Symantec hält an Strategie fest

Dienstag, 30. Januar 2007 00:00

(IT-Times) Nach einem enttäuschenden Dezemberquartal setzt der US-Sicherheitsspezialist Symantec (Nasdaq: SYMC<SYMC.NAS>, WKN: 879358<SYM.FSE>) weiter auf gezielte Zukäufe, um wieder Fahrt in Sachen Wachstum aufzunehmen.

Zuvor kündigte Symantec an, nicht nur durch die Erschließung neuer Einnahmequellen, sondern auch durch die Einsparung von Kosten wieder zu alter Stärke zurückfinden zu wollen. So sollen durch eine Begrenzung bei Neueinstellungen, weniger Ausgaben für Beratung und Geschäftsreisen sowie durch Stellenkürzungen insgesamt 200 Mio. Dollar eingespart werden.

Übernahme von Altiris ergänzt NAC-Strategie

Nach einer Reihe von Firmenübernahmen setzt Symantec seine Strategie weiter fort und schluckt mit Altiris einen Hersteller von Management-Software. Die Verstärkung im Bereich Network Access Control (NAC) lässt sich der Sicherheitsspezialist 830 Mio. Dollar kosten.

Mit der Übernahme von Altiris gewinnt Symantec nicht nur den Zugriff auf den Altiris-Kundenstamm und auf dessen Technologien, sondern auch auf die Altiris-Partnerschaften mit Cisco Systems und Dell. Während Cisco Altiris Quarantine Solution mit seinem Network Admission Control Framework vertreibt, schloss Altiris im November 2006 ein Lizenzabkommen mit Dell. Dieses Abkommen war schließlich auch mit ausschlaggebend, warum sich Symantec letztendlich für eine Übernahme entschloss, so Symantec-Chef John Thompson.

Durch die Übernahme von Altiris verstärkt Symantec seine Wettbewerbsposition gegenüber Anbietern wie Cisco und Microsoft. Doch Analysten scheinen zunächst wenig angetan vom neuen Expansionshunger Symantecs. Gerade nachdem enttäuschenden Dezemberquartal sei der Zeitpunkt für die jetzige Übernahme nicht ideal, heißt es beim US-Brokerhaus Friedman Billings, Ramsey. Vielmehr sei es jetzt Zeit, das eigene Haus in Ordnung zu bringen, meint Friedman-Analyst Daniel Ives.

Kurzportrait

Der in der kalifornischen Technologieschmiede Cupertino ansässige Softwarespezialist Symantec wurde ursprünglich im Jahre 1982 gegründet. Im Jahre 1989 folgte der Gang an die Technologiebörse Nasdaq.

Das Unternehmen bietet nicht nur komplexe Firewall-Lösungen für Geschäftskunden, sondern insbesondere auch Antivirussoftware für den privaten Anwender an. Die von Symantec angebotene Antivirus-Lösung wird mittels LiveUpdate auf den aktuellsten Stand gehalten, so dass auch aktuelle Viren erkannt werden. Um aktuelle Schädlinge zu identifizieren und entsprechende Antivirus-Software zu entwickeln, betreibt Symantec mehrere Forschungszentren.

Daneben hat der Softwarespezialist aber auch Produkte im Angebot, welche Internetinhalte und Emails bezüglich möglicher Viren filtern. Spezielle Softwarelösungen für die Überwachung von Firmennetzwerken runden das Produktangebot ab. Die Antivirussoftware der Marke Norton ist insbesondere bei privaten Anwendern populär. Insgesamt betreut Symantec heute mehr als 100 Mio. Anwender in Sachen Sicherheitssoftware. Gleichzeitig setzen 98 von 100 Fortune 100-Unternehmen auf die Software der Kalifornier.

In den vergangenen 15 Jahren ist die Gesellschaft vor allem auch durch Übernahmen gewachsen. Bereits im Jahre 1990 wurde die Peter Norton Computing übernommen, woraus später die weltweit bekannte Antivirussoftware Norton Antivirus hervorging. In den nachfolgenden Jahren wurden die Firmen Central Point Software, Delrina und Binary Research Limited übernommen. Mit der Übernahme von Quarterdeck, URLabs und ACT! wurden in den vergangenen fünf Jahren bestehende Geschäftsbereiche weiter ausgebaut bzw. neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit der Akquisition von L-3 und AXENT Technologies wurde speziell der Bereich Internetsicherheit und Firewall-Lösungen gestärkt. Durch die Übernahmen von Riptech, Recourse Technologies und SecurityFocus für insgesamt 355 Mio. US-Dollar setzte das Unternehmen in den letzten Jahren seinen Expansionsdrang weiter fort.

Im Jahr 2003 folgte dann die Übernahme von SafeWeb und PowerQuest. Die Übernahme von ON Technology lies sich Symantec 100 Mio. Dollar kosten. In der ersten Jahreshälfte 2004 kaufte Symantec den Anti-Spam-Softwareentwickler Brightmail für 370 Mio. Dollar. Einen Monat später folgte die Übernahme des Anti-Spam-Spezialisten TurnTide. Anschließend wurde der Sicherheitsspezialist @stake aufgekauft. Ende 2004 übernahm Symantec den Speichersoftwareriesen Veritas Software in einer auf 13,5 Mrd. Dollar taxierten Transaktion. Im Jahr 2005 setzte Symantec seine Einkaufstour weiter fort und übernahm die Sicherheitsspezialisten Sygate, WholeSecurity und BindView. Anfang 2006 kaufte Symantec den Sicherheitsspezialisten IMlogic und den Management-Spezialisten Relicore. Anfang 2007 schluckte Symantec schließlich den IT-Management-Spezialisten Altiris für 830 Mio. Dollar.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2007 meldete Symantec einen Umsatzanstieg auf 1,32 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 1,25 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 113,7 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 90,7 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 247,8 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie, womit Symantec die Schätzungen der Analysten leicht übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 1,31 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Während das Privatkundengeschäft um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs, kletterte das Servicegeschäft um acht Prozent. Das Sicherheits- und Daten-Management-Geschäft zog um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Darüber hinaus beschloss der Symantec-Aufsichtsrat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Mrd. Dollar.

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