Testlauf für den neuen Internet-Standard

Freitag, 3. Juni 2011 um 10:05

Der IPv6-Tag soll Anbieter und Anwender von Internet-Software und -Diensten motivieren, ihre Produkte und Services an den neuen Standard anzupassen. Dieser wird heute bereits in einigen lokalen und regionalen Netzen eingesetzt, einen weltweiten Testlauf hat es allerdings noch nie gegeben. Der 8. Juni soll Hinweise geben, wo aktuell Engpässe bei der Kommunikation auftreten und welche Teilnetze noch um das neue Protokoll ergänzt werden müssen. Die neuen IPv6-Adressen sind nötig, damit die zukünftigen Dienste in Bereichen wie Heimvernetzung, E-Energy oder Car-To-Car-Kommunikation umgesetzt werden können. „Für eine schnelle und sichere Steuerung sollte jedes Gerät eine eigene, feste IP-Adresse besitzen, das ist mit IPv6 kein Problem“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

Der Nachschub für die bisherigen Internet-Adressen ist bald erschöpft. Voraussichtlich Ende 2011 gibt es bei den Regionalorganisationen der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr. Die IANA ist weltweit für die Vergabe von Internet-Adressen zuständig. Dies ist für Europa besonders problematisch, da hier die Umstellung auf den erweiterten Internet-Standard IPv6 nur schleppend verläuft. Asien und Amerika sind da weiter.

Zur Kommunikation via Internet braucht jeder Anschluss eine eigene IP-Adresse, ansonsten müssen die Datenpakete während des Transports aufwändig umetikettiert werden. Die Adressen ermöglichen die Zustellung der Datenpakete im Netz. Der neue IPv6-Standard ist nicht kompatibel mit dem herkömmlichen Standard IPv4. Dieser wurde bereits 1980 eingeführt und verfügt über eine 32-stellige Binärzahl-Adresse. Auf dieser Basis können 4,3 Milliarden unterschiedliche Adressen vergeben werden (232). Der Nachfolge-Standard IPv6 verwendet 128 Stellen. So können künftig 340 Sextillionen Internet-Adressen vergeben werden (2128). Eine Sextillion ist eine Zahl mit 36 Nullen.

Alle Internet-Provider und Unternehmenskunden sollten sich dringend mit dem Thema IPv6 beschäftigen, rät BITKOM. Es ist sinnvoll, nur noch Hardware und Programme zu kaufen, die den neuen Standard unterstützen. Aktuell sind in Deutschland noch längst nicht alle Internet-Provider in der Lage, ihren Kunden Services auf Basis von IPv6 anzubieten. „Wenn europäische Unternehmen noch den alten Standard nutzen, die Kunden in Asien ihre Systeme und Netze aber schon auf IPv6 umgestellt haben, dann können sie nicht mehr reibungslos über das Web kommunizieren“, so Scheer. Vorreiter sind die deutschen Bundesbehörden: Der Bund hat bereits IPv6-Adressblöcke für sich und die Länder reserviert sowie eine Strategie für den Umstieg entwickelt.  

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