Suntech hofft auf Rückenwind aus China - Preise unter den Herstellungskosten

Mittwoch, 14. März 2012 14:21
Suntech Power Holdings

(IT-Times) - Trotz tiefroter Zahlen legten die Aktien des chinesischen Marktführers Suntech Power Holdings zuletzt um mehr als 8,8 Prozent zu. Die Hoffnung der Investoren ruhen darauf, dass sich die Solartechnik in anderen Märkten wie den USA, China und Indien durchsetzen wird und so den Herstellern neue Aufträge und damit Umsätze und Gewinne in die Kassen spült.

Preise für Solarmodule fallen unter die Herstellungskosten
Derzeit sieht die Lage in der Solarindustrie alles andere als rosig aus. Branchenkenner rechnen in den nächsten Wochen und Monaten mit einer weiteren Pleitewelle in der Industrie, nachdem die Subventionen für Solarstrom im bislang größten Solarmarkt in Deutschland um bis zu 30 Prozent sinken werden.

Im Zuge von Überkapazitäten waren die Preise für Solarmodule im vergangenen Jahr um 50 Prozent gefallen, auch im neuen Jahr zeigt der Preistrend bislang nach unten. Inzwischen sind die Preise für Solarprodukte unter den Herstellungskosten gesunken, so dass aktuell kaum mehr ein Anbieter schwarze Zahlen schreiben kann.

China könnte in 2012 zum größten Solarmarkt avancieren
Die Profitabilität sei eine echte Herausforderung, erklärt Suntech-Chef Zhengrong Shi im Hinblick auf die aktuelle Situation. Der Manager hofft dabei auf den Heimatmarkt China, um weiter wachsen zu können und so durch Skaleneffekte wieder profitabel zu werden. Analysten gehen davon aus, dass der chinesische Solarmarkt in diesem Jahr ein Volumen von vier bis acht Gigawatt erreichen wird, nachdem im Vorjahr zwei Gigawatt installiert wurden. China könnte damit binnen eines Jahres zum weltgrößten Solarmarkt avancieren. Einheimische Anbieter wie Suntech Power Holdings (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) werden dabei die größten Chancen auf lukrative Aufträge im chinesischen Markt zugeschrieben.

Suntech meldet neuen Weltrekord bei Pluto-Zellen
Um sich auch technisch weiter zu verbessern, setzt das Unternehmen große Bemühungen in die Weiterentwicklung seiner Pluto-Zelltechnik. Zu Wochenbeginn konnte Suntech einen Weltrekord von 20,3 Prozent beim Wirkungsgrad bei dieser Zellgeneration vermelden. Die Technologie wurde in Zusammenarbeit mit der University of New South Wales entwickelt.

Das Solar Energy Research Institut in Singapur hat den Wirkungsgrad bereits bestätigt. Bei Suntech geht man davon aus, durch weitere Optimierungen den Zellwirkungsgrad in den nächsten sechs bis 12 Monaten auf 21,0 Prozent steigern zu können. Damit will das Unternehmen weiter an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Dies war zuletzt nicht immer der Fall, wie die Analysten aus dem Hause Nomura Securities anmerken. Die Nomura-Analysten verweisen insbesondere auf Nachteile bei der Kostenstruktur und den Verlust von Marktanteilen. Insbesondere bei der Kostenstruktur muss Suntech noch nachlegen, will sich das Unternehmen dauerhaft gegenüber der Konkurrenz behaupten.

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power ist heute der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt die Mehrheit zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen und Solar-Wafer den übrigen Umsatz trug.

Das Unternehmen betreibt vier große Fertigungsfabriken in China (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai). Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Lampen und Relay-Stationen sowie in der Industrie zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Ländern wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulhersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile.

Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Im April 2008 übernahm Suntech zudem den deutschen Automatisierungsspezialisten KSL-Kuttler. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie an dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon. Ende 2010 schloss Suntech die Übernahme von Rietech Solar ab. Gleichzeitig trennte sich Suntech von seiner 20%igen Beteiligung an Asia Silicon. Im Bereich Silizium-Ingot und Solar-Wafer betrugen die Produktionskapazitäten zum Jahresende 2010 rund 500 Megawatt.

Zahlen

Suntech musste im vergangenen vierten Quartal 2011 einen Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 629 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 945,1 Mio. Dollar) hinnehmen. Wesentliche Ursache hierfür war laut Unternehmensaussage ein Rückgang der Anzahl verschiffter Module um 9,7 Prozent im Berichtszeitraum.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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