Suntech Power: Preisverfall geht weiter

Freitag, 20. Februar 2009 13:14
Suntech Power Holdings

(IT-Times) Der weltgrößte Solarmodulehersteller Suntech Power Holdings Co (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) hält die Solarbranche weiter in Atem. Nach schwachen Zahlen im vierten Quartal 2008, rechnet das Unternehmen auch im ersten Quartal mit einem weiterhin schwachen Geschäftsumfeld und einem anhaltenden Preisverfall bei Solarmodulen.

Insgesamt dürften die Verkaufspreise um weitere zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfen, so Suntech. Aus diesem Grund hat das Unternehmen den Ausbau seiner Produktion zunächst gestoppt. Die Produktionskapazität soll im laufenden Jahr bei rund einem Gigawatt bleiben. Gleichzeitig wurden Lieferverträge, wie zum Beispiel mit der MEMC Electronic Marterials neu verhandelt. Durch neue und günstige Polysilizium-Kontrakte rechnet Suntech im laufenden Jahr mit Einsparungen von mehr als 30 Prozent bei den Silizium-Kosten.

Silizium-Kosten sollen schneller fallen, als die Verkaufspreise
Darüber hinaus hofft Suntech, dass Kunden größere Projekte in verschiedene kleinere Vorhaben aufteilen, um so an die notwendigen Mittel zur Finanzierung der Projekte zu kommen. Insgesamt hofft Suntech, dass die Silizium-Kosten im laufenden Jahr schneller fallen werden, als die durchschnittlichen Verkaufspreise für Solarmodule. Dadurch wäre Suntech in der Lage, seine Gewinnmargen zumindest stabil zu halten.

Große Hoffnungen macht sich Suntech auch im US-Geschäft. Nachdem die US-Regierung ein 150 Mrd. Dollar teures Paket zur Förderung grüner Energietechniken auf den Weg gebracht hat, hofft auch Suntech auf neue Aufträge. Insgesamt will das Unternehmen seine US-Erlöse im laufenden Jahr auf 120 Megawatt verdreifachen, heißt es aus dem Management.

Neue Produktionstechnik soll für höheren Wirkungsgrad sorgen
Daneben soll die Pluto-Produktionstechnik Einzug halten und den Wirkungsgrad der Photovoltaik-Produkte aus dem Hause Suntech erhöhen. Insgesamt will Suntech trotz Überkapazitäten 100 Mio. Dollar in 2009 investieren, wobei der Großteil der Investitionssumme in die Weiterentwicklung der Pluto-Technik fließen soll. Eine 34-Megawatt-Pluto-Linie sei bereits im Betrieb, die multikristalline Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von rund 17 Prozent bzw. monokristalline Zellen mit einem Wirkungsgrad von knapp 19 Prozent hervorbringt. Im laufenden Jahr soll die Pluto-Linie um weitere 68 Megawatt erweitert bzw. bestehende Anlagen auf die neue Technik umgerüstet werden...

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power Holdings Ltd ist der weltweit größte Hersteller von Solar-Modulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt rund 78 Prozent zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen etwa 20 Prozent beisteuert.

Das Unternehmen unterhält vier Fertigungsanlagen (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai) mit zehn Fertigungslinien für Solarzellen mit einer Fertigungskapazität von über 300 Megawatt. Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Industrieanwendungen, Lampen und Relay-Stationen zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Länder wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulehersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Die monokristallinen Zellen von Suntech erreichten zuletzt einen Wirkungsgrad von knapp 17 Prozent, während das Unternehmen bei multikristallinen Zellen inzwischen einen Wirkungsgrad von knapp 16 Prozent vorweisen kann. Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile. Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie ein dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon.

Zahlen

Für das vergangen vierte Quartal meldet Suntech zunächst nochmals einen leichten Umsatzanstieg um vier Prozent auf 414,4 Mio. US-Dollar. Dabei musste das Unternehmen einen Verlust von 64,9 Mio. Dollar oder 42 US-Cent je ADS-Aktie ausweisen, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Gewinn von 50,6 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen summiert sich der Nettoverlust im jüngsten Quartal auf 42,4 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je ADS-Aktie, womit Suntech die Markterwartungen verfehlte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettoverlust von 26 US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 379,5 Mio. Dollar kalkuliert.

Das sich in diesem Geschäft zunehmend schwieriger Geld verdienen lässt, zeigt sich an den Gewinnmargen. So wies Suntech im jüngsten Quartal nur noch Bruttomargen in Höhe von 13,1 Prozent aus, nachdem die durchschnittlichen Verkaufspreise für Solarmodule deutlich geschrumpft sind.

Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2008 meldet Suntech einen Umsatzanstieg um 42,7 Prozent auf 1,92 Mrd. US-Dollar. Insgesamt konnte Suntech in 2008 Solarmodule mit einer Leistung von 497,5 Megawatt zur Auslieferung bringen. Auf Jahressicht verdiente Suntech 149,7 Mio. Dollar oder 0,89 Dollar je ADS-Aktie. Die liquiden Mittel stiegen zum Jahresende um 113 Mio. Dollar auf 508 Mio. US-Dollar. Die Nettoverschuldung betrug zum Jahresende 1,12 Mrd. Dollar.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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