Texas Instruments bleibt auf Kurs

Donnerstag, 20. April 2006 00:00

(IT-Times) Der weltweit älteste Halbleiterkonzern und Mobilfunkchiphersteller

Texas Instruments (NYSE: TXN<TXN.NYS>, WKN: 852654<TII.FSE>) blickt einer rosigen Zukunft entgegen. Die weiterhin robuste Nachfrage nach Handys verhalf dem Chipkonzern im jüngsten Quartal zu einem zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum. Allein die Erlöse aus dem Verkauf von 3G-Chips verdoppelten sich im jüngsten Quartal.

Dass sich dieses Wachstum womöglich im laufenden Jahr weiter fortsetzen wird, signalisiert der Ausblick des weltweitgrößten Handy-Herstellers Nokia, gleichzeitig der größte Abnehmer von TI-Chips. Nokia hatte erst jüngst seine Wachstumsprognosen für den weltweiten Mobilfunkabsatz auf 15 Prozent nach oben revidiert.

Verkauf des Sensor-Geschäfts hebt Margen

Auch Texas Instruments (TI) selbst blieb nicht untätig und befreite sich zu Jahresbeginn von seinem eher margenschwachen Geschäft mit Sensoren und RFID-Chips. Dieser Geschäftsbereich, der zuletzt einen Jahresumsatz von einer Mrd. Dollar erwirtschaftete, wurde zu Jahresbeginn an die Investmentgesellschaft Bain Capital für drei Mrd. Dollar abgegeben. Nicht zuletzt diese Maßnahme hievte die Bruttomarge auf 50,1 Prozent vom Umsatz, nach 44,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.

TI-Finanzchef Kevin March sieht derweil noch weiteren Spielraum für weiter steigende Margen und zwar indem man weitere Fertigungsaufgaben an Auftragshersteller auslagere, so der Manager. Dies würde insgesamt zu geringeren Investitionskosten führen, so der Manager weiter.

Venture mit NEC und Matsushita

Ein weiteres Großprojekt scheint derweil im Bereich 3G- bzw. UMTS-Chips auf den Weg. TI bestätigte bereits Gespräche mit den beteiligten Firmen, wobei das neue Venture mit einem Kapital von rund 85 Mio. Dollar und 700 Mitarbeitern ausgestattet werden soll, wie die japanische Nihon Keizai Shimbun berichtet. Sollte das Vorhaben zu Stande kommen, dürfte es TI damit ein weiteres Mal gelingen, seine Entwicklungskosten zu konservieren und damit für stabile Margen sorgen, was im Zuge der immer aufwendigeren Forschungsanstrengungen im Bereich UMTS- und 3G-Mobilfunkchips nicht selbstverständlich ist.

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Heute ist das in Dallas ansässige Unternehmen Marktführer bei sogenannten Digital Signal Processors (DSPs). Nach Angaben der Gesellschaft arbeitet jedes zweite verkaufte Mobilfunktelefon heute mit einem Mobilfunkchip aus dem Hause TI. Daneben entwickelt TI aber nach wie vor auch analoge Chips, sowie Kabelmodems und ADSL-Equipment. Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Mikrokontroller an. Neben dem Halbleitergeschäft befasst sich TI aber auch mit der Entwicklung von Sensoren und anderen elektronischen Hilfsmitteln. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen, wie Nokia, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben. Der zunächst mit 160 Mio. US-Dollar ausgestattete Venture-Fond beteiligte sich unter anderem an Firmen, wie Infogear, Netboost, Nexabit oder SnapTrack. Die genannten Start-Ups und dessen Technologien waren offensichtlich so vielversprechend, dass sie inzwischen von Cisco Systems, Intel, Lucent oder Qualcomm aufgekauft wurden. Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2006 meldet Texas Instruments einen Umsatzsprung auf 3,33 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,7 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 585 Mio. Dollar oder 36 US-Cent je Anteil, nach einem Plus von 411 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Anteil im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen aus dem Verkauf des Sensor-Geschäfts ergibt sich für das zurückliegende Quartal ein operativer Gewinn von 33 US-Cent je Anteil.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 3,29 Mrd. Dollar und mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Anteil gerechnet.

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