Telekom kündigt an – Wettbewerber packen an

Donnerstag, 14. März 2013 15:18
BREKO

Die City- und Regionalcarrier sowie die Stadtwerke des Bundesverbandes Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) treiben den Glasfaserausbau voran - vor allem in den ländlichen Gebieten. Die Deutsche Telekom hingegen glänzt durch Ankündigungen und behindert den Wettbewerb. Anfang dieser Woche wurde auf dem BREKO Breitbandtreff in Berlin die aktuelle Breitband- und Wettbewerbssituation diskutiert. Fazit: Treiber sind die alternativen Player im Markt. 

Berlin/Bonn, 14. März 2013: Damit die Breitbandziele der Bundesregierung erreicht werden können, muss noch einiges passieren. Im nächsten Jahr schon sollen 75 Prozent der deutschen Haushalte Internetanschlüsse mit mindestens 50 MBit/s haben. Doch anstatt selbst in den Ausbau in der Fläche zu investieren, behindert die Deutsche Telekom als Marktführer den Wettbewerb – aktuell mit der Forderung nach einer Entlassung aus der Entbündelungsverpflichtung am Kabelverzweiger (KVz) und einem Monopol auf den Einsatz der Vectoring-Technologie. Noch dazu fordert der Ex-Monopolist eine Erhöhung der monatlichen Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitungen (TAL / letzte Meile) um gut 25 Prozent.

Der BREKO Breitbandtreff in Berlin, der gemeinsam mit der EWE TEL vor zwei Tagen durchgeführt wurde, verschaffte umfassende Einblicke zur gegenwärtigen Wettbewerbs- und Breitbandsituation. Den Auftakt machte Dirk Brameier, technischer Geschäftsführer der EWE TEL, im Rahmen eines Impulsstatements. Er erläuterte die Ausbaustrategie der EWE TEL und verdeutlichte einerseits die positiven Effekte der Vectoring-Technologie und andererseits die negativen Auswirkungen der Telekom-Forderungen zu ihrem Einsatz. Darüber hinaus verdeutlichte er die Auswirkungen eines überhöhten TAL-Entgeltes für den Breitbandausbau im ländlichen Raum: Gerade in dünn besiedelten Gebieten erfolgt der Ausbau nicht „in einem Rutsch“, sondern in bedarfsgerechten, wirtschaftlich tragfähigen Zwischenschritten. Dieses Vorgehen wäre nicht mehr möglich, wenn die Telekom sich mit ihren Forderungen zu Vectoring und TAL-Entgelten durchsetzt. Dennoch muss an den Zielen der Bundesregierung festgehalten werden. Daher hat die EWE TEL trotz dieser Hürden ein Signal für die Zukunft gesetzt und eine Breitbandoffensive gestartet. „In den nächsten zwei Jahren wird die EWE TEL in Städten und Gemeinden im Nordwesten Deutschlands rund 30 Millionen Euro in den Ausbau der schnellen Netze investieren“, versicherte Brameier.

Im anschließenden Podiums-Talk machte BREKO-Präsident Ralf Kleint deutlich: „Vectoring ist eine innovative Technologie. Gerade dünn besiedelte Gebiete profitieren aber nur, wenn alle Marktteilnehmer Vectoring zu fairen Bedingungen einsetzen können.” Die Telekom hingegen verbindet mit dem Einsatz von Vectoring nichts weniger als die Forderung nach einer Beendigung des Infrastrukturwettbewerbs. Norbert Westfal, kaufmännischer Geschäftsführer der EWE TEL und BREKO-Vorstand, machte weiter deutlich, dass die TAL nach wie vor das zentrale Vorleistungsprodukt für die alternativen Carrier ist: „Im Gegensatz zur Telekom investieren die Wettbewerber nachweislich mehr im ländlichen Raum. Die von der Telekom beantragte Erhöhung der TAL-Entgelte von rund 25 Prozent entziehen die nötigen Investitionsmittel. Bereits heute erzielt die Telekom bei derzeit rund 10 Millionen vermieteten TAL mit einer vollständig abgeschriebenen Infrastruktur über 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. So erhält der Ex-Monopolist seinerseits keinerlei Investitionsanreize. Dem pflichtete Claudia Bögel, MdB (FDP) bei und versicherte, sich weiterhin für eine Absenkung der TAL-Entgelte einzusetzen. Martin Dörmann, MdB (SPD) berichtete aus der am Vortrag stattgefundenen Beiratsitzung der Bundesnetzagentur: „Die Beschlusskammer wird zügig zu einem Entscheidungsentwurf über die Modalitäten zum Einsatz von Vectoring kommen und dabei die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen.“ Dr. Georg Nüsslein, MdB (CSU) machte deutlich, dass es sowohl beim TAL-Preis als auch beim Einsatz von Vectoring letztlich darauf ankomme, dass nach wie vor für alle Marktteilnehmer Anreize bestehen, in den Breitbandausbau zu investieren – vor allem in weiße Flecken.

Über den BREKO:

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) repräsentiert den Großteil der Festnetzwettbewerber der Telekom Deutschland. Unsere Mitglieder vermarkten ihre Produkte vor allem auf Basis eigener Infrastruktur in Kombination mit dem entbündelten Teilnehmeranschluss (TAL) der Telekom Deutschland; vermehrt bieten sie aber auch eigene hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse direkt zum Kunden (FTTH/B) an.

 

Seit seiner Gründung im Jahre 1999 tritt der BREKO erfolgreich für den Infrastrukturwettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Die über 140 BREKO-Unternehmen, darunter City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete, die „weißen Flecken“, mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen. Dazu haben sie im Jahre 2011 rund 1,5 Mrd. Euro investiert und dabei einen Umsatz in Höhe von etwa 7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit leisten die BREKO-Unternehmen einen maßgeblichen Beitrag zum flächendecken Glasfaserausbau sowie zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung. Auch weiterhin sind die BREKO-Unternehmen zu Investitionen bereit. Vor diesem Hintergrund tritt der BREKO für verlässliche gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen ein, dazu gehören beispielsweise eine angemessene Regulierung von Vorleistungen und eine einheitliche Regulierung im gesamten Bundesgebiet. Der BREKO ist zudem maßgeblich an der Entwicklung von Open Access-Geschäftsmodellen beteiligt, bei denen die unternehmerische Freiheit bei der Ausgestaltung einer diskriminierungsfreien Zugangsgewährung an Dritte im Vordergrund steht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.brekoverband.de.

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