Texas Instruments sieht Trendwende

Mittwoch, 25. April 2007 00:00

(IT-Times) Der weltweit führende Mobilfunkchiphersteller

Texas Instruments (NYSE: TXN<TXN.NYS>, WKN: 852654<TII.FSE>) konnte im jüngsten Quartal mit positiven Zahlen überraschen. Vielmehr wiegte jedoch die Aussage des Managements, dass die Korrekturen bei den Lagerbeständen wohl vorüber seien und nunmehr wieder Wachstum zu erwarten sei.

„Wir denken, dass die Korrekturen bei den Lagerbeständen, die im zweiten Halbjahr letzten Jahres begonnen haben, weitgehend im ersten Quartal beendet sind“, erklärt TI-Chef Rich Templeton. „Die Bestellungen erholen sich wieder und wir erwarten wieder ein sequentielles Wachstum im zweiten Quartal“, so Templeton weiter. Eine Trendwende zeichnete sich bereits im März ab. So hätten allein im Vormonat die täglichen Verkäufe um 20 Prozent gegenüber dem Niveau vom Monat Februar gelegen, heißt es.

TI lagert aus und senkt Kosten

Positiv bemerkbar machten sich demnach auch Auslagerungen von Forschungsausgaben. Bereits im vorhergehenden Quartal lagerten die Texaner die Entwicklung von Silikon-Prozesstechnik für erweiterte Lithographiesysteme an Dritthersteller aus. Gleichzeitig will man eine etwas ältere 8-Zoll-Fertigungsfabrik schließen. Diese Maßnahmen sollen allein im nächsten Jahr zu Kosteneinsparungen in Höhe von 200 Mio. Dollar führen. Mit den jüngsten Maßnahmen dürfte der Trend zum Outsourching von forschungsintensiven und teuren Aufgaben weiter gehen. In 2006 lagerte man bereits 25 Prozent des gesamten Wafer-Bedarfs sowie 50 Prozent des CMOS-Bedarfs an Dritthersteller aus, so das Management.

TI verdoppelt Quartalsdividende

Auch finanziell scheint TI besser dazustehen, als jemals zuvor. So wurden in den letzten zehn Quartalen nicht weniger als eigene Aktien im Wert von 10,7 Mrd. US-Dollar zurückgekauft und die Zahl der ausstehenden Anteile damit um 17 Prozent reduziert. Gleichzeitig hob man erst in der Vorwoche die Quartalsdividende um 100 Prozent an, womit sich die Jahresausschüttung an die Aktionäre nunmehr auf 0,32 Dollar summiert.

Mit einer stärkeren Diversifizierung der Umsatzbasis will TI weiter wachsen. Wachstumsmöglichkeiten sind dabei reichlich vorhanden. Mit dem zunehmenden Einzug von 3G und WiMAX-Techniken tun sich für die Texaner neue Möglichkeiten auf.

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Heute ist das in Dallas ansässige Unternehmen Marktführer bei sogenannten Digital Signal Processors (DSPs). Das DSP-Geschäft steuerte zuletzt etwa 40 Prozent zum gesamten Halbleiterumsatz bei. Nach Angaben der Gesellschaft arbeitet jedes zweite verkaufte Mobilfunktelefon heute mit einem Mobilfunkchip aus dem Hause TI. Daneben entwickelt TI aber nach wie vor auch analoge Chips, sowie Kabelmodems und ADSL-Equipment. Der Bereich Halbleiter zeichnete zuletzt für 96 Prozent der gesamten Umsätze verantwortlich, während das Segment Education Technology (Taschenrechner etc.) vier Prozent zum Gesamtumsatz beitrug.

Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Mikrokontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben. Der zunächst mit 160 Mio. US-Dollar ausgestattete Venture-Fond beteiligte sich unter anderem an Firmen, wie Infogear, Netboost, Nexabit oder SnapTrack. Die genannten Startup-Firmen und dessen Technologien waren offensichtlich so vielversprechend, dass sie inzwischen von Cisco Systems, Intel, Lucent oder Qualcomm aufgekauft wurden. Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Texas Instruments einen Umsatzrückgang auf 3,19 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 3,33 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 516 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 585 Mio. Dollar oder 36 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 3,15 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Bruttomargen zogen im jüngsten Quartal deutlich von 50,1 auf 51,3 Prozent an, während die operativen Gewinnmargen sich mit 21,3 Prozent leicht rückläufig entwickelten. Die operativen Kosten sanken dagegen um 24 Mio. Dollar auf 957 Mio. Dollar. Insgesamt konnte TI einen positiven Cashflow in Höhe von 554 Mio. Dollar erwirtschaften und das Quartal mit Barreserven von 3,34 Mrd. Dollar abschließen. Allein im ersten Quartal wurden nach Management-Angaben 28 Mio. eigene Anteile für rund 857 Mio. Dollar zurückgekauft.

Markt und Wettbewerb

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