Symantec drängt in den Verschlüsselungsmarkt

Freitag, 7. Mai 2010 13:27
Symantec

(IT-Times) - Der amerikanische Sicherheitssoftwarehersteller Symantec (Nasdaq: SYMC, WKN: 879358) konnte auch im vergangenen ersten Quartal ein solides Wachstum vorweisen. Die neue Norton 360 Reihe, die im Februar auf den Markt kam, erfreut sich nach Angaben von Symantec großer Beliebtheit.

Symantec avanciert zum Marktführer bei Online-Backup-Lösungen
Kunden nutzen Norton 360 bzw. die Einzelanwendung Norton Online-Backup zunehmend, um Daten auf iPads, iPhones und andere Android-basierte Geräte abzulegen, wodurch diese jederzeit zugänglich sind. Insgesamt hostet Symantec eigenen Angaben zufolge inzwischen 56 Petabytes an Daten für insgesamt 12 Millionen Kunden weltweit - damit sieht sich das Unternehmen als unangefochtener Marktführer für Online-Backup-Lösungen.

Daneben hat Symantec neue Partnerschaften wie mit Samsung schließen können, wodurch Norton Internet- und Backup-Sicherheitslösungen auf Samsung Netbooks und Notebooks vorinstalliert sind. Auch mit Fujitsu habe man jüngst ein Exklusiv-Abkommen unterzeichnen können, um Norton-Produkte auf Verbraucher- und Firmenkunden-PCs auszuliefern, heißt es. Summa summarum unterhält Symantec nunmehr Partnerschaft mit neun der weltweit führenden 10 OEM-Hersteller in Sachen Vertrieb von Sicherheitsanwendungen.

Symantec kauft weiter ein - Verschlüsselungstechniken im Vordergrund
Nachdem Symantec im Jahr 2008 kräftig einkaufte und gleich mehrere Firmen übernahm, setzte der Sicherheitsspezialist seine Einkaufstour zu Jahresbeginn weiter fort. Nachdem der SCPA-Spezialist Gideon Technologies übernommen wurde, verstärkte sich Symantec jüngst durch die Übernahme von PGP und GuardianEdge.

SCPA-Lösungen (Security Content Automation Protocol) gewinnen immer mehr an Bedeutung, fordern US-Gesetze die Unterstützung dieses Protokolls. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Verschlüsslungslösungen, nachdem immer mehr Daten über den Mobilfunkweg auf Handys und andere mobile Endgeräte übertragen werden.

Auch diesen Trend hat Symantec erkannt und sich mit PGP und GuardianEdge zwei Verschlüsselungsspezialisten für insgesamt 370 Mio. Dollar geschnappt. PGP gilt als einer der erfolgreichsten Player in der Verschlüsselungsbranche, während GuardianEdge vor allem im öffentlichen Sektor und bei Großkonzernen im Finanzbereich eine herausragende Stellung genießt.

Symantec arbeitete schon in der Vergangenheit mit beiden Firmen zusammen, so dass die Integration verhältnismäßig schnell abgeschlossen sein dürfte. Die beiden Zukäufe dürften den Gewinn je Aktie im September- und Dezemberquartal zwar noch leicht belasten, im nachfolgenden Fiskaljahr 2011 rechnet man bei Symantec allerdings schon mit einem positiven Gewinnbeitrag aus den beiden Akquisitionen…

Kurzportrait

Der in der kalifornischen Technologieschmiede Cupertino ansässige Softwarespezialist Symantec wurde ursprünglich im Jahre 1982 gegründet. Im Jahre 1989 folgte der Gang an die Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen bietet heute nicht nur komplexe Firewall-Lösungen für Geschäftskunden, sondern insbesondere auch Antivirussoftware für den privaten Anwender an. Hier ist das Unternehmen mit seiner populären Notron-Produktfamilie vertreten. Um aktuelle Schädlinge zu identifizieren und entsprechende Antivirus-Software zu entwickeln, betreibt Symantec mehrere Forschungszentren.

Spezielle Softwarelösungen für die Überwachung von Firmennetzwerken runden das Produktangebot ab. Die Antivirussoftware der Marke Norton ist insbesondere bei privaten Anwendern populär. Insgesamt betreut Symantec heute mehr als 100 Mio. Anwender in Sachen Sicherheitssoftware. Gleichzeitig setzen 98 von 100 Fortune 100-Unternehmen auf die Software der Kalifornier.

In den vergangenen Jahren ist die Gesellschaft vor allem auch durch Übernahmen gewachsen. Bereits im Jahre 1990 wurde die Peter Norton Computing übernommen, woraus später die weltweit bekannte Antivirussoftware Norton Antivirus hervorging. In den nachfolgenden Jahren wurden die Firmen Central Point Software, Delrina und Binary Research Limited übernommen. Mit der Übernahme von Quarterdeck, URLabs und ACT! wurden in den vergangenen Jahren bestehende Geschäftsbereiche weiter ausgebaut bzw. neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit der Akquisition von L-3 und AXENT Technologies wurde speziell der Bereich Internetsicherheit und Firewall-Lösungen gestärkt. Durch die Übernahmen von SafeWeb, PowerQuest, ON Technology, TurnTide, Riptech, Recourse Technologies, SecurityFocus sowie @stake setzte das Unternehmen in den letzten Jahren seinen Expansionsdrang weiter fort.

Ende 2004 übernahm Symantec zudem den Speichersoftwareriesen Veritas Software in einer rund 13,5 Mrd. Dollar schweren Transaktion. Im Jahr 2005 setzte Symantec seine Einkaufstour weiter fort und übernahm die Sicherheitsspezialisten Sygate, WholeSecurity und BindView. Anfang 2006 kaufte Symantec den Sicherheitsspezialisten IMlogic und den Management-Spezialisten Relicore. Anfang 2007 schluckte Symantec schließlich den IT-Management-Spezialisten Altiris, wobei in 2008 und 2009 mit Vontu, AppStream, Mi5, SwapDrive, nSuite und MessageLabs und PC Tools weitere Zukäufe folgten. Im Jahr 2010 setzte Symantec seine Einkaufstour weiter fort und schluckte unter anderem die Unternehmen Gideon Technologies, PGP und GuardianEdge.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldet Entwickler der populären Norton Antivirus-Produktfamilie einen Umsatzanstieg um vier Prozent auf 1,53 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 1,52 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei konnte Symantec einen Nettogewinn von 184 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie einfahren, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 264 Mio. Dollar oder 32 US-Cent je Aktie zu Buche stand. Im Vorjahr belasteten Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 413 Mio. Dollar noch die Ertragsseite.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Symantec im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten um drei Cent je Aktie übertreffen.

Im Kerngeschäft Subscription- und Wartungserlöse kletterten die Umsätze um acht Prozent auf 1,28 Mrd. Dollar. Daneben konnte Symantec im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit von 703 Mio. Dollar erwirtschaften. Daneben wurden im jüngsten Quartal 11,2 Millionen Aktien für 189 Mio. Dollar zum Durchschnittskurs von 16,93 Dollar je Aktie zurückgekauft.

Meldung gespeichert unter: Symantec

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