SunPowers Glanz verblasst

Dienstag, 1. Dezember 2009 14:21
SunPower

(IT-Times) - Zuletzt sorgte der US-Solarkonzern SunPower Corporation (Nasdaq: SPWRA, WKN: A0HHD1) für Negativschlagzeilen, nachdem das Unternehmen Ungereimtheiten in seiner Bilanz einräumen musste.

Hintergrund sind mögliche Buchungsfehler im Zusammenhang mit den Produktionskosten. Sollten diese zu niedrig angesetzt worden sein, muss das Unternehmen die ausgewiesenen Gewinne möglicherweise rückwirkend bis zum Jahr 2008 korrigieren. Bei Marktteilnehmern steigt die Verunsicherung, zumal im vergangenen Jahr bereits der SunPower-Finanzchef Manny Hernandez gehen musste und im Januar durch Dennis Arriola ersetzt wurde. Hernandez bestreitet allerdings, dass die Abberufung mit den Buchungsfehlern im Zusammenhang steht.

SunPower verliert Marktanteile in Kalifornien
Neben dem Problem zu hoher Produktionskosten scheint SunPower auch in Sachen Marktanteile unter Druck zu geraten. Im wichtigen kalifornischen Solarmarkt, der inzwischen von einem intensiven Wettbewerb geprägt ist, musste SunPower zuletzt Federn lassen.

Dominierte SunPower im Jahr 2008 in Kalifornien noch mit einem Marktanteil von 22 Prozent, dürfte dieser bis Jahresende auf 14 Prozent sinken, so eine Markt-Studie, die von Barclays Capital Analyst Vishal Shah aufbereitet wurde. Die Gewinner sind dagegen Sharp sowie Kyocera Solar, die ihre Marktanteile im Gegenzug steigern konnten. Sharp dürfte im vierten Quartal zumindest in Kalifornien an SunPower vorbeiziehen und sich einen Marktanteil von 19 Prozent sichern. Kyocera konnte seine Marktanteile ebenfalls stetig steigern und kam im vierten Quartal auf einen Marktanteil von sieben Prozent.

Marktbeobachter führen die Marktanteilsverluste von SunPower auf die Premium-Strategie des Unternehmens zurück. SunPower lässt sich seine hochqualitativen Solarmodule, die mit einem hohen Wirkungsgrad glänzen entsprechend teuer vergüten. Doch inzwischen haben auch andere Wettbewerber in Sachen Wirkungsgrad aufgeholt. Zudem sind die Preise für Module weiter gefallen, was SunPower zusätzlich in die Bredouille bringt.

SunPower kann die Preise für seine Module nicht so schnell senken, da die Produktionskosten der Amerikaner höher sind, als beispielsweise bei der chinesischen Konkurrenz. Auf SunPower steigt damit der Druck, neue Innovationen im Produktionsverfahren noch schneller zu implementieren, als dies bisher der Fall war, um die aufstrebende Konkurrenz aus Asien auf Distanz zu halten…

Kurzportrait

Der im kalifornischen San Jose ansässige Solarkonzern SunPower Corporation wurde ursprünglich im April 1985 gegründet. Das Unternehmen ist ein vertikal integrierter Solarkonzern, der sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung und im Vertrieb von Solarzellen, Solarmodulen sowie Inverter engagiert ist.

SunPower operiert aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme. Die Einheit Komponenten verkauft unter anderem Solarzellen, Solarmodule und Inverter. Verkauft werden die Solar-Produkte an Händler, als auch an Installateure und Systemanbieter. Gefertigt werden die Solar-Produkte unter anderen in den eigenen Fertigungsfabriken auf den Philippinen. Daneben werden SunPower-Produkte auch von einem Dritthersteller in China produziert. Die Einheit (SP Systems) entwickelt und fertigt großflächige Solarprojekte. Insgesamt ist SunPower in verschiedenen Absatzmärkten aktiv. So vertreibt SunPower seine Produkte sowohl in Nordamerika, als auch in Asien und Europa.

Der Geschäftsbereich Systeme ist für den Vertrieb Solarsysteme verantwortlich. Der Servicebereich umfasst verschiedene Aufgaben, wie die Entwicklung komplexer Solaranlagen, sowie deren Finanzierung und Konstruktion, sowie Systemintegration. Zu den Produktangeboten der Gesellschaft gehören neben Aufdachsysteme, auch Boden- und Nachführsysteme. Wartung und Überwachung der installierten Solarangaben runden das Serviceangebot von SunPower ab.

Im Januar 2007 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme von PowerLight Corporation. Im Januar 2008 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme des italienischen Systemintegrators Solar Solutions. Daneben hält SunPower eine 40%ige Beteiligung an der südkoreanischen Woongjin Energy.

Zahlen

So meldet SunPower für das vergangene Septemberquartal einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 377,5 Mio. Dollar. Der Gewinn brach dabei allerdings auf 12,8 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 24,7 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Wertberichtigungen und Aktienkompensationskosten konnte SunPower einen Nettogewinn von 52,1 Mio. Dollar oder 42 US-Cent je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit einem Plus von 40 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 420 Mio. Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: SunPower

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