TD Ameritrade - mehr als ein Online-Broker?

Mittwoch, 19. Juli 2006 00:00

(IT-Times) Trotz der traditionell schwachen Sommermonate und der jüngsten Konsolidierungswelle an den Börsen, konnte der amerikanische Online-Broker TD Ameritrade (Nasdaq: AMTD<AMTD.FSE>, WKN: 724587<AMT.FSE>) zuletzt die Erwartungen der Wall Street leicht übertreffen.

Synergieeffekte durch TD Waterhouse

Nicht zuletzt die 2,9 Mrd. Dollar teure Übernahme von TD Waterhouse verhalf dem Unternehmen zuletzt zu einem Rekordquartal. Erst im Januar konnte der Online-Broker die Übernahme des kanadischen Online-Brokers abschließen, wobei sich Ameritrade-Chef Joe Moglia weitere Synergieeffekte in Höhe von 378 Mio. Dollar durch die Übernahme entspricht. So sollen unter anderem zwei der insgesamt fünf Call-Center geschlossen werden. Trotz der Erhaltung des kanadischen Call-Centers in Yorkview sollen die anvisierten Einsparungsziele erreicht werden, heißt es.

Durch die Übernahme von TD Waterhouse ist Ameritrade nunmehr auch breiter im Markt aufgestellt. Vor einem Jahr spielte das Geschäft mit Money Market und Mutual Fonds noch keine große Rolle für Ameritrade. Doch inzwischen trägt dieses Geschäft rund ein fünftel der gesamten Umsätze. TD Waterhouse wuchs unter dem Dach der kanadischen Toronto Dominion Bank zu einem diversifizierten Finanzservice-Provider. Von dieser Entwicklung der Kanadier profitiert nunmehr Ameritrade, nicht nur im Hinblick auf mögliche Kostensenkungen.

Auch im Analystenlager ist man zuversichtlich, dass sich der milliardenschwere Zukauf von TD Waterhouse noch positiv in der Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren niederschlagen wird. Celent-Analystin Lauren Bender verwies darauf, dass das jüngste Quartal bereits gezeigt hätte, dass TD Ameritrade inzwischen mehr sei, als nur ein Online-Broker.

Kurzportrait

Die in Omaha/Nevada ansässige TD Ameritrade kann auf eine 28-jährige Broker-Geschichte zurückblicken. Das Unternehmen bietet seit jeher für private als auch für institutionelle Anleger Investment-Services an. Heute tritt TD Ameritrade als klassischer Online-Broker auf und bietet neben einer Internet-Plattform auch traditionelles Brokerage an, wonach Kunden ihre Aufträge auch mit Hilfe des Telefons und Fax weitergeben können.

Im Hinblick auf die Firmenstruktur ist TD Ameritrade in zwei verschiedene Bereiche unterteilt. Das Privatkundengeschäft umfasst die Einheiten Ameritrade Plus und Ameritrade Pro. Der Bereich Ameritrade Plus ist vielmehr aus der Akquisition von National Discount Broker (NDB Group) und dessen Web-Plattform ndb.com hervorgegangen. Ameritrade Plus ist die Antwort auf gut informierte Kunden, welche ihre Wertpapiergeschäfte in Eigenregie erledigen wollen, aber nicht als Day-Trader gelten. Ameritrade Pro ist dagegen auf die lukrativen Day-Trader zugeschnitten, welche dem Unternehmen in der Regel den meisten Umsatz in Form von Gebühren und Provisionen einbringen.

Im institutionellen Bereich bietet Ameritrade ebenfalls verschiedene Services an. Dazu gehören die Geschäftsbereiche Ameritrade Clearing, Ameritrade Corporate Services, Ameritrade Advisor Services und Ameritrade Financial Services. Der Geschäftsbereich Ameritrade Clearing beinhaltet das traditionelle Geschäft mit professionellen Wertpapierhändlern, während das Angebot Ameritrade Corporate speziell auf Firmenkunden zugeschnitten ist. Ameritrade Advisor richtet sich an unabhängige Vermögensberater, wobei Ameritrade Financial Services Firmen die Möglichkeit bietet in Kooperation mit dem Unternehmen selbst eine Online-Handelsplattform zu entwickeln.

Aktuell betreut TD Ameritrade mehr als sechs Mio. Kunden. Nach der Übernahme des Konkurrenten Datek Online im September 2002 für mehr als 700 Mio. US-Dollar, kaufte Ameritrade im Juni 2003 die Tochter der SWS Group mydiscountbroker.com für rund fünf Mio. Dollar. Anfang Oktober 2003 folgte dann schließlich die Übernahme von BrokerageAmerica. Später kaufte TD Ameritrade den Broker Bidwell & Co für rund 55 Mio. Dollar. Im Oktober 2004 übernahm TD Ameritrade 45.000 Kundenkonten von JB Oxford & Company. Im Jahr 2005 übernahm der Online-Broker schließlich die amerikanischen Operationen des Rivalen TD Waterhouse für 2,9 Mrd. Dollar, wodurch auch der neue Firmenname TD Ameritrade entstand.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet TD Ameritrade einen Umsatzanstieg auf 540,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 234,4 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Dabei erwirtschaftete die Gesellschaft einen Nettogewinn von 139,8 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 83,6 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Insgesamt wickelte TD Ameritrade im jüngsten Quartal durchschnittlich 253.000 Orders ab und beendete das Quartal mit Kundeneinlagen von 7,9 Mrd. Dollar. Allerdings kletterten auch die operativen Kosten auf 307,3 Mio. Dollar, nach 97,5 Mio. Dollar im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte das Unternehmen gleichzeitig auch die Analystenerwartungen übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 544 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 22 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt wurden 128.000 neue Konten eröffnet und 59.000 Konten geschlossen, womit TD Ameritrade das Quartal mit insgesamt 6,14 Mio. Kundenkonten beenden konnte. Die liquiden Mittel summierten sich zum Quartalsende auf 421 Mio. Dollar, wobei sich die Barreserven auf 395 Mio. Dollar beliefen.

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