Symantec zeigt sich unbeeindruckt von der Krise

Freitag, 30. Januar 2009 13:17
Symantec

(IT-Times) Infolge der Einkaufstour in den vergangenen Jahren musste der amerikanische Anti-Virushersteller Symantec (Nasdaq: SYMC, WKN: 879358) im jüngsten Quartal zwar hohe Wertberichtigungen vornehmen, allerdings sieht sich das Unternehmen im operativen Geschäft weiterhin auf Kurs.

Jedoch hat auch die Straffung der IT-Budgets inzwischen ihre ersten Spuren in der Symantec-Bilanz hinterlassen. Das Lizenzgeschäft sank um neun Prozent, während sich der Gesamtumsatz leicht rückläufig entwickelte. Daneben sieht sich Symantec auch von einem schwächeren Wachstum im PC-Markt betroffen, nachdem Symantec-Produkte oft als Test-Version auf neuen Geräten vorinstalliert sind.

Um den Abschwung abzufedern, setzt Symantec vor allem auf den Notebook-Markt, der zuletzt noch positive Wachstumszahlen aufwies. So schloss Symantec hier eine Kooperation mit der taiwanschen Asustek, um Symantec-Produkte auf Asustek Laptops zu bringen. Ferner will Symantec von der zunehmenden Popularität der Marke Apple unter den Konsumenten profitieren und hat jüngst mit der Auslieferung von Norton Internet Security für Macintosh-Rechner begonnen.

Punkten will Symantec auch im Niedrig-Preissegment. Hierfür hatte das Unternehmen im Vorjahr den Spezialisten PC Tools für 619 Mio. Dollar geschluckt. Mit der Übernahme von PC Tools will Symantec eigenen Angaben zufolge verstärkt in Schwellenmärkten Fuß fassen, da PC Tools-Produkte vornehmlich im unteren Preissegment angesiedelt sind. Damit will Symantec gleichzeitig auch die Marke Norton vor einer Preiserosion schützen, um die Gewinnmargen auf hohem Niveau zu stabilieren.

Nummer eins bei Online-Backup-Lösungen
Große Hoffnungen macht sich Symantec auch im Online-Speicher- und Backup-Markt. Hier hatte sich Symantec ebenfalls im Vorjahr durch die Übernahme von SwapDrive verstärkt. Symantec sieht sich nicht zuletzt durch den Zukauf als die klare Nummer eins in diesem Bereich und verweist dabei auf aktuelle Kundenzahlen. So habe man in diesem Bereich 6,5-mal soviel Kunden wie der nächste Wettbewerber, heißt es.

Tatsächlich bescheinigen Marktforscher dem Markt für Online-Speichertechniken eine große Zukunft. Wurden Online-Speicherangebote in den vergangenen Jahren nur als Zusatzoption für Daten-Backups wahrgenommen, entwickelten sich die Online-Angebote immer mehr zu einer echten Alternative gegenüber kostenintensiven Hardware-Lösungen. Da Firmen im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise sparen müssen, könnte Symantec auch von diesem Trend als Marktführer profitieren…

Kurzportrait

Der in der kalifornischen Technologieschmiede Cupertino ansässige Softwarespezialist Symantec wurde ursprünglich im Jahre 1982 gegründet. Im Jahre 1989 folgte der Gang an die Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen bietet heute nicht nur komplexe Firewall-Lösungen für Geschäftskunden, sondern insbesondere auch Antivirussoftware für den privaten Anwender an. Hier ist das Unternehmen mit seiner populären Notron-Produktfamilie vertreten. Um aktuelle Schädlinge zu identifizieren und entsprechende Antivirus-Software zu entwickeln, betreibt Symantec mehrere Forschungszentren.

Spezielle Softwarelösungen für die Überwachung von Firmennetzwerken runden das Produktangebot ab. Die Antivirussoftware der Marke Norton ist insbesondere bei privaten Anwendern populär. Insgesamt betreut Symantec heute mehr als 100 Mio. Anwender in Sachen Sicherheitssoftware. Gleichzeitig setzen 98 von 100 Fortune 100-Unternehmen auf die Software der Kalifornier.

In den vergangenen Jahren ist die Gesellschaft vor allem auch durch Übernahmen gewachsen. Bereits im Jahre 1990 wurde die Peter Norton Computing übernommen, woraus später die weltweit bekannte Antivirussoftware Norton Antivirus hervorging. In den nachfolgenden Jahren wurden die Firmen Central Point Software, Delrina und Binary Research Limited übernommen. Mit der Übernahme von Quarterdeck, URLabs und ACT! wurden in den vergangenen Jahren bestehende Geschäftsbereiche weiter ausgebaut bzw. neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit der Akquisition von L-3 und AXENT Technologies wurde speziell der Bereich Internetsicherheit und Firewall-Lösungen gestärkt. Durch die Übernahmen von SafeWeb, PowerQuest, ON Technology, TurnTide, Riptech, Recourse Technologies, SecurityFocus sowie @stake setzte das Unternehmen in den letzten Jahren seinen Expansionsdrang weiter fort.

Ende 2004 übernahm Symantec zudem den Speichersoftwareriesen Veritas Software in einer rund 13,5 Mrd. Dollar schweren Transaktion. Im Jahr 2005 setzte Symantec seine Einkaufstour weiter fort und übernahm die Sicherheitsspezialisten Sygate, WholeSecurity und BindView. Anfang 2006 kaufte Symantec den Sicherheitsspezialisten IMlogic und den Management-Spezialisten Relicore. Anfang 2007 schluckte Symantec schließlich den IT-Management-Spezialisten Altiris, wobei in 2008 mit Vontu, AppStream, SwapDrive, nSuite und MessageLabs und PC Tools weitere Zukäufe folgten.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Symantec einen leichten Umsatzrückgang von 1,52 auf 1,51 Mrd. US-Dollar. Das für Softwarefirmen so wichtige Lizenzgeschäft schrumpfte um neun Prozent. Dabei verlor das Unternehmen zunächst 6,81 Mrd. US-Dollar oder 8,23 Dollar je Aktie, nachdem Symantec im Jahr vorher noch einen Gewinn von 131,9 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Der hohe Verlust entstand insbesondere durch Goodwill-Abschreibungen in Höhe 7,0 Mrd. US-Dollar auf Vermögenswerte, die noch in den Büchern standen. Ausgenommen dieser Sonderbelastungen konnte Symantec einen Nettogewinn von 42 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 1,47 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie gerechnet.

Während die Erlöse im Speicher- und Server-Management-Segment um ein Prozent zulegten, wuchs das Privatkundengeschäft um zwei Prozent. Das Security and Compliance-Geschäft schrumpfte dagegen um fünf Prozent. Das Servicegeschäft hingegen legte um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Insgesamt erwirtschaftete Symantec 50 Prozent seiner Umsatzerlöse im Ausland. Die Bruttomargen verbesserten sich um 40 Basispunkte auf 86,6 Prozent vom Umsatz, nach 86,2 Prozent im Dezemberquartal.

Meldung gespeichert unter: Symantec

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