Texas Instruments leidet unter Kundenschwund

Mittwoch, 24. Oktober 2007 12:38
Texas Instruments (TI)

(IT-Times) Der weltweit führende Mobilfunkchiphersteller Texas Instruments (NYSE: TXN, WKN: 852654) musste im jüngsten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verkraften. Auch der Ausblick auf das laufende vierte Quartal enttäuschte Investoren und schickte TI-Aktien mit einem Minus von über acht Prozent auf Talfahrt.

Texas Instruments verliert Marktanteile
Marktbeobachter und Analysten führen die zum Teil enttäuschenden Zahlen auf Marktanteilsverluste im Mobilfunkmarkt zurück. So haben sich Mobiltelefonspezialisten wie Sony Ericsson und Nokia dazu entschieden, ihre Strategie im Zuliefererbereich zu ändern. So arbeitet Sony Ericsson bereits seit 2006 mit verschiedenen Lieferanten zusammen, wobei auch der größte Kunde der Texaner, die finnische Nokia, künftig vermehrt mit Chipherstellern wie Broadcom und STMicroelectronics kooperieren will.

War Texas Instruments (TI) im Jahr 2006 nach IDC-Angaben noch mit einem Marktanteil von 22 Prozent nach Umsatz der weltweit führende Mobilfunkhersteller, änderte sich diese Situation im Laufe des Jahres. Der Mobilfunkspezialist Qualcomm, der im Vorjahr noch auf einen Marktanteil von 19 Prozent kam, zog nach Statistikdaten des Hauses iSuppli im zweiten Quartal 2007 an Texas Instruments vorbei und gilt nunmehr als weltweit führender Mobilfunkchiphersteller. Diese Entwicklung zeigte sich dann auch im Bereich Mobile-Infrastrukturprodukte - hier verzeichnete TI zuletzt einen Umsatzrückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Konzentration auf das analoge Chip-Geschäft
Um seine langfristigen Ziele zu erreichen - 55 Prozent Bruttomarge und eine operative Gewinnmarge von 30 Prozent - bekräftigte TI nochmals seine Absicht, sich künftig stärker auf das analoge Chipgeschäft konzentrieren zu wollen.

Die Konzentration auf diesen Chipbereich kommt nicht von ungefähr, wuchs das analoge Produktgeschäft im jüngsten Quartal bereits auf 1,4 Mrd. Dollar, wobei man im high-end Bereich sogar um 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen konnte. Das analoge Chipgeschäft ist damit der eigentliche Wachstumsmotor im Unternehmen. Durch höhere Investitionen in diesem Sektor will TI die dichte Fragmentierung in diesem Marktsegment nutzen und sich so weitere Marktanteile sichern.

Dennoch glauben nicht wenige Analysten, dass der Tiefpunkt bei TI noch nicht erreicht ist. Jefferies & Co Analyst John Lau fürchtet, dass das Schlimmste erst noch kommen wird, wenn sich der Strategiewechsel bei Nokia & Co in Sachen Zuliefererbasis in vollem Umfang in der TI-Bilanz niederschlagen wird.

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Heute ist das in Dallas ansässige Unternehmen Marktführer bei sogenannten Digital Signal Processors (DSPs). Das DSP-Geschäft steuerte zuletzt etwa 40 Prozent zum gesamten Halbleiterumsatz bei. Nach Angaben der Gesellschaft arbeitet jedes zweite verkaufte Mobilfunktelefon heute mit einem Mobilfunkchip aus dem Hause TI. Daneben entwickelt TI aber nach wie vor auch analoge Chips, sowie Kabelmodems und ADSL-Equipment. Der Bereich Halbleiter zeichnete zuletzt für den Großteil der gesamten Umsätze verantwortlich, während das Segment Education Technology (Taschenrechner etc.) rund vier Prozent zum Gesamtumsatz beitrug.

Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Mikrokontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben. Der zunächst mit 160 Mio. US-Dollar ausgestattete Venture-Fond beteiligte sich unter anderem an Firmen, wie Infogear, Netboost, Nexabit oder SnapTrack. Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi- und RFID-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications sowie des Chipherstellers Integrated Circuit Designs Inc. Im Herbst kaufte TI den Power-Management-Spezialisten Powerprecise Solutions.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das zurückliegende dritte Quartal meldet Texas Instruments (TI) einen Umsatzrückgang auf 3,66 Mrd. US-Dollar, ein Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte um elf Prozent auf 776 Mio. US-Dollar oder 54 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 702 Mio. Dollar oder 46 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Die jüngsten Ergebnisse beinhalten einen Sonderertrag in Höhe von zwei US-Cent je Aktie in Verbindung mit dem Verkauf einer Geschäftseinheit.

Dennoch konnte TI mit den vorgelegten Zahlen die Gewinnerwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit Einnahmen von 3,66 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 50 US-Cent je Aktie kalkuliert. Neben niedrigeren Herstellungskosten hat auch der analoge Chipbereich dem Unternehmen im jüngsten Quartal geholfen, die Markterwartungen zu übertreffen, heißt es aus dem Management.

Meldung gespeichert unter: Texas Instruments (TI)

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