive
Der Vorstoß von TI in Sachen Innovation scheint auch dringend notwendig, denn der Chip-Konkurrent Qualcomm hat in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt. Mit seiner Snapdragon-Plattform hat der TI-Konkurrent ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Sowohl Sony Ericsson als auch LG Electronics wollen neue Handys mit dem neuen Qualcomm-Chipsatz auf den Markt bringen.

Daneben hat auch der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Samsung jüngst ein Patent-Abkommen mit Qualcomm unterzeichnet, wonach sich die Südkoreaner für die nächsten 15 Jahre den Zugang zu CDMA-Techniken sichern. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Samsung künftig exklusiv auf Qualcomm-Prozessoren in seinen künftigen Handys setzen wird, was für die Texaner sicherlich ein Rückschlag wäre…

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Heute ist das in Dallas ansässige Unternehmen Marktführer bei sogenannten Digital Signal Processors (DSPs). Das DSP-Geschäft steuerte zuletzt etwa 40 Prozent zum gesamten Halbleiterumsatz bei. Nach Angaben der Gesellschaft arbeitet jedes zweite verkaufte Mobilfunktelefon heute mit einem Mobilfunkchip aus dem Hause TI. Daneben entwickelt TI aber nach wie vor auch analoge Chips. Das Geschäft mit Kabelmodems und DSL-Equipment wurde Mitte 2007 an den Münchner Chip-Konzern Infineon abgegeben. Der Bereich Halbleiter zeichnete zuletzt für den Großteil der gesamten Umsätze verantwortlich, während das Segment Education Technology (Taschenrechner etc.) rund vier Prozent zum Gesamtumsatz beitrug.

Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Mikrokontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben. Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi- und RFID-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications sowie des Chiphersteller Integrated Circuit Designs Inc. Im Herbst 2007 kaufte TI den Power-Management-Spezialisten Powerprecise Solutions. In 2008 verstärkte sich TI durch die Übernahme von Commergy Technologies und Innovative Design Solutions. Im Frühjahr 2009 verstärkte sich TI im Microcontroller-Geschäft mit der Übernahme von Luminary Micro.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2009 meldet Texas Instruments (TI) einen Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 2,88 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 3,39 Mrd. Dollar. Der Gewinn schrumpfte dabei um vier Prozent auf 563 Mio. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie. Mit den vorgelegten Zahlen konnte TI die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie kalkuliert hatten.

Profitiert hat Texas Instruments (TI) vor allem vom starken Wachstum im analogen Chipbereich. Hier legten die Umsätze im zweiten Quartal infolge um 20 Prozent zu, so TI-Chef Rich Templeton. Infolge der höheren Nachfrage habe man das Produktionsniveau in den Fabriken angehoben. Die Nachfrage nach Produkten wie Festplatten, Handys sowie nach Spielekonsolen und Navigationsgeräte sei im jüngsten Quartal stark gewesen, so IR-Manager Ron Slaymaker.

Meldung gespeichert unter: Texas Instruments (TI)

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