Suntech hofft auf fallende Siliziumpreise

Freitag, 21. August 2009 12:24
Suntech Power Holdings

(IT-Times) - Der weltgrößte Solarmodulehersteller Suntech Power Holdings Co (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) konnte mit seinen Geschäftszahlen zuletzt nicht überzeugen. Anders als viele andere Solarmodulehersteller blieb Suntech zwar in der Gewinnzone, allerdings schmolzen die Gewinne wie das Eis in der Sonne.

Nach einem Gewinnrückgang von 81 Prozent musste Suntech darüber hinaus zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Auslieferziele nach unten korrigieren. Die Nachfrage im Solarmarkt lässt weiter zu wünschen übrig, so dass die Chinesen gezwungen waren, ihre ehrgeizigen Ziele zu senken.

Margen sollen stabil bleiben
Zwar erholte sich die Bruttomarge im jüngsten Quartal dank gesunkener Siliziumkosten wieder auf 18,6 Prozent, nach 17,8 Prozent im ersten Quartal 2009, doch Marktbeobachter bezweifeln, dass sich dieser Aufwärtstrend weiter fortsetzen wird. Auch Suntech-Chef Zhengrong Shi geht davon aus, dass die Siliziumpreise auch im dritten Quartal mit der gleichen Geschwindigkeit fallen, wie die durchschnittlichen Verkaufspreise - damit könnten die Margen bestenfalls stabil gehalten werden.

Im zweiten Quartal waren die durchschnittlichen Verkaufspreise für Solarmodule um acht Prozent gesunken. Für das laufende dritte Quartal, der traditionell stärksten Saison im Solargeschäft, erwartet Suntech einen weiteren Rückgang bei den Preisen zwischen 15 und 20 Prozent. Diesen Rückgang will Suntech durch die Steigerung bei den Auslieferzahlen wettmachen. So will der chinesische Hersteller 60 Prozent mehr Module als im Vorquartal ausliefern.

Deutschland-Geschäft steuert 50 Prozent der Erlöse bei
Nach wie vor zeichnet Europa für 78 Prozent und damit den Großteil der Suntech-Umsätze verantwortlich. Allein in Deutschland erzielt Suntech nahezu 50 Prozent seiner gesamten Erlöse. Marktbeobachter wie Barclays Capital Experte Vishal Shah sind jedoch skeptisch, dass der Solarboom in Deutschland noch lange anhalten wird.

Deutschland könnte dem Beispiel von Spanien folgen und nach der Bundestagswahl die Einspeisevergütungen für Solarstrom deutlich senken bzw. kappen, munkelt man in der Branche. Hintergrund ist der rasante Preisverfall bei Solarmodulen, der Investoren inzwischen üppige Renditen von bis zu zehn Prozent beschert.

Umso wichtiger ist es für Suntech andere Märkte wie den US-Markt oder den heimischen chinesischen Markt zu erschließen. Allerdings generierte Suntech in den USA bislang nur acht Prozent der Erlöse. Auch in China sieht es bislang nicht viel besser aus. Zwar hat Peking zwei Förderprogramme aufgelegt, in dessen Rahmen die Kosten zum Bau von Solaranlagen mit bis zu 50 Prozent bezuschusst werden sollen, doch bis der chinesische Markt ähnliche Umsatzbeiträge wie das Geschäft in Europa liefern wird, dürfte es noch Jahre dauern.

Barclays Capital Experte Vishal Shah geht davon aus, dass sich China erst im Jahr 2011 zu einem bedeutenden Solarmarkt aufschwingen wird. Bis es soweit ist, muss sich auch Suntech dem harten Wettbewerb des Marktes stellen und darauf hoffen, dass die Siliziumpreise genauso schnell sinken, wie die Verkaufspreise für Solarmodule…

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power Holdings Ltd ist der weltweit größte Hersteller von Solar-Modulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt rund 78 Prozent zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen etwa 20 Prozent beisteuert.

Das Unternehmen unterhält vier Fertigungsanlagen (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai) mit zehn Fertigungslinien für Solarzellen mit einer Fertigungskapazität von über 300 Megawatt. Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Industrieanwendungen, Lampen und Relay-Stationen zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Länder wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulehersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Die monokristallinen Zellen von Suntech erreichten zuletzt einen Wirkungsgrad von knapp 17 Prozent, während das Unternehmen bei multikristallinen Zellen inzwischen einen Wirkungsgrad von knapp 16 Prozent vorweisen kann. Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile. Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie an dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2009 meldet Suntech einen Umsatzrückgang um 33 Prozent auf 321 Mio. US-Dollar, nachdem der chinesische Hersteller im Jahr vorher noch 480,2 Mio. Dollar umsetzen konnte.

Der Gewinn brach dabei um 81 Prozent auf 10,0 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je ADS-Aktie ein, nach einem Plus von 52,3 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Trotz des Gewinneinbruchs konnte Suntech mit den vorgelegten Zahlen die Markterwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von zwei US-Cent je Aktie, aber mit Einnahmen von 343,1 Mio. Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...