Texas Instruments sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels

Mittwoch, 28. Januar 2009 13:13
Texas Instruments (TI)

(IT-Times) Die weltweite Handy-Absatzflaute hat bereits den führenden US-Mobilfunkchiphersteller Texas Instruments (NYSE: TXN, WKN: 852654) erfasst. Die Umsätze sanken zuletzt um 30 Prozent, während das Geschäft mit Mobilfunkchips sogar um 42 Prozent einbrach.

Die Texaner reagieren auf die Flaute mit einem Kosteneinsparprogramm im Rahmen dessen das Unternehmen 3.400 Stellen bzw. zwölf Prozent seiner weltweiten Belegschaft abbauen will. Damit sollen jährlich 700 Mio. Dollar eingespart werden. Hintergrund der drastischen Maßnahmen bei TI ist die Erwartung, dass die Wirtschaftskrise noch lange nicht ihren Tiefpunkt erreicht habe, so TI-Finanzchef Kevin March. Noch sei kein Aufschwung auf dem Horizont erkennbar, so die düstere Prognose des TI-Managers. Vielmehr dürfte die Auslastung der Fabriken im laufenden Quartal auf ein Rekordtief von 33 Prozent stürzen, heißt es aus dem Management.

Kein Verkauf des Merchant Baseband-Geschäfts
Die Wirtschaftskrise hat TI nicht nur zu einem radikalen Stellenabbau gezwungen, sondern auch dazu geführt, dass der Mobilfunkchipspezialist seine Strategie im Mobilfunkbereich überdenken muss. Noch im Oktober vergangenen Jahres hatte TI angekündigt, sein Mobilfunk-Baseband-Geschäft verkaufen zu wollen, um sich ganz auf das Geschäft mit analogen und high-end IC-Chips zu konzentrieren.

Aufgrund der schwierigen Marktbedingungen gelang es TI allerdings nicht, einen Käufer für die Division zu einem angemessenen Preis zu finden, so dass das 350 bis 400 Mio. Dollar schwere Geschäft vorerst im Unternehmen bleiben wird. Jedoch wolle man den Support lediglich auf bestehende Kunden beschränken, wobei die Division eventuell in den nächsten Jahren verkauft oder abgewickelt werden könne, heißt es bei TI.

Stattdessen will TI weniger Aufgaben intern erledigen und sich mehr der Forschung und Entwicklung zuwenden. Die eingesparten Mittel sollen nach Aussagen von TI-Chef Rich Templeton stattdessen in die Entwicklung von Produkten fließen, die Kunden auch wirklich benötigen. Das größte Wachstumspotential sieht TI weiterhin in Smartphones und anspruchsvollen 3G-Handys, wo dann auch Application-Prozessoren eine größere Rolle spielen. Daneben erneuerte TI nochmals sein Bekenntnis zum analogen Chip- und DSP-Markt, der auch das künftig für das Wachstum im Konzern sorgen soll…

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Heute ist das in Dallas ansässige Unternehmen Marktführer bei sogenannten Digital Signal Processors (DSPs). Das DSP-Geschäft steuerte zuletzt etwa 40 Prozent zum gesamten Halbleiterumsatz bei. Nach Angaben der Gesellschaft arbeitet jedes zweite verkaufte Mobilfunktelefon heute mit einem Mobilfunkchip aus dem Hause TI. Daneben entwickelt TI aber nach wie vor auch analoge Chips, sowie Kabelmodems und ADSL-Equipment. Der Bereich Halbleiter zeichnete zuletzt für den Großteil der gesamten Umsätze verantwortlich, während das Segment Education Technology (Taschenrechner etc.) rund vier Prozent zum Gesamtumsatz beitrug.

Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Mikrokontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben. Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi- und RFID-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications sowie des Chiphersteller Integrated Circuit Designs Inc. Im Herbst 2007 kaufte TI den Power-Management-Spezialisten Powerprecise Solutions. In 2008 verstärkte sich TI durch die Übernahme von Commergy Technologies und Innovative Design Solutions.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal musste Texas Instruments einen Umsatzeinbruch um 30 Prozent auf 2,49 Mrd. US-Dollar hinnehmen. Dabei brach der Gewinn um 86 Prozent auf 107 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie ein, nachdem der Halbleiterspezialist im Jahr vorher noch 756 Mio. Dollar oder 56 US-Cent je Aktie verdiente.

Die jüngsten Ergebnisse beinhalten allerdings Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 254 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie im Zusammenhang mit den angekündigten Stellenstreichungen. Ausgenommen dieser Belastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 21 US-Cent je Aktie, womit Texas Instruments (TI) die Markterwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 2,37 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von nur zwölf US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Bruttomargen verharrten zuletzt bei 44 Prozent, nachdem die Fertigungsfabriken des Unternehmens nur teilweise ausgelastet waren. Insgesamt konnte TI aber seine operativen Kosten um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr senken. Dadurch stieg der operative Cashflow im jüngsten Quartal auf 1,11 Mrd. Dollar, so dass TI das Quartal mit Barreserven von 2,54 Mrd. Dollar beenden konnte.

Meldung gespeichert unter: Texas Instruments (TI)

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